GCG Group
StartseiteNewsAdjuvantien in der Agrochemie: Risiken bei Handhabung und Lagerung minimieren für eine sicherere Anwendung
Adjuvantien in der Agrochemie: Risiken bei Handhabung und Lagerung minimieren für eine sicherere Anwendung
Betriebssicherheit 4. 8. 2026 Redakce GCG Chemicals

Adjuvantien in der Agrochemie: Risiken bei Handhabung und Lagerung minimieren für eine sicherere Anwendung

Der richtige Umgang mit Adjuvantien ist entscheidend für die Sicherheit der Mitarbeiter sowie die Wirksamkeit von Pestizidformulierungen. Wie lässt sich Kontamination, Degradation und gefährlichen Reaktionen bei Lagerung und Mischung vorbeugen?

Adjuvanzien in der Agrarchemie: Risiken bei Handhabung und Lagerung minimieren für eine sicherere Anwendung

Foto: Carl Nenzen Loven / Unsplash

Adjuvanzien spielen in der Agrarchemie eine unverzichtbare Rolle – sie erhöhen die Wirksamkeit von Pestiziden, verbessern die Haftung auf Pflanzen oder reduzieren die Verdunstung. Obwohl sie selbst oft nicht als hochgefährlich eingestuft werden, kann eine unsachgemäße Handhabung oder Lagerung zur Qualitätsminderung, zum Verlust der Wirksamkeit oder sogar zu unerwünschten chemischen Reaktionen führen. In Kombination mit Pestiziden können sie zudem das Risiko einer Kontamination von Boden, Wasser oder der Gesundheit der Mitarbeiter erhöhen. Dieser Artikel befasst sich mit praktischen Grundsätzen für die sichere Lagerung, Mischung und Anwendung von Adjuvanzien, um häufige Fehler zu vermeiden und ihre Funktionalität zu maximieren.

Was sind Adjuvanzien und warum erfordern sie besondere Aufmerksamkeit

Adjuvantien sind Hilfsstoffe, die Pestizidformulierungen zugesetzt werden, um deren Wirksamkeit, Stabilität oder Anwendungseigenschaften zu verbessern. Dazu gehören beispielsweise Netzmittel, Penetrationsmittel, Haftmittel, Schaumbildner oder Schaumstabilisatoren. Obwohl sie selbst keine pestizide Wirkung haben, bringen ihre chemische Natur – oft basierend auf Tensiden, organischen Lösungsmitteln oder Polymeren – spezifische Risiken bei der Handhabung und Lagerung mit sich. Diese Substanzen können brennbar, korrosiv, haut- und atemwegsreizend sein oder empfindlich auf Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen reagieren.

Besondere Aufmerksamkeit erfordern Adjuvantien auf Basis organischer Lösungsmittel, wie Alkohole oder Glykole, die bei unsachgemäßer Lagerung explosive Dämpfe bilden können. Eine weitere risikoreiche Gruppe sind stark alkalische oder saure Adjuvantien, die bei Haut- oder Schleimhautkontakt Verätzungen verursachen können. Daher ist es entscheidend, nicht nur den Zweck des Adjuvans in der jeweiligen Formulierung zu kennen, sondern auch seine physikalisch-chemischen Eigenschaften und die damit verbundenen Sicherheitsanforderungen gemäß der REACH- und CLP/GHS-Verordnung.

Sicherer Umgang mit Adjuvantien: Wichtige Verfahren und Schutzausrüstung

Beim Umgang mit Adjuvantien ist es unerlässlich, grundlegende Sicherheitsregeln einzuhalten, um das Risiko von Verletzungen oder Kontaminationen zu minimieren. Mitarbeiter sollten mit geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA) ausgestattet sein, einschließlich chemikalienbeständiger Handschuhe, Schutzbrillen mit Seitenschutz und Atemschutzmasken mit Filtern gegen organische Dämpfe, falls die Exposition gegenüber flüchtigen Substanzen droht. Für die Arbeit mit konzentrierten Adjuvantien wird die Verwendung von Schutzanzügen aus chemikalienbeständigen Materialien, wie Polyethylen oder Butylkautschuk, empfohlen.

Ein wichtiger Schritt ist auch die korrekte Dosierung und das Mischen von Adjuvantien mit Pestiziden. Es ist stets erforderlich, die Anweisungen des technischen Datenblatts des Herstellers zu befolgen und die empfohlenen Mischungsverhältnisse einzuhalten. Das Mischen sollte in gut belüfteten Räumen oder unter einem Abzug erfolgen, um das Einatmen von Dämpfen oder Aerosolen zu vermeiden. Beim Umfüllen von Adjuvantien empfiehlt es sich, Trichter mit Verschlüssen und antistatische Behälter zu verwenden, die das Risiko elektrostatischer Entladungen reduzieren, insbesondere bei entzündlichen Substanzen. Nach Abschluss der Arbeiten müssen alle Werkzeuge und Behälter gründlich gereinigt werden, um Kreuzkontaminationen vorzubeugen.

Sicherer Umgang mit Adjuvantien: Wichtige Verfahren und Schutzausrüstung

Foto: Atik sulianami / Unsplash

Lagerung von Adjuvantien: Bedingungen und Organisation zur Risikominimierung

Die richtige Lagerung von Adjuvantien ist entscheidend für die Erhaltung ihrer Stabilität und Sicherheit. Die Substanzen sollten in den originalen, gut verschlossenen Behältern aufbewahrt werden, die gemäß der CLP/GHS-Verordnung gekennzeichnet sind, einschließlich Warnsymbolen und Sicherheitshinweisen. Lagerräume müssen trocken, gut belüftet und vor direkter Sonneneinstrahlung, extremen Temperaturen und Feuchtigkeit geschützt sein. Die Lagertemperatur sollte im vom Hersteller empfohlenen Bereich liegen, normalerweise zwischen 5 °C und 25 °C, um einer Zersetzung oder der Bildung gefährlicher Nebenprodukte vorzubeugen.

Adjuvantien müssen getrennt von Lebensmitteln, Futtermitteln, Düngemitteln und anderen Chemikalien gelagert werden, die mit ihren Bestandteilen reagieren könnten. Entzündbare Adjuvantien müssen in separaten, feuergeschützten Räumen mit ausreichender Belüftung und Zugang zu Feuerlöschmitteln aufbewahrt werden. Für die Lagerung größerer Mengen empfiehlt sich die Verwendung von Regalsystemen mit Kennzeichnung und Trennung der einzelnen Substanztypen. Regelmäßige Lagerkontrollen, einschließlich der Überprüfung von Verfallsdaten und der Unversehrtheit der Verpackungen, helfen, Unfälle zu vermeiden und gewährleisten, dass die Adjuvantien während der gesamten Lagerdauer wirksam und sicher bleiben.

Notfallsituationen und Erste Hilfe bei Exposition gegenüber Adjuvantien

Auch bei Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen kann es zu einem Unfall kommen, daher ist es unerlässlich, einen Notfallplan bereitzuhalten. Im Falle eines Austritts von Adjuvantien muss die Kontaminationsquelle sofort gestoppt, der Raum belüftet und absorbierende Materialien wie Sand oder spezielle chemische Absorptionsmittel verwendet werden, um die Ausbreitung der Substanz zu verhindern. Bei der Handhabung ausgelaufener Adjuvantien müssen Schutzmittel verwendet werden, um Hautkontakt oder das Einatmen von Dämpfen zu vermeiden.

Bei Exposition gegenüber Adjuvantien ist schnelles Handeln entscheidend. Bei Hautkontakt muss die betroffene Stelle sofort mit reichlich Wasser abgespült und kontaminierte Kleidung entfernt werden. Bei Augenkontakt ist es notwendig, das Auge mindestens 15 Minuten lang auszuspülen und medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bei Einatmen von Dämpfen oder Aerosolen sollte die betroffene Person an die frische Luft gebracht und ihr Zustand überwacht werden. Bei Verschlucken eines Adjuvans ist es erforderlich, medizinische Hilfe aufzusuchen und das Sicherheitsdatenblatt der Substanz bereitzuhalten, das Informationen zur Ersten Hilfe und gegebenenfalls zur Antidot-Behandlung enthält. Es ist immer wichtig, das medizinische Personal über die Art des Adjuvans zu informieren, dem die betroffene Person ausgesetzt war.

Notfallsituationen und Erste Hilfe bei Exposition gegenüber Adjuvantien

Foto: benjamin lehman / Unsplash

Kompatibilität von Adjuvantien mit Pestizidformulierungen: Wie unerwünschte Reaktionen vermieden werden können

Adjuvantien sind so konzipiert, dass sie die Wirksamkeit von Pestizidformulierungen verbessern, doch ihre falsche Kombination kann zu chemischen Reaktionen führen, die nicht nur die Anwendungseffizienz, sondern auch die Sicherheit der Mitarbeiter gefährden. Vor dem Mischen ist es unerlässlich, die Kompatibilität der einzelnen Komponenten anhand der technischen Datenblätter der Hersteller zu überprüfen. Einige Adjuvantien, beispielsweise auf Basis von Silikontensiden, können mit bestimmten Wirkstoffen in Pestiziden reagieren, was zur Bildung von Sedimenten, Schaumbildung oder sogar zur Freisetzung toxischer Gase führt. Diese Reaktionen äußern sich häufig durch Farbveränderungen, Trübungen oder die Trennung der Mischung – klare Anzeichen dafür, dass die Mischung nicht stabil ist und nicht verwendet werden sollte.

Um die Risiken zu minimieren, wird empfohlen, einen sogenannten „Jar-Test“ durchzuführen – einen einfachen Labortest, bei dem eine kleine Menge Adjuvans und Pestizid in einem durchsichtigen Behälter gemischt und das Verhalten der Mischung über 24 Stunden beobachtet wird. Treten keine unerwünschten Veränderungen auf, kann die Mischung als kompatibel angesehen werden. Dieser Test sollte immer durchgeführt werden, wenn sich der Lieferant des Adjuvans oder die Zusammensetzung der Pestizidformulierung ändert. Wichtig ist auch, die empfohlenen Mischungsverhältnisse einzuhalten, da eine übermäßige Menge an Adjuvans die Stabilität der Mischung beeinträchtigen und das Risiko einer Exposition der Mitarbeiter gegenüber toxischen Substanzen erhöhen kann.

Schulung und Aufklärung: Der Schlüssel zur sicheren Arbeit mit Adjuvantien in der Agrochemie

Sicherheit im Umgang mit Adjuvantien ist nicht nur eine Frage der richtigen Ausrüstung, sondern auch des Wissens und der verantwortungsvollen Haltung der Mitarbeiter. Regelmäßige Schulungen der Beschäftigten sollten nicht nur theoretische Informationen über die Eigenschaften und Risiken der einzelnen Substanzen umfassen, sondern auch praktische Vorführungen des korrekten Umgangs, einschließlich Simulationen von Notfallsituationen. Die Mitarbeiter sollten mit den Sicherheitsdatenblättern (SDS) vertraut sein und in der Lage sein, diese richtig zu interpretieren, insbesondere im Hinblick auf Anweisungen für Erste Hilfe, Lagerung und Entsorgung. Ein wichtiger Bestandteil der Schulung ist auch die Aufklärung über langfristige Gesundheitsrisiken, wie beispielsweise Sensibilisierung oder chronische Schädigungen der Leber oder Nieren bei wiederholter Exposition.

In der Praxis hat sich die Einführung eines Systems „verpflichtender Kenntnisse“ bewährt, bei dem jeder Mitarbeiter vor Beginn der Arbeit mit Adjuvantien Kenntnisse über grundlegende Verfahren nachweisen muss. Dazu gehört beispielsweise die korrekte Verwendung persönlicher Schutzausrüstung (PSA), Verfahren bei Stoffaustritt oder die Grundsätze des sicheren Mischens. Schulungen sollten regelmäßig wiederholt werden, idealerweise mindestens einmal jährlich, und immer dann aktualisiert werden, wenn sich Änderungen bei den verwendeten Substanzen oder Vorschriften ergeben. Die Investition in die Weiterbildung der Mitarbeiter zahlt sich vielfach aus, indem sie die Anzahl der Arbeitsunfälle verringert und die Arbeitseffizienz steigert.

Ökologische Aspekte der Lagerung und Entsorgung von Adjuvantien: Wie der Einfluss auf die Umwelt minimiert werden kann

Adjuvantien können, ebenso wie Pestizide, ein Risiko für die Umwelt darstellen, wenn sie nicht ordnungsgemäß gelagert und entsorgt werden. Austritte von Substanzen in den Boden oder in Gewässer können zu Kontaminationen und langfristigen ökologischen Schäden führen. Daher ist es unerlässlich, strenge Lagerungsgrundsätze einzuhalten, die nicht nur die richtigen Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen umfassen, sondern auch den Schutz vor mechanischer Beschädigung der Verpackungen. Lagerräume sollten mit einem undurchlässigen Boden mit Ablauf in einen Rückhaltebehälter ausgestattet sein, der im Havariefall den Austritt von Substanzen in die Kanalisation oder den umliegenden Boden verhindert.

Die Entsorgung von Adjuvantienresten und leeren Verpackungen muss gemäß der geltenden Gesetzgebung erfolgen, die in der Regel die Übergabe an ein spezialisiertes Unternehmen zur Entsorgung gefährlicher Abfälle vorschreibt. Reste von Substanzen dürfen niemals in die Kanalisation, den Boden oder Gewässer entsorgt oder unter unkontrollierten Bedingungen verbrannt werden, da dies zur Freisetzung giftiger Stoffe in die Atmosphäre führen kann. Leere Verpackungen müssen gründlich ausgespült und anschließend gemäß den Anweisungen des Herstellers entsorgt werden. Um den ökologischen Fußabdruck zu verringern, ist es ratsam, Adjuvantien mit einem geringeren Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und solche, die biologisch abbaubar sind, zu bevorzugen, sofern dies die Anwendungseffizienz zulässt.

Benötigen Sie Beratung zur Auswahl oder Handhabung?

Jeder Adjuvans erfordert einen spezifischen Umgang und Lagerbedingungen. Die GCG Group stellt zu allen gelieferten Rohstoffen detaillierte Sicherheits- und technische Datenblätter mit Empfehlungen für die sichere Verwendung bereit. Unsere Experten beraten Sie gerne bei der Auswahl des geeigneten Typs für Ihre Anwendung und helfen, Prozesse zu optimieren. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt den Katalog mit über 1 300 Produkten an.

Anfragekorb

0 Produkte

Der Korb ist leer

Fügen Sie Produkte aus dem Katalog hinzu

Favoriten

0 Produkte

Noch keine Favoriten

Klicken Sie auf das Herz-Symbol bei einem Produkt, um es hier zu speichern