5 unerwartete Fehler bei der Lagerung von Industrieschmierstoffen, die ihre Lebensdauer verkürzen
Auch hochwertige Schmierstoffe und Öle verlieren ihre Wirksamkeit durch falsche Lagerung. Erfahren Sie, welche scheinbaren Kleinigkeiten zu Additivabbau, Kontamination oder Viskositätsverlust führen können – und wie Sie diese vermeiden.
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Industrieschmierstoffe und -öle sind so konzipiert, dass sie extremen Bedingungen standhalten – hohen Temperaturen, Druck oder chemischer Belastung. Dennoch wird ihre Lebensdauer häufig durch Fehler verkürzt, die bereits vor der eigentlichen Verwendung auftreten. Eine unsachgemäße Lagerung kann zum Abbau von Additiven, zum Verlust der Viskosität oder zur Kontamination führen, was sich in verminderter Leistung, erhöhtem Maschinenverschleiß oder sogar Ausfällen äußert. Viele dieser Probleme sind jedoch leicht vermeidbar, wenn einige grundlegende, aber oft vernachlässigte Regeln beachtet werden.
1. Unterschätzung des Temperatureinflusses: Wenn Extreme die Qualität zerstören
Industrieschmierstoffe sind so konzipiert, dass sie einem breiten Bereich von Betriebstemperaturen standhalten, doch ihre Lagerung erfordert stabile Bedingungen. Zu hohe Temperaturen (über 40 °C) beschleunigen oxidative Prozesse, die zum Abbau von Grundölen und Additiven führen. Niedrige Temperaturen (unter 0 °C) hingegen können die Kristallisation bestimmter Komponenten verursachen, insbesondere bei Schmierstoffen mit hohem Paraffinanteil. Das Ergebnis ist ein Verlust der Homogenität und eine verringerte Wirksamkeit bei der Anwendung. Die ideale Lagertemperatur liegt zwischen 15–25 °C, wobei die Schwankungen innerhalb von 24 Stunden ±5 °C nicht überschreiten sollten.
Probleme treten häufig in nicht isolierten Lagern oder bei der Platzierung von Fässern in der Nähe von Wärmequellen (z. B. Heizungen, Sonneneinstrahlung) auf. Die Lösung besteht in der Nutzung klimatisierter Räume oder zumindest in Abschirmung und Isolierung. Bei empfindlichen Produkten wie synthetischen Ölen oder Schmierstoffen mit hohem Additivgehalt ist es ratsam, die Temperatur kontinuierlich mit Datenloggern zu überwachen. Denken Sie daran, dass selbst kurzzeitige Exposition gegenüber Extremen die Lebensdauer des Schmierstoffs um bis zu 30 % verkürzen kann.
2. Vernachlässigung der Kontamination: Wie Staub und Feuchtigkeit Schmierstoffe zerstören
Kontamination ist der stille Feind von Industrieschmierstoffen. Staub, Feuchtigkeit oder sogar Rückstände anderer Chemikalien können irreversible Veränderungen in der Zusammensetzung des Schmierstoffs verursachen. Feuchtigkeit fördert beispielsweise das Wachstum von Mikroorganismen, die organische Bestandteile zersetzen, und beschleunigt gleichzeitig die Korrosion von Metallpartikeln in den Additiven. Staubpartikel erhöhen wiederum die Reibung und den Verschleiß von Maschinenkomponenten bei der Verwendung kontaminierter Schmierstoffe.
Die häufigste Quelle der Kontamination sind offene oder beschädigte Gebinde. Fässer sollten stets verschlossen und mit den originalen Dichtungen gelagert werden. Falls Schmiermittel umgefüllt werden muss, sollte dies in einer sauberen Umgebung mit dafür vorgesehenen Werkzeugen erfolgen. Bei sensiblen Anwendungen wie Hydraulikölen wird empfohlen, Filter mit einer Porengröße unter 10 Mikron zu verwenden. Die regelmäßige Kontrolle der Gebinde und Lagerräume auf Feuchtigkeit oder Verunreinigungen sollte selbstverständlich sein.
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3. Unsachgemäße Lagerung in offenen Behältern: Warum Luft ein Problem darstellt
Offene Behälter sind eine der häufigsten Ursachen für vorzeitige Alterung von Schmierstoffen. Die Exposition gegenüber Luft führt zur Oxidation, die die Viskosität verändert und die Wirksamkeit der Additive verringert. Beispielsweise werden Antioxidantien, die den Schmierstoff vor dem Abbau schützen, bei Kontakt mit Luft schneller verbraucht. Bei Schmierstoffen auf Mineralölbasis kann die Oxidation zur Bildung von Schlämmen führen, die Filter verstopfen und Maschinen beschädigen.
Falls die Lagerung von Schmierstoffen in offenen Behältern notwendig ist (z. B. bei häufiger Entnahme), verwenden Sie Behälter mit minimaler, der Luft ausgesetzter Oberfläche und für möglichst kurze Zeit. Ideal sind Behälter mit inertem Gas (z. B. Stickstoff), das die Luft verdrängt und oxidative Prozesse verlangsamt. Verwenden Sie bei Fässern mit Schmierstoffen stets dicht schließende Deckel und verschließen Sie diese sofort nach jeder Entnahme. Denken Sie daran, dass bereits eine kleine Menge Luft im Behälter die Lebensdauer des Schmierstoffs um Dutzende Prozent verringern kann.
4. Ignorieren des Verfallsdatums: Warum Schmierstoff kein Wein ist
Im Gegensatz zu Wein verbessern sich Schmierstoffe mit der Zeit nicht. Jeder Industrieschmierstoff hat eine festgelegte Lagerdauer, die je nach Typ und Zusammensetzung normalerweise zwischen 12 und 36 Monaten liegt. Nach Ablauf dieser Zeit kommt es zur allmählichen Degradation der Additive und Grundöle, was zu einer Leistungsminderung führt. Beispielsweise können Schmierstoffe mit hohem Gehalt an EP-Additiven (Extreme Pressure) bereits nach 18 Monaten ihre Eigenschaften verlieren.
Das Problem tritt häufig auf, wenn Unternehmen Schmierstoffe „zur Sicherheit“ länger lagern, als empfohlen wird. Die Lösung ist ein Bestandsverwaltungssystem nach dem FIFO-Prinzip (First In, First Out), das sicherstellt, dass ältere Bestände zuerst verbraucht werden. Auf den Verpackungen sollten stets das Herstellungsdatum und die empfohlene Lagerdauer angegeben sein. Ist das Datum unleserlich oder fehlt es, ist es besser, das Schmiermittel nicht zu verwenden. Bei kritischen Anwendungen wie Turbinen oder Hydrauliksystemen wird empfohlen, vor der Verwendung älterer Bestände eine Laboranalyse durchzuführen.
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Mischen inkompatibler Schmierstoffe: Wenn 1+1 nicht 2 ergibt
Einer der häufigsten, aber gleichzeitig am wenigsten offensichtlichen Fehler ist die Kombination verschiedener Schmierstofftypen ohne Überprüfung ihrer Verträglichkeit. Beispielsweise kann das Mischen von Mineralölen mit synthetischen Ölen oder Lithium-basierten Schmierstoffen mit Calcium-basierten zu chemischen Reaktionen führen, die die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Das Ergebnis ist oft die Bildung von Schlamm, der Verlust der Schmierfähigkeit oder sogar die Beschädigung von Maschinenkomponenten. Vor dem Mischen ist es unerlässlich, die technischen Datenblätter der Hersteller zu konsultieren oder einen Laborverträglichkeitstest nach Standardmethoden durchzuführen.
In der Praxis begegnen wir häufig Fällen, in denen Techniker Schmierstoffe eines anderen Typs „nachfüllen“, um Zeit oder Kosten zu sparen. Dies kann jedoch den gegenteiligen Effekt haben – statt die Lebensdauer der Maschine zu verlängern, kommt es zu vorzeitigem Verschleiß. Wenn ein Mischen nicht vermieden werden kann, empfiehlt sich zumindest ein schrittweiser Austausch des Schmierstoffs mit gründlicher Spülung des Systems. Es ist immer besser, in den richtigen Schmierstoff zu investieren, als kostspielige Reparaturen zu riskieren.
Unangemessene Schmierstoffmenge: Warum mehr nicht immer besser ist
Überraschend oft trifft man auf die Überzeugung, dass „je mehr Schmierstoff, desto besser der Schutz“. In Wirklichkeit kann eine übermäßige Menge jedoch zu Überhitzung, erhöhtem Widerstand oder sogar zu Undichtigkeiten führen. Bei Wälzlagern beispielsweise führt eine Überfettung zu übermäßiger Reibung, was die Temperatur erhöht und die Oxidation des Öls beschleunigt. Die optimale Menge hängt vom Maschinentyp, den Betriebsbedingungen und den Empfehlungen des Herstellers ab – sie liegt in der Regel zwischen 30–50 % des freien Raums im Lager.
Unzureichende Schmierung führt hingegen zu ungenügendem Verschleißschutz und kann zum Fressen von Bauteilen führen. Die Lösung besteht in der regelmäßigen Kontrolle des Schmierstoffstands und der Einhaltung präziser Dosierungen bei der automatischen Schmierung. Moderne Überwachungssysteme für Schmierstoffe ermöglichen die Echtzeitüberwachung von Viskosität, Verunreinigungsgehalt und anderen Parametern, wodurch optimale Bedingungen aufrechterhalten werden. Eine präzise Dosierung spart Kosten und verlängert die Lebensdauer sowohl des Schmierstoffs als auch der Anlage selbst.
Vernachlässigung der regelmäßigen Wartung von Lagerbehältern: Wenn selbst der Behälter den Inhalt beeinträchtigen kann
Lagerbehälter für Schmierstoffe unterliegen oft einer Routine – einmal befüllt, kümmert sich lange niemand mehr darum. Dabei kann bereits eine kleine Menge an Rückständen des alten Schmierstoffs, Staub oder Feuchtigkeit an den Behälterwänden die neue Charge kontaminieren. Beispielsweise beschleunigen Rückstände von Oxidationsprodukten aus dem vorherigen Schmierstoff die Degradation des frischen Öls. Regelmäßige Reinigung der Behälter nach empfohlenen Verfahren (z. B. Spülen mit einem neutralen Lösungsmittel und Trocknung) ist daher entscheidend für die Erhaltung der Qualität.
Ein weiteres Problem sind ungeeignete Behältermaterialien. Einige Schmierstoffe können mit Kunststoffen oder Gummi reagieren, was zur Freisetzung unerwünschter Substanzen in das Öl führt. Ideal sind Behälter aus Edelstahl oder speziell behandelten Metallen mit inertem Oberflächenfinish. Wichtig ist auch die Dichtheit des Deckels – selbst eine kleine Undichtigkeit ermöglicht das Eindringen von Feuchtigkeit und Staub. Die Investition in hochwertige Lagerbehälter lohnt sich, da sie nicht nur den Schmierstoff, sondern auch den gesamten Produktionsprozess schützen.
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