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Agrochemische Adjuvantien: Wie sie die Wirksamkeit von Pestiziden beeinflussen und was Sie darüber wissen müssen
Ratgeber 4. 8. 2026 Redakce GCG Chemicals

Agrochemische Adjuvantien: Wie sie die Wirksamkeit von Pestiziden beeinflussen und was Sie darüber wissen müssen

Adjuvantien spielen eine entscheidende Rolle für die Wirksamkeit von Pestizidformulierungen. Wie wählen Sie diese Substanzen richtig aus und kombinieren sie, um die Bioverfügbarkeit der Wirkstoffe zu maximieren und Verschwendung zu minimieren?

Agrochemische Adjuvantien: Wie sie die Wirksamkeit von Pestiziden beeinflussen und was Sie darüber wissen müssen

Foto: Arjun MJ / Unsplash

Pestizide sind die Grundlage des modernen Pflanzenschutzes, doch ihre Wirksamkeit hängt oft von Hilfsstoffen – agrochemischen Adjuvantien – ab. Diese Komponenten verbessern die Benetzbarkeit, Penetration oder Stabilität der Spritzbrühe und ermöglichen so eine Reduzierung der Wirkstoffdosierung bei gleichbleibender Effizienz. Dennoch begegnen wir in der Praxis häufigen Fehlern bei deren Auswahl oder Kombination, die zu geringerer Effektivität, Verschwendung oder sogar Schäden an den Kulturen führen. Welche Arten von Adjuvantien gibt es, wie funktionieren sie und worauf sollten Sie bei ihrer Anwendung achten?

Was sind agrochemische Adjuvantien und warum werden sie eingesetzt?

Agrochemische Adjuvantien sind spezielle Substanzen, die Pestizidformulierungen oder Applikationsmischungen zugesetzt werden, um deren Wirksamkeit, Stabilität oder Anwendungseigenschaften zu verbessern. Im Gegensatz zu den Wirkstoffen in Pestiziden haben sie selbst keine pestizide Wirkung, optimieren jedoch die Art und Weise, wie das Pestizid auf den Zielorganismus wirkt. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Schwächen des Pestizids selbst auszugleichen, wie z. B. schlechte Benetzbarkeit, geringe Penetration in pflanzliches Gewebe oder Instabilität in wässriger Umgebung. Typische Beispiele sind Tenside, Öle, Feuchthaltemittel, Haftmittel oder Schaumbildner, die je nach den spezifischen Anforderungen der Anwendung kombiniert werden.

Der Einsatz von Adjuvantien bietet mehrere entscheidende Vorteile. Sie erhöhen die Bedeckung und Retention der Spritzflüssigkeit auf den Blättern, was besonders bei wachsartigen oder behaarten Oberflächen wichtig ist, wo die Tropfen sonst abperlen oder reflektiert würden. Darüber hinaus verbessern sie das Eindringen der Wirkstoffe in die Pflanzen, wodurch deren systemische Wirkung gesteigert wird. Adjuvantien können auch Emulsionen oder Suspensionen stabilisieren, Verdunstung verhindern oder die Verteilung des Spritzmittels unter ungünstigen Witterungsbedingungen verbessern. Ein richtig gewähltes Adjuvans kann somit den benötigten Pestizidbedarf um bis zu 20–30 % reduzieren, was sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile mit sich bringt.

Wie wählen Sie das richtige Adjuvans für eine bestimmte Anwendung aus?

Die Auswahl des geeigneten Adjuvans hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Art des Pestizids, die Zielkultur, die Anwendungsbedingungen und die gewünschte Wirkung. Ein grundlegendes Kriterium ist die Kompatibilität mit dem Wirkstoff – einige Adjuvantien können beispielsweise bei empfindlichen Kulturen Phytotoxizität verursachen oder die Stabilität von Emulsionen verringern. Für Herbizide werden häufig ölige Adjuvantien verwendet, die die Penetration durch die wachsartige Kutikula von Unkräutern erhöhen, während bei Fungiziden und Insektiziden Tenside bevorzugt werden, die die Benetzbarkeit und Verteilung auf den Blättern verbessern.

Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Oberflächenspannung der Spritzbrühe. Standardwasser hat eine Oberflächenspannung von etwa 72 mN/m, was für eine effektive Benetzung von Pflanzenoberflächen zu hoch ist. Tensidbasierte Adjuvantien senken diese Spannung auf 30–40 mN/m, wodurch eine bessere Verteilung der Tropfen ermöglicht wird. Bei Kulturen mit dichtem Haarbesatz oder wachsartiger Beschichtung (z. B. Getreide, Kreuzblütler) werden Adjuvantien mit höherem Ölgehalt oder Silikontensiden empfohlen, die eine bessere Haftung gewährleisten. Es ist immer ratsam, einen vorherigen Kompatibilitäts- und Wirksamkeitstest auf einer kleinen Fläche durchzuführen.

Wie wählt man das richtige Adjuvans für eine bestimmte Anwendung aus?

Foto: Dibakar Roy / Unsplash

Wie beeinflussen Adjuvantien die Sicherheit und gesetzlichen Anforderungen?

Obwohl Adjuvantien keine aktiven Bestandteile von Pestiziden sind, unterliegen sie strengen gesetzlichen Anforderungen, insbesondere der REACH- und CLP/GHS-Verordnung. Hersteller und Vertreiber müssen sicherstellen, dass Adjuvantien die Anforderungen an Registrierung, Einstufung und Kennzeichnung gefährlicher Stoffe erfüllen. Dazu gehört die Bewertung der Toxizität, Ökotoxizität und des Bioakkumulationspotenzials. Einige Adjuvantien, insbesondere auf Basis organischer Lösungsmittel oder starker Tenside, können als reizend oder gesundheitsschädlich eingestuft werden, was entsprechende Schutzmaßnahmen bei der Handhabung erfordert.

Bei der Kombination von Adjuvantien mit Pestiziden muss überprüft werden, ob keine unerwünschten Wechselwirkungen auftreten, die das Risiko von Phytotoxizität erhöhen oder die Wirksamkeit verringern könnten. Beispielsweise können einige Öl-Adjuvantien das Eindringen von Pestiziden in die Pflanzen verstärken, was bei Herbiziden erwünscht, bei empfindlichen Kulturen jedoch unerwünscht sein kann. Darüber hinaus ist es wichtig, die empfohlene Dosierung einzuhalten, da eine übermäßige Menge an Adjuvans zu Pflanzenschäden oder Bodenkontamination führen kann. Es ist stets erforderlich, sich an die Anweisungen des Herstellers und die geltenden Vorschriften für die sichere Verwendung chemischer Substanzen in der Landwirtschaft zu halten.

Praktische Tipps für den Umgang mit Adjuvantien unter Feldbedingungen

Bei der Anwendung von Adjuvantien im Feld ist es entscheidend, einige grundlegende Regeln zu beachten, um ihre maximale Wirksamkeit zu gewährleisten und Risiken zu minimieren. Vor der eigentlichen Anwendung empfiehlt es sich, einen Kompatibilitätstest der Mischung in kleinerem Maßstab durchzuführen, insbesondere wenn mehrere Produkte kombiniert werden. Die Spritzbrühe sollte unmittelbar vor der Verwendung zubereitet werden, um den Abbau oder die Trennung der Bestandteile zu vermeiden. Die Wassertemperatur für die Zubereitung der Mischung sollte im Bereich von 10–25 °C liegen, da zu kaltes oder heißes Wasser die Löslichkeit und Stabilität der Adjuvantien beeinträchtigen kann.

Während der Anwendung ist es wichtig, auf eine gleichmäßige Abdeckung der Zielfläche zu achten und Druck sowie Düsengröße an den Adjuvanstyp anzupassen. Beispielsweise erfordern Silikontenside einen geringeren Druck und feinere Tropfen für eine optimale Verteilung, während ölige Adjuvantien mit gröberen Tropfen aufgetragen werden können. Nach der Anwendung muss das Spritzgerät gründlich gereinigt werden, um Kreuzkontaminationen oder Verstopfungen der Düsen zu vermeiden. Nicht zuletzt sollten die Wetterbedingungen überwacht werden – Adjuvantien sind bei Temperaturen von 15–25 °C und ohne starken Wind am wirksamsten, der zu einer Abdrift der Spritzbrühe führen könnte.

Praktische Tipps für die Arbeit mit Adjuvantien unter Feldbedingungen

Foto: Dibakar Roy / Unsplash

Wie Adjuvantien die Penetration und Retention von Pestiziden auf Blättern verbessern

Die Wirksamkeit von Pestiziden hängt nicht nur vom Wirkstoff ab, sondern auch davon, wie gut das Präparat auf der Pflanzenoberfläche haftet und in das Pflanzengewebe eindringt. Adjuvantien spielen eine Schlüsselrolle bei der Optimierung dieser Prozesse. Grenzflächenaktive Substanzen (Tenside) verringern die Oberflächenspannung der Spritzbrühe und verbessern so die Benetzbarkeit der Blätter – insbesondere bei wachsartigen oder behaarten Oberflächen, wo die Tropfen sonst abperlen würden. Beispielsweise kann bei Getreide oder Kreuzblütlern die Zugabe eines geeigneten Tensids die Retention der Spritzbrühe um bis zu 30–50 % erhöhen, was direkt mit einer höheren Wirksamkeit von Herbiziden oder Fungiziden korreliert.

Für die Penetration der Wirkstoffe in das pflanzliche Gewebe sind Adjuvantien wie Öle (z. B. mineralische oder methylierte Pflanzenöle) oder Penetrationsförderer entscheidend. Diese Substanzen stören die kutikulären Wachse auf den Blättern und erleichtern das Eindringen des Pestizids in die Zellen. In der Praxis bedeutet dies, dass bei der Anwendung systemischer Präparate (z. B. Glyphosat) ein Adjuvans die benötigte Dosis des Wirkstoffs um 10–20 % reduzieren kann, ohne dass es zu einem Wirksamkeitsverlust kommt. Wichtig ist jedoch, die empfohlenen Konzentrationen einzuhalten – eine zu hohe Dosis eines Öl-Adjuvans kann insbesondere bei empfindlichen Kulturen wie Raps oder Sonnenblumen Phytotoxizität verursachen.

Einfluss von Adjuvantien auf die Witterungsbeständigkeit der Spritzbrühe

Eines der häufigsten Probleme unter Feldbedingungen ist das Abwaschen der Spritzbrühe durch Regen kurz nach der Anwendung. Adjuvantien wie Adhäsive oder filmbildende Substanzen können die Regenfestigkeit des Präparats deutlich erhöhen. Diese Substanzen bilden auf der Blattoberfläche einen Schutzfilm, der das Abwaschen des Wirkstoffs auch bei Regen innerhalb von 1–2 Stunden nach der Anwendung verhindert. Beispielsweise kann bei Kontaktfungiziden (z. B. gegen die Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel) die Verwendung eines adhäsiven Adjuvans die Wirksamkeitsverluste um bis zu 40 % reduzieren, falls es innerhalb von 6 Stunden nach der Spritzung regnet.

Ein weiterer Faktor ist die Verdunstung von Wasser aus der Spritzbrühe, die zur Kristallisation des Wirkstoffs auf der Blattoberfläche und zur Verringerung seiner Verfügbarkeit führen kann. Adjuvantien mit Retentionseigenschaften (z. B. Feuchthaltemittel) binden Feuchtigkeit und verlängern den Zeitraum, in dem das Präparat in aktiver Form vorliegt. Dies ist besonders wichtig bei Anwendungen bei hohen Temperaturen (über 25 °C) oder geringer Luftfeuchtigkeit. Bei der Verwendung dieser Adjuvantien muss jedoch auf die Kompatibilität mit den anderen Komponenten der Mischung geachtet werden – einige Feuchthaltemittel können mit ionischen Tensiden interagieren und Flockung oder eine Verringerung der Wirksamkeit verursachen.

Wie Adjuvantien die Verteilung der Spritzbrühe und die Minimierung von Abdrift beeinflussen

Eine gleichmäßige Verteilung der Spritzbrühe und die Minimierung von Abdrift (Drift) sind entscheidend für eine effiziente und umweltfreundliche Anwendung von Pestiziden. Adjuvantien wie Adhäsive oder Viskositätsmodifikatoren können das Tropfenspektrum verbessern und den Anteil feiner Tropfen (unter 100 μm), die am anfälligsten für Abdrift sind, verringern. Beispielsweise kann die Zugabe eines polymeren Adjuvans den Anteil mittlerer Tropfen (200–400 μm) um bis zu 30 % erhöhen, was zu einer besseren Abdeckung der Zielfläche und einer Verringerung des Risikos einer Kontamination benachbarter Kulturen oder Wasserquellen führt.

Für Anwendungen bei windigem Wetter eignen sich Adjuvantien mit hoher Dichte oder Viskosität, die die Tropfen stabilisieren und deren Zerstreuung verhindern. Diese Substanzen können jedoch den Druck im Spritzsystem erhöhen, daher ist es notwendig, die Einstellungen der Düsen und den Arbeitsdruck anzupassen. In der Praxis wird empfohlen, die Kompatibilität des Adjuvans mit dem jeweiligen Spritzgerät vor der flächendeckenden Anwendung zu testen. Wichtig ist auch, die empfohlene Dosierung einzuhalten – eine zu hohe Konzentration eines viskosen Adjuvans kann zu Verstopfungen der Düsen und einer ungleichmäßigen Abdeckung führen.

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Jede agrochemische Formulierung erfordert einen individuellen Ansatz. Die GCG Group stellt zu allen gelieferten Rohstoffen detaillierte technische und Sicherheitsdatenblätter zur Verfügung und berät Sie bei der Auswahl der optimalen Adjuvantien für Ihre spezifische Anwendung. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt den Katalog mit über 1 300 Produkten an.

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