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5 kritische Fehler bei der Lagerung und Handhabung von Beschichtungsstoffen und Tinten, die Qualität und Sicherheit gefährden
Praktische Tipps 23. 7. 2026 Redakce GCG Chemicals

5 kritische Fehler bei der Lagerung und Handhabung von Beschichtungsstoffen und Tinten, die Qualität und Sicherheit gefährden

Falsche Lagerung von Beschichtungsstoffen und Tinten kann zur Degradation der Eigenschaften, zum Stabilitätsverlust oder sogar zu Sicherheitsrisiken führen. Wie lassen sich diese Fehler vermeiden und die Langlebigkeit der Rohstoffe sicherstellen?

5 kritische Fehler bei der Lagerung und Handhabung von Beschichtungsstoffen und Tinten, die Qualität und Sicherheit gefährden

Foto: Patrick Hendry / Unsplash

Beschichtungsstoffe und Tinten sind empfindliche chemische Systeme, deren Eigenschaften durch Lagerungs- und Handhabungsbedingungen maßgeblich beeinflusst werden können. Schon kleine Abweichungen von den empfohlenen Verfahren – sei es bei der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit oder der Handhabung der Gebinde – können zu irreversiblen Veränderungen wie Sedimentation, Koagulation, Viskositätsverlust oder sogar Selbstentzündung führen. Für Hersteller und Verarbeiter ist es daher entscheidend, die technischen Spezifikationen des Lieferanten sowie die allgemeinen Grundsätze der sicheren Lagerung einzuhalten. In diesem Artikel befassen wir uns mit fünf häufigen Fehlern, die die Qualität der Rohstoffe und die Sicherheit der Mitarbeiter gefährden können, und zeigen auf, wie man ihnen wirksam vorbeugen kann.

1. Nichteinhaltung der Temperaturbedingungen: Wie Hitze und Kälte die Eigenschaften von Beschichtungsstoffen verändern

Die Temperatur ist einer der kritischsten Faktoren, die die Stabilität und Leistung von Beschichtungsstoffen und Tinten beeinflussen. Zu hohe Temperaturen beschleunigen chemische Reaktionen im Material, was zu vorzeitigem Austrocknen, erhöhter Viskosität oder sogar zum Abbau von Polymeren führen kann. Beispielsweise verlieren Dispersionsfarben, die bei Temperaturen über 30 °C gelagert werden, häufig ihre rheologischen Eigenschaften, was die Anwendung erschwert und das Enderscheinungsbild der Beschichtung verschlechtert. Niedrige Temperaturen, insbesondere unter dem Gefrierpunkt, können hingegen zur Trennung der Komponenten, Kristallisation oder irreversiblen Veränderungen der Konsistenz führen. Wasserverdünnbare Systeme sind in dieser Hinsicht besonders empfindlich – Frost kann zu irreversiblen Schäden der Emulsion führen.

Der empfohlene Temperaturbereich für die meisten Beschichtungsstoffe liegt zwischen 5 °C und 25 °C, wobei einige Spezialprodukte (z. B. UV-Tinten oder Epoxid-Systeme) eine noch strengere Kontrolle erfordern. Lagerräume sollten mit Klimaanlagen oder Heizungen mit Thermostat ausgestattet und regelmäßig überwacht werden. Wichtig ist auch, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, die die Temperatur in den Behältern lokal erhöhen kann. Bei der Handhabung von Materialien unter extremen Bedingungen (z. B. im Winter) ist es ratsam, sie vor der Verwendung mindestens 24 Stunden in einer kontrollierten Umgebung akklimatisieren zu lassen.

2. Unsachgemäßes Verschließen von Gebinden: Warum schon eine kleine Undichtigkeit große Probleme bedeutet

Schon eine scheinbar geringe Undichtigkeit des Gebindes kann fatale Auswirkungen auf die Qualität von Beschichtungsstoffen und Tinten haben. Bei Kontakt mit der Umgebungsluft kommt es zu Oxidation, Verdunstung von Lösemitteln oder Feuchtigkeitsaufnahme, was zur Bildung einer Oberflächenhaut, Veränderung der Viskosität oder zum Verlust der Hafteigenschaften führt. Bei Zweikomponenten-Systemen kann vorzeitiger Kontakt mit Feuchtigkeit eine unerwünschte Polymerisation noch vor dem Mischen der Komponenten auslösen. Polyurethan-Beschichtungen sind beispielsweise extrem feuchtigkeitsempfindlich – schon eine geringe Menge Wasserdampf kann zur Blasenbildung oder unzureichenden Aushärtung führen.

Grundlage der Prävention ist die Verwendung von Originalgebinden mit hochwertigen Dichtungen und die regelmäßige Kontrolle der Verschlüsse. Nach jeder Entnahme muss das Gebinde sorgfältig verschlossen und gegebenenfalls mit Folie überklebt werden, um die Hermetizität zu gewährleisten. Bei großen Behältern (z. B. Fässern) empfiehlt es sich, Inertgase (Stickstoff) zum Verdrängen der Luft über dem Flüssigkeitsspiegel zu verwenden. Wichtig ist auch, die Gebinde stets in aufrechter Position zu lagern, um das Risiko eines Undichtwerdens der Dichtung zu minimieren. Beim Umfüllen von Materialien sollte schnell gearbeitet und sauberes, trockenes Werkzeug verwendet werden, um Kontaminationen zu vermeiden.

2. Unsachgemäßes Verschließen von Gebinden: Warum schon kleine Undichtigkeiten große Probleme verursachen

Foto: Ricardo Gomez Angel / Unsplash

3. Missachtung der Materialverträglichkeit: Wenn die Chemie sich gegen Sie wendet

Eine falsche Kombination von Materialien bei der Lagerung oder Handhabung kann zu chemischen Reaktionen mit unvorhersehbaren Folgen führen. Beispielsweise kann der Kontakt saurer Komponenten (z. B. Katalysatoren) mit alkalischen Beschichtungsstoffen zur Gelierung oder Bildung unerwünschter Salze führen. Ebenso können einige Lösemittel die Struktur von Kunststoffbehältern beeinträchtigen, was zu deren Rissbildung oder zur Freisetzung von Verunreinigungen in das Material führt. Bei Tinten kann es bei Kontakt mit inkompatiblen Additiven zur Ausfällung von Pigmenten oder zur Veränderung des Farbtons kommen.

Vor der Lagerung oder Handhabung ist es unerlässlich, die Kompatibilität aller Materialien gemäß den Sicherheitsdatenblättern und technischen Spezifikationen zu überprüfen. Grundsätzlich gilt, dass aggressive Chemikalien (Säuren, Basen, starke Lösemittel) getrennt von anderen Produkten gelagert werden sollten. Metallbehälter eignen sich für die meisten organischen Lösemittel, während Kunststoffbehälter (z. B. aus HDPE) für wasserverdünnbare Systeme bevorzugt werden. Beim Umfüllen oder Mischen sollten nur zugelassene Behälter und Werkzeuge verwendet werden, die keine Rückstände vorheriger Materialien enthalten. Im Zweifelsfall ist es ratsam, eine Probemischung in kleiner Menge durchzuführen und mögliche Veränderungen zu beobachten.

4. Vernachlässigung der Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit: Wie der Überblick über Hunderte Liter Material verloren geht

In einer industriellen Umgebung, in der mit Dutzenden verschiedener Beschichtungsstoffe und Tinten umgegangen wird, sind eine präzise Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit entscheidend für die Gewährleistung von Qualität und Sicherheit. Fehlende oder falsche Etiketten können zur Verwechslung von Materialien führen, was mangelhafte Beschichtungen, Reklamationen oder sogar Sicherheitsvorfälle zur Folge hat. Beispielsweise kann die Verwendung eines falschen Härters in einem Epoxid-System zu unzureichender Aushärtung oder Toxizität der resultierenden Beschichtung führen. Gemäß den Vorschriften REACH und CLP muss jeder Behälter mit dem Produktnamen, Gefahrenpiktogrammen, Anweisungen für die sichere Handhabung und dem Verfallsdatum gekennzeichnet sein.

Das Kennzeichnungssystem sollte nicht nur grundlegende Informationen umfassen, sondern auch Angaben zur Charge, zum Öffnungsdatum und zu eventuellen Anpassungen (z. B. Verdünnung). Es empfiehlt sich, Farbcodes oder Barcodes für eine schnelle Identifizierung zu verwenden. Elektronische Lagerverwaltungssysteme können die Rückverfolgbarkeit erheblich erleichtern und das Fehlerrisiko minimieren. Wichtig ist auch, die Aktualität der Kennzeichnung regelmäßig zu überprüfen und veraltete oder beschädigte Etiketten zu entfernen. Beim Umfüllen von Materialien in kleinere Behälter müssen alle Informationen vom ursprünglichen Gebinde, einschließlich der Sicherheitshinweise, sofort übertragen werden.

4. Vernachlässigung der Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit: Wie der Überblick über Hunderte Liter Material verloren geht

Foto: American Public Power Association / Unsplash

Überschreitung der Lagerdauer: Wenn die Zeit gegen die Qualität arbeitet

Jeder Beschichtungsstoff oder jede Druckfarbe hat eine definierte Lagerdauer, während der der Hersteller die Stabilität der Eigenschaften garantiert. Eine Überschreitung dieser Frist ist jedoch nicht nur eine formale Angelegenheit – sie kann zu irreversiblen Veränderungen in der Materialstruktur führen. Bei wasserverdünnbaren Beschichtungen kommt es beispielsweise zu einer allmählichen Sedimentation von Pigmenten und Füllstoffen, während bei lösemittelhaltigen Systemen flüchtige Bestandteile verdampfen können, wodurch sich die Viskosität und die Anwendungseigenschaften verändern. Bei reaktiven Systemen wie zweikomponentigen Epoxid- oder Polyurethanharzen kann es zu einer vorzeitigen Polymerisation kommen, was deren weitere Verwendung unmöglich macht.

Das Problem liegt oft in einer unzureichenden Kontrolle der Lagerbestände. Viele Unternehmen lagern Materialien nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, was dazu führt, dass ältere Chargen länger gelagert werden, als empfohlen. Die Lösung besteht in der Einführung eines FIFO-Systems (First In, First Out) und einer regelmäßigen Inventur mit Fokus auf das Verfallsdatum. Bei einigen Materialien kann die Qualität durch standardisierte Prüfmethoden, wie die Messung der Viskosität oder Haftungstests, überprüft werden, aber es ist immer besser, Problemen durch die Einhaltung der empfohlenen Lagerdauer vorzubeugen.

Ungeeignetes Mischen und Homogenisieren: Wie eine ganze Charge unnötig entwertet wird

Beschichtungsstoffe und Druckfarben sind oft Mehrkomponentensysteme, bei denen die gleichmäßige Verteilung von Pigmenten, Füllstoffen und Additiven entscheidend für die endgültige Qualität ist. Falsches Mischen kann zur Bildung von Klumpen, Sedimentation oder ungleichmäßiger Verteilung funktioneller Zusätze führen, was sich erst bei der Anwendung zeigt – beispielsweise durch schlechte Deckkraft, ungleichmäßigen Glanz oder verringerte Beständigkeit. Bei einigen Materialien, insbesondere solchen mit hohem Feststoffgehalt, kann unzureichendes Mischen sogar zu einer dauerhaften Schädigung der Struktur führen.

Die Grundregel besteht darin, ein geeignetes Rührwerk zu verwenden, das eine ausreichende Intensität und Gleichmäßigkeit des Rührens gewährleistet, ohne Luft einzutragen. Für viskose Materialien sind langsam laufende Rührer mit geeigneter Schaufelform ideal, während für niedrigviskose Systeme ein schnelleres Rühren ausreicht. Wichtig ist auch die Einhaltung der empfohlenen Rührdauer – zu kurzes Rühren führt nicht zur Homogenisierung, zu langes kann zu übermäßiger Erwärmung oder mechanischer Degradation des Materials führen. Bei Zweikomponentensystemen ist zudem die Einhaltung des richtigen Mischungsverhältnisses und der Reihenfolge der Komponentenmischung entscheidend, um eine vorzeitige Reaktion zu vermeiden.

Unzureichender Schutz vor Kontamination: Wie eine kleine Verunreinigung die gesamte Charge ruiniert

Die Kontamination von Beschichtungsstoffen und Tinten ist eines der häufigsten, aber gleichzeitig am meisten unterschätzten Risiken. Schon eine kleine Menge an Fremdstoffen – Staub, Feuchtigkeit, Reste eines anderen Materials oder sogar Metallpartikel von Werkzeugen – kann eine gesamte Charge unbrauchbar machen. Bei wasserverdünnbaren Systemen kann Kontamination mikrobielles Wachstum verursachen, das zu unangenehmem Geruch, pH-Wert-Änderungen oder sogar zum Abbau des Bindemittels führt. Bei lösemittelhaltigen Systemen können unerwünschte chemische Reaktionen auftreten, die die Farbe, Viskosität oder die Applikationseigenschaften verändern.

Die Vermeidung von Kontamination beginnt bereits bei der Handhabung der Materialien. Behälter und Werkzeuge sollten sauber, trocken und ausschließlich für einen bestimmten Materialtyp vorgesehen sein. Beim Umfüllen ist es ratsam, Filter oder Siebe zu verwenden, die mechanische Verunreinigungen auffangen. Lagerräume sollten sauber gehalten werden, mit minimaler Staubbelastung und ohne Anwesenheit anderer Chemikalien, die mit den Beschichtungsstoffen reagieren könnten. Bei empfindlichen Materialien wie UV-Tinten oder Zweikomponentensystemen ist es zudem wichtig, sie vor Licht oder Feuchtigkeit durch geeignete Verpackungen und Lagerbedingungen zu schützen.

Wie gewährleisten Sie die Stabilität und Sicherheit Ihrer Rohstoffe?

Jeder Beschichtungsstoff oder jede Tinte erfordert einen individuellen Ansatz – von den Lagerbedingungen bis zur richtigen Handhabung. Die GCG Group stellt zu jedem gelieferten Rohstoff detaillierte technische und Sicherheitsdatenblätter mit konkreten Empfehlungen bereit und steht Ihnen gerne zur Verfügung, um die Prozesse in Ihrem Betrieb zu optimieren. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt den Katalog mit über 1 300 Produkten an.

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