10 häufige Fehler bei der Anwendung von Industrieklebstoffen und Dichtmassen, die Zeit und Geld kosten
Unzureichende Oberflächenvorbereitung, falsche Dosierung oder das Ignorieren von Temperaturbedingungen – diese und weitere Fehler können selbst eine hochwertige Klebeverbindung zunichtemachen. Wie Sie diese vermeiden und maximale Festigkeit sowie Langlebigkeit der Verbindung sicherstellen können.
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Industrielle Klebstoffe und Dichtmassen sind entscheidend für zuverlässige Verbindungen in der Automobilindustrie, im Bauwesen, in der Elektronik und im Maschinenbau. Dennoch machen auch erfahrene Techniker häufig Fehler, die zu einer Schwächung der Verbindung, längerer Aushärtungszeit oder sogar zum vollständigen Versagen der Anwendung führen. Viele dieser Probleme lassen sich durch die Einhaltung grundlegender technischer Prinzipien vermeiden – von der richtigen Oberflächenvorbereitung bis zur Optimierung der Aushärtungsbedingungen. In diesem Artikel betrachten wir die zehn häufigsten Fehler, die Produktionsunternehmen Zeit, Material und Geld kosten, und zeigen, wie sie effektiv vermieden werden können.
1. Unzureichende Oberflächenvorbereitung vor dem Kleben
Der erste und oft unterschätzte Schritt bei der Arbeit mit industriellen Klebstoffen und Dichtmassen ist die gründliche Oberflächenvorbereitung. Verunreinigungen, Fett, Staub oder Reste alter Beschichtungen verringern die Haftung erheblich und können zum Versagen der Verbindung führen. Gemäß den geltenden technischen Standards ist es unerlässlich, die Oberfläche zunächst mechanisch zu reinigen (z. B. durch Schleifen, Sandstrahlen) und anschließend mit einem geeigneten Lösungsmittel oder Reinigungsmittel zu entfetten. Bei einigen Materialien wie Metallen oder Kunststoffen ist es ratsam, auch chemische Vorbehandlungen, beispielsweise Ätzen oder die Anwendung eines Primers, einzusetzen, um die Benetzbarkeit und langfristige Stabilität der Verbindung zu verbessern.
Ein häufiger Fehler ist die Unterschätzung der Feuchtigkeit oder Temperatur der Oberfläche. Ein feuchtes oder zu kaltes Material kann zur Kondensation von Wasserdampf führen, der eine Barriere zwischen dem Klebstoff und dem Untergrund bildet. Die ideale Temperatur für die Klebstoffapplikation liegt in der Regel zwischen 18–25 °C, wobei die relative Luftfeuchtigkeit 60 % nicht überschreiten sollte. Bei sensiblen Anwendungen, beispielsweise in der Luft- oder Automobilindustrie, wird empfohlen, diese Parameter mit Messgeräten zu überwachen und in klimatisierten Räumen zu arbeiten.
2. Falsche Dosierung und Mischung von Zweikomponenten-Klebstoffen
Zweikomponenten-Klebstoffe und Dichtmassen erfordern die genaue Einhaltung des Mischungsverhältnisses der Komponenten und ein gründliches Vermischen. Ein Fehler bei der Dosierung, beispielsweise die Zugabe von zu viel Härter, kann zu unzureichender Aushärtung, Sprödigkeit der Verbindung oder einer verkürzten Verarbeitungszeit führen. Ein Mangel an Härter hingegen bewirkt, dass der Klebstoff weich bleibt und nicht die erforderliche Festigkeit erreicht. Halten Sie stets das vom Hersteller angegebene Verhältnis ein, das auf der Verpackung oder im technischen Datenblatt angegeben ist, und verwenden Sie kalibrierte Dosiergeräte.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Homogenität der Mischung. Unzureichendes Mischen führt zu lokalen Konzentrationen einer Komponente, was zu ungleichmäßiger Aushärtung und Schwächung der Verbindung führt. Verwenden Sie zum Mischen einen mechanischen Rührer mit niedrigen Drehzahlen (ca. 300–500 U/min), um die Lufteinschlüsse in der Mischung zu minimieren. Bei größeren Mengen empfiehlt sich der Einsatz von statischen Mischdüsen, die eine gleichbleibende Qualität der Mischung ohne manuellen Eingriff gewährleisten. Überprüfen Sie nach dem Mischen stets, ob die Mischung Streifen oder Inhomogenitäten aufweist.
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3. Missachtung der Verarbeitungszeit und offenen Zeit
Jedes Industrieklebstoff hat eine definierte Verarbeitungszeit (Pot Life) und offene Zeit (Open Time), die unbedingt eingehalten werden müssen. Die Verarbeitungszeit gibt an, wie lange der Klebstoff nach dem Mischen oder Öffnen der Verpackung verwendet werden kann, bevor er seine Eigenschaften verliert. Eine Überschreitung dieser Zeit führt zu vorzeitigem Aushärten im Behälter oder in der Applikationsvorrichtung, was Materialverlust und Reinigungsbedarf bedeutet. Die offene Zeit bestimmt hingegen, wie lange der Klebstoff auf die Oberfläche aufgetragen werden kann, bevor die Teile zusammengefügt werden, ohne dass die Haftung beeinträchtigt wird.
Ein häufiger Fehler ist die Unterschätzung des Temperatureinflusses auf diese Parameter. Höhere Temperaturen beschleunigen chemische Reaktionen und verkürzen dadurch sowohl die Verarbeitungszeit als auch die offene Zeit. Bei Epoxidharzklebstoffen kann beispielsweise eine Temperaturerhöhung um 10 °C die Verarbeitungszeit um bis zu die Hälfte verkürzen. Niedrige Temperaturen verlangsamen hingegen die Reaktionen, was zu unzureichender Aushärtung führen kann. Arbeiten Sie stets im empfohlenen Temperaturbereich und passen Sie die Menge des vorbereiteten Klebstoffs den aktuellen Bedingungen an, um Verluste zu minimieren.
4. Unsachgemäße Lagerung und Handhabung von Klebstoffen und Dichtmassen
Die Lagerung von Industrieklebstoffen und Dichtmassen erfordert die Einhaltung spezifischer Bedingungen, um eine Degradation des Materials zu vermeiden. Die meisten Klebstoffe sind empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, Temperatur und Licht, daher müssen sie in trockenen, kühlen und dunklen Räumen gelagert werden. Beispielsweise degradieren Cyanacrylat-Klebstoffe (sogenannte Sekundenkleber) bei hoher Luftfeuchtigkeit schnell, während Polyurethan-Dichtmassen mit Wasserdampf in der Luft reagieren und vorzeitig aushärten können. Die ideale Lagertemperatur liegt in der Regel zwischen 5–25 °C, wobei einige Materialien gekühlt werden müssen (z. B. anaerobe Klebstoffe).
Ein weiteres häufiges Problem ist die unsachgemäße Handhabung der Verpackungen. Nach dem Öffnen ist es wichtig, die Verpackung sofort zu verschließen, um den Kontakt mit Luft und Feuchtigkeit zu minimieren. Bei Zweikomponenten-Klebstoffen müssen die Komponenten separat gelagert und vor Kontamination geschützt werden. Verwenden Sie bei der Handhabung von Klebstoffen Schutzausrüstung wie Handschuhe und Brillen und halten Sie die Anweisungen für den sicheren Umgang gemäß den REACH- und CLP/GHS-Verordnungen ein. Überprüfen Sie regelmäßig das Verfallsdatum und verwenden Sie keine Materialien, die das Haltbarkeitsdatum überschritten haben, da ihre Eigenschaften unvorhersehbar sein können.
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5. Unterschätzung des Einflusses von Temperatur und Feuchtigkeit während der Anwendung
Temperatur und Luftfeuchtigkeit zählen zu den kritischen Faktoren, die die endgültige Festigkeit und Qualität der Klebeverbindung maßgeblich beeinflussen. Viele Anwender unterschätzen, dass bereits geringe Abweichungen von den empfohlenen Bedingungen zu unzureichender Adhäsion, verlängerten Aushärtungszeiten oder sogar zum vollständigen Versagen der Verbindung führen können. Beispielsweise erfordern Epoxidharzklebstoffe eine Umgebungstemperatur von mindestens 15 °C – bei niedrigeren Temperaturen verlangsamt sich die chemische Reaktion, was die Aushärtungszeit verlängert und die Endfestigkeit verringert. Zu hohe Temperaturen hingegen können ein vorzeitiges Aushärten des Klebstoffs noch vor der Applikation verursachen, insbesondere bei schnellhärtenden Systemen.
Die Luftfeuchtigkeit ist ebenso wichtig, insbesondere bei Polyurethan- und Cyanacrylatklebstoffen. Hohe Luftfeuchtigkeit kann die Aushärtung beschleunigen, was zur Bildung spröder Verbindungen oder Blasen im Klebstoff führt. Ein zu trockenes Umfeld hingegen kann die Polymerisation verlangsamen, insbesondere bei wasserverdünnbaren Klebstoffen. Es wird daher empfohlen, stets das technische Datenblatt des Herstellers zu prüfen und die Anwendungsbedingungen anzupassen – idealerweise mithilfe von Klimaanlagen, Heizgeräten oder Luftentfeuchtern. Bei sensiblen Anwendungen ist es ratsam, Temperatur und Luftfeuchtigkeit direkt am Arbeitsplatz zu messen und die Prozessparameter entsprechend anzupassen.
6. Verwendung eines ungeeigneten Klebstofftyps für das jeweilige Material
Die Wahl des falschen Klebstofftyps ist eine häufige Ursache für das Versagen von Verbindungen, was zu finanziellen Verlusten und Sicherheitsrisiken führen kann. Jedes Material weist spezifische Oberflächeneigenschaften auf, die die Adhäsion beeinflussen – beispielsweise erfordern Kunststoffe mit niedriger Oberflächenenergie (PP, PE) eine Vorbehandlung oder spezielle Klebstoffe mit Haftvermittlern, während Metalle oft Klebstoffe mit hoher Zugfestigkeit und Beständigkeit gegen Temperaturschwankungen benötigen. Die Verwendung eines Universal-Klebstoffs ohne Rücksicht auf das Material kann zu unzureichender Festigkeit oder langfristiger Degradation der Verbindung führen.
Bei der Auswahl eines Klebstoffs müssen nicht nur der Materialtyp, sondern auch die Anforderungen an die mechanischen Eigenschaften (Festigkeit, Elastizität, Vibrationsbeständigkeit), die chemische Beständigkeit (gegen Öle, Lösungsmittel, Wasser) und die Betriebsbedingungen (Temperatur, UV-Strahlung, Feuchtigkeit) berücksichtigt werden. Beispielsweise ist für das Kleben von Gummi ein flexibler Klebstoff geeignet, der dynamischen Belastungen standhält, während für Metallkonstruktionen eine hohe Festigkeit und Temperaturstabilität entscheidend sind. Es ist immer notwendig, das technische Datenblatt des Klebstoffs zu konsultieren und bei Unsicherheit Tests an Proben vor der endgültigen Anwendung durchzuführen.
7. Vernachlässigung von Sicherheitsmaßnahmen und Arbeitsschutz
Die Arbeit mit industriellen Klebstoffen und Dichtungsmassen umfasst häufig den Umgang mit chemischen Substanzen, die ein Gesundheitsrisiko darstellen können – sei es durch reizende Dämpfe, allergene Bestandteile oder toxische Wirkungen bei langfristiger Exposition. Die Vernachlässigung von Sicherheitsmaßnahmen erhöht nicht nur das Risiko von Arbeitsunfällen, sondern kann auch zu langfristigen Gesundheitsproblemen führen, wie Dermatitis, Atemwegsbeschwerden oder Schädigungen des Nervensystems. Gemäß der REACH- und CLP-Verordnung müssen alle chemischen Substanzen ordnungsgemäß gekennzeichnet sein, und die Anwender müssen über deren Risiken informiert werden.
Grundlegende Sicherheitsmaßnahmen umfassen die Verwendung persönlicher Schutzausrüstung (PSA) – Handschuhe, Schutzbrillen und Atemschutzmasken mit geeignetem Filter. Wichtig ist auch die Sicherstellung einer ausreichenden Belüftung des Arbeitsplatzes, insbesondere bei der Anwendung von Klebstoffen mit hohem Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Bei einigen Klebstoffen (z. B. Cyanacrylaten) muss der Hautkontakt vermieden werden, da sie sofortiges Verkleben oder chemische Verbrennungen verursachen können. Die Mitarbeiter sollten in Erster Hilfe bei Unfällen geschult sein und Zugang zu Sicherheitsdatenblättern (SDS) aller verwendeten Produkte haben. Die Einhaltung dieser Grundsätze schützt nicht nur die Gesundheit, sondern minimiert auch das Risiko der Materialkontamination und von Ausschuss.
Die richtige Wahl des Rohstoffs ist die Grundlage
Jeder Klebstoff oder Dichtstoff hat spezifische Eigenschaften und Anforderungen an die Anwendung. Die GCG Group stellt zu jedem gelieferten Rohstoff detaillierte technische Datenblätter und Sicherheitsdatenblätter (SDS) bereit, die empfohlene Verfahren und Anwendungsbedingungen enthalten. Sollten Sie sich bei der Auswahl oder Anwendung unsicher sein, wenden Sie sich an unsere Experten – wir beraten Sie gerne bei der Auswahl und Optimierung des Prozesses. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt den Katalog mit über 1 300 Produkten an.