GCG Group
StartseiteNews10 häufige Fehler bei der Lagerung chemischer Rohstoffe und wie Sie sie vermeiden
10 häufige Fehler bei der Lagerung chemischer Rohstoffe und wie Sie sie vermeiden
Praktische Tipps 6. 8. 2026 Redakce GCG Chemicals

10 häufige Fehler bei der Lagerung chemischer Rohstoffe und wie Sie sie vermeiden

Falsche Lagerung von Chemikalien kann zu Qualitätsverlust, Sicherheitsrisiken oder finanziellen Schäden führen. Welche Fehler machen Unternehmen am häufigsten und wie lassen sie sich vermeiden?

10 häufige Fehler bei der Lagerung chemischer Rohstoffe und wie Sie sie vermeiden

Foto: Patrick Hendry / Unsplash

Die Lagerung chemischer Rohstoffe erfordert einen sorgfältigen Ansatz – von der richtigen Temperatur und Luftfeuchtigkeit bis hin zur Trennung inkompatibler Substanzen. Schon kleine Nachlässigkeiten können zur Entwertung des Materials, Kontamination oder sogar zu Sicherheitsvorfällen führen. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die zehn häufigsten Fehler, die in der Praxis immer wieder auftreten, und geben Tipps, wie Sie diese vermeiden können. Ob es sich um Tenside, Polyole oder Additive für Beschichtungen handelt – die Einhaltung grundlegender Regeln verlängert die Haltbarkeit der Rohstoffe und gewährleistet einen reibungslosen Betrieb.

1. Unzureichende Identifizierung und Kennzeichnung der Behälter

Der erste und häufigste Fehler ist die unzureichende oder fehlende Kennzeichnung von chemischen Rohstoffen. Gemäß der CLP-Verordnung muss jeder Behälter mit einem deutlichen Etikett versehen sein, das die Identifizierung des Stoffes, Gefahrenpiktogramme (GHS-Symbole), Signalwörter (z. B. „Gefahr“ oder „Achtung“) sowie standardisierte Gefahrenhinweise (H-Sätze) und Sicherheitshinweise (P-Sätze) enthält. Fehlende oder unleserliche Etiketten können zur Verwechslung von Substanzen, unsachgemäßer Verwendung oder sogar zu chemischen Reaktionen mit schwerwiegenden Folgen führen. In der Praxis begegnen wir häufig Fällen, in denen Behälter nur mit internen Codes umetikettiert werden, die nicht für alle Mitarbeiter verständlich sind.

Die Lösung besteht darin, ein einheitliches Kennzeichnungssystem einzuführen, das mit der geltenden Gesetzgebung übereinstimmt und gleichzeitig für alle Mitarbeiter verständlich ist. Es wird empfohlen, widerstandsfähige Etiketten mit Laminierung oder Schutzfolie zu verwenden, die Feuchtigkeit, Chemikalien und mechanischer Beschädigung standhalten. Überprüfen Sie regelmäßig den Zustand der Etiketten und tauschen Sie sie bei Beschädigung sofort aus. Zur besseren Übersichtlichkeit kann auch eine farbliche Kodierung nach Gefahrenklassen verwendet werden, z. B. Rot für entzündbare Stoffe oder Gelb für ätzende Substanzen.

2. Ungeeignete Lagerbedingungen und Temperaturschwankungen

Chemische Rohstoffe sind oft empfindlich gegenüber Temperatur, Feuchtigkeit oder Licht. Die Lagerung außerhalb der empfohlenen Bedingungen kann zu Degradation, Wirkungsverlust oder sogar zu gefährlichen Reaktionen führen. Beispielsweise können einige Tenside oder Polyole bei niedrigen Temperaturen kristallisieren, während andere Substanzen wie Peroxide bei hohen Temperaturen instabil und risikoreich werden. Feuchtigkeit kann Hydrolyse oder die Bildung von Agglomeraten verursachen, was den Rohstoff für die weitere Verwendung unbrauchbar macht.

Um die Risiken zu minimieren, ist es entscheidend, den im Sicherheitsdatenblatt (SDS) angegebenen Temperaturbereich einzuhalten und stabile Lagerbedingungen zu gewährleisten. Ideal sind klimatisierte oder temperierte Räume mit Feuchtigkeitskontrolle. Bei lichtempfindlichen Substanzen (z. B. einige Additive für Beschichtungen) sollten undurchsichtige oder dunkle Behälter verwendet werden. Überwachen Sie die Lagerbedingungen regelmäßig mit Datenloggern und reagieren Sie umgehend bei Überschreitung der Grenzwerte. Wichtig ist auch, Lagerbereiche für verschiedene Stoffkategorien zu trennen, beispielsweise brennbare Stoffe von Oxidationsmitteln.

2. Ungeeignete Lagerbedingungen und Temperaturschwankungen

Foto: Ricardo Gomez Angel / Unsplash

3. Missachtung des FIFO-Prinzips und unkontrollierte Alterung der Bestände

Das Prinzip „First In, First Out“ (FIFO) ist eine grundlegende Regel für ein effizientes Bestandsmanagement, die in der Praxis jedoch oft vernachlässigt wird. Chemische Rohstoffe haben eine begrenzte Haltbarkeit, und ihre Eigenschaften können sich mit der Zeit verändern, selbst wenn sie korrekt gelagert werden. Einige Polymere oder Harze können beispielsweise ihre Reaktivität verlieren, während andere Substanzen wie Polymerisationsinitiatoren degradieren und unwirksam oder gefährlich werden können. Die Lagerung neuer Bestände vor älteren führt dazu, dass Rohstoffe an Qualität verlieren oder unbrauchbar werden.

Für die Einführung von FIFO ist es notwendig, jede Charge deutlich mit dem Eingangsdatum und dem Verfallsdatum zu kennzeichnen. Lagerräume sollten so organisiert sein, dass ältere Bestände leicht zugänglich sind und neue Lieferungen dahinter platziert werden. Führen Sie regelmäßig Inventuren durch und überprüfen Sie den Zustand der Bestände, insbesondere bei Substanzen mit kurzer Haltbarkeit. Bei Überschreitung des Verfallsdatums muss der Rohstoff analysiert werden, um festzustellen, ob er noch verwendbar ist, oder er muss gemäß den geltenden Vorschriften sicher entsorgt werden.

4. Unsachgemäße Handhabung und unzureichende Schulung des Personals

Die sichere Handhabung chemischer Rohstoffe erfordert Kenntnisse über ihre Eigenschaften und potenziellen Risiken. Ein häufiger Fehler ist die unzureichende Schulung des Personals, was zu unsachgemäßer Handhabung führt, beispielsweise zum Mischen inkompatibler Substanzen, zur Verwendung ungeeigneter Werkzeuge oder zur Nichteinhaltung von Schutzmaßnahmen. Einige Tenside können beispielsweise bei Kontakt mit Metallen Wasserstoff entwickeln, was das Explosionsrisiko erhöht, während andere Substanzen bei unsachgemäßer Dosierung exotherme Reaktionen auslösen können.

Grundlage der Prävention ist die regelmäßige Schulung der Mitarbeiter im Bereich Arbeitssicherheit, Handhabung von Chemikalien und Erste Hilfe. Die Schulungen sollten praktische Demonstrationen des korrekten Vorgehens umfassen, beispielsweise wie Flüssigkeiten umgefüllt, persönliche Schutzausrüstungen (PSA) verwendet oder wie im Falle eines Austritts reagiert wird. Wichtig ist auch, sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter Zugang zu aktuellen Sicherheitsdatenblättern (SDS) haben und wissen, wie damit umzugehen ist. Für komplexere Vorgänge, wie die Handhabung hochreaktiver Substanzen, ist es ratsam, standardisierte Arbeitsanweisungen (SOP) einzuführen und diese regelmäßig zu üben.

4. Unsachgemäße Handhabung und unzureichende Schulung des Personals

Foto: American Public Power Association / Unsplash

5. Mischen inkompatibler Substanzen und das Risiko chemischer Reaktionen

Einer der schwerwiegendsten Fehler bei der Lagerung chemischer Rohstoffe ist deren unsachgemäße Sortierung und die anschließende Vermischung inkompatibler Substanzen. Viele Industriechemikalien reagieren aggressiv bei Kontakt mit anderen Stoffgruppen – beispielsweise Säuren mit Laugen, Oxidationsmittel mit organischen Lösungsmitteln oder brennbare Flüssigkeiten mit starken Oxidationsmitteln. Diese Reaktionen können zur Freisetzung giftiger Gase, Explosionen oder Bränden führen, die nicht nur das Lager, sondern auch die Gesundheit der Mitarbeiter gefährden.

Die Prävention besteht in der konsequenten Einhaltung von Kompatibilitätstabellen und der Trennung von Substanzen nach ihren chemischen Eigenschaften. Die Grundregel lautet: Säuren getrennt von Basen, brennbare Stoffe getrennt von Oxidationsmitteln und reaktive Chemikalien getrennt von stabilen lagern. Wichtig ist auch, darauf zu achten, dass Behälter mit gefährlichen Stoffen nicht übereinander gelagert werden – im Falle eines Austritts könnte es zur Kontamination anderer Rohstoffe kommen. Für mehr Sicherheit ist es ratsam, separate Lagerbereiche oder zumindest physische Barrieren wie Trennwände oder separate Regale mit klarer Kennzeichnung zu verwenden.

6. Vernachlässigung der regelmäßigen Kontrolle von Verpackungen und Leckagen

Auch scheinbar intakte Verpackungen können mit der Zeit degradieren, insbesondere wenn sie ungünstigen Bedingungen wie hoher Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen oder mechanischer Belastung ausgesetzt sind. Kunststoffkanister können spröde werden, Metallfässer korrodieren und Papiersäcke reißen. Die Vernachlässigung der regelmäßigen Kontrolle von Verpackungen kann zu Leckagen, Kontamination des Lagers oder sogar zu chemischen Reaktionen mit anderen Substanzen führen. Dies entwertet nicht nur die Rohstoffe, sondern erhöht auch das Risiko von Arbeitsunfällen und Umweltschäden.

Es wird empfohlen, ein System regelmäßiger Kontrollen einzuführen, bei denen die Unversehrtheit der Verpackungen, die Dichtheit der Verschlüsse und mögliche Anzeichen von Korrosion oder Verformung überprüft werden. Die Kontrollen sollten mindestens einmal monatlich durchgeführt werden, bei hochreaktiven oder toxischen Substanzen jedoch häufiger. Im Falle einer festgestellten Beschädigung ist es notwendig, den Inhalt sofort in eine neue Verpackung umzufüllen und die beschädigte Verpackung gemäß den geltenden Vorschriften zu entsorgen. Zur besseren Nachverfolgung ist es ratsam, ein Kontrollprotokoll zu führen und den Zustand jeder Verpackung zu dokumentieren, einschließlich des Datums der letzten Kontrolle und etwaiger Mängel.

7. Unterschätzung der Brandsicherheit und unzureichender Schutz vor Entzündung

Brennbare chemische Rohstoffe wie Lösemittel, Alkohole oder bestimmte Tenside stellen ein erhebliches Brandrisiko dar, wenn sie nicht gemäß den Brandschutzvorschriften gelagert werden. Ein häufiger Fehler ist die Lagerung dieser Substanzen in der Nähe von Wärmequellen, elektrischen Leitungen oder in Räumen ohne ausreichende Belüftung. Ein weiteres Problem ist die unzureichende Ausstattung mit Löschmitteln oder deren falsche Platzierung – beispielsweise Feuerlöscher außerhalb der Reichweite oder ein ungeeigneter Löschmitteltyp für die jeweilige Brandklasse.

Zur Minimierung des Risikos ist es unerlässlich, einige grundlegende Regeln zu beachten: Brennbare Flüssigkeiten sollten in separaten, gut belüfteten Räumen mit einer Temperatur unter 25 °C, fern von Zündquellen oder offenem Feuer gelagert werden. Elektrische Installationen in diesen Räumen müssen in explosionsgeschützter Ausführung (ATEX) ausgeführt sein. Darüber hinaus ist es notwendig, geeignete Löschmittel wie Pulver- oder CO₂-Feuerlöscher bereitzuhalten und die Mitarbeiter regelmäßig in deren Verwendung zu schulen. Nicht zuletzt ist es wichtig, eine Brandschutzordnung und einen Evakuierungsplan zu erstellen, der regelmäßig aktualisiert und geübt wird.

Die richtige Lagerung beginnt mit fachkundiger Beratung

Jeder chemische Rohstoff hat spezifische Lageranforderungen, die detailliert in den Sicherheitsdatenblättern (SDS) und technischen Spezifikationen aufgeführt sind. Die GCG Group stellt zu jedem Produkt vollständige Dokumentation bereit und berät Sie bei der Optimierung der Lagerbedingungen, damit Ihre Rohstoffe während der gesamten Haltbarkeitsdauer stabil und sicher bleiben. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt den Katalog mit über 1 300 Produkten an.

Anfragekorb

0 Produkte

Der Korb ist leer

Fügen Sie Produkte aus dem Katalog hinzu

Favoriten

0 Produkte

Noch keine Favoriten

Klicken Sie auf das Herz-Symbol bei einem Produkt, um es hier zu speichern