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Bleichmittel in der Papierindustrie: Wie wählt man den richtigen Typ aus und optimiert den Prozess
Beratung 5. 8. 2026 Redakce GCG Chemicals

Bleichmittel in der Papierindustrie: Wie wählt man den richtigen Typ aus und optimiert den Prozess

Welches Bleichmittel sollte gewählt werden, um einen hohen Weißgrad des Zellstoffs zu erreichen, ohne die Fasern zu beschädigen? Wie lässt sich der Bleichprozess optimieren und der Chemikalienverbrauch reduzieren? Antworten auf häufige Fragen von Papierherstellern.

Bleichmittel in der Papierindustrie: Auswahl des richtigen Typs und Optimierung des Prozesses

Foto: Caner Sanli / Unsplash

Das Bleichen von Zellstoff ist ein entscheidender Schritt in der Papierproduktion, der nicht nur die resultierende Weiße, sondern auch die Festigkeit, Haltbarkeit und ökologische Bilanz des Produkts beeinflusst. Die Auswahl des richtigen Bleichmittels und die Optimierung des Prozesses können die Kosten deutlich senken und die Qualität erhöhen. In diesem Artikel befassen wir uns mit den häufigsten Fragen der Hersteller: Welcher Typ von Bleichmittel ist zu wählen, wie lässt sich die Faserdegradation minimieren, welche Trends gibt es beim ökologischen Bleichen und wie steuert man die Dosierung für maximale Effizienz richtig?

Welche Bleichmittel werden in der Papierindustrie eingesetzt und wie funktionieren sie?

In der Papierindustrie werden Bleichmittel eingesetzt, um restliches Lignin und andere farbige Verunreinigungen aus dem Zellstoff zu entfernen, wodurch die gewünschte Weiße und Reinheit des Papiers erreicht wird. Zu den am häufigsten verwendeten Typen gehören oxidative Mittel wie Natriumhypochlorit, Wasserstoffperoxid, Sauerstoff, Ozon und Chlordioxid. Jedes dieser Mittel besitzt spezifische Eigenschaften und Wirkmechanismen. Beispielsweise ist Natriumhypochlorit wirksam, kann jedoch die Fasern degradieren, während Wasserstoffperoxid umweltfreundlicher und weniger aggressiv gegenüber der Zellulose ist.

Chlordioxid gilt heute als Goldstandard dank seiner hohen Selektivität – es entfernt Lignin effektiv, ohne die Zellulosefasern wesentlich zu beschädigen. Sauerstoff und Ozon werden häufig in Vorbleichstufen eingesetzt, wo sie den Verbrauch weiterer Chemikalien reduzieren. Die Auswahl des geeigneten Mittels hängt von der Art des Zellstoffs (Sulfit-, Sulfat-, Recyclingzellstoff), der gewünschten Weiße sowie den wirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen des Prozesses ab.

Wie lässt sich der Verbrauch von Bleichmitteln optimieren und Kosten senken?

Die Optimierung des Bleichmittelverbrauchs beginnt mit einer gründlichen Analyse des Eingangszellstoffs, insbesondere der Bestimmung seiner Kappa-Zahl, die den Ligningehalt angibt. Auf Basis dieses Wertes kann die Dosierung der Mittel präziser erfolgen und deren Verschwendung vermieden werden. Wichtig ist auch die Steuerung des pH-Werts und der Temperatur während des Bleichprozesses – beispielsweise benötigt Wasserstoffperoxid ein alkalisches Milieu (pH 10–11) und eine Temperatur von etwa 70–90 °C für maximale Wirksamkeit.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist das sequentielle Bleichen, bei dem verschiedene Arten von Bleichmitteln in mehreren Stufen kombiniert werden. Beispielsweise kann eine Vorbleiche mit Sauerstoff oder Ozon den Verbrauch teurerer Bleichmittel wie Chlordioxid in den nachfolgenden Stufen reduzieren. Automatisierte Dosiersysteme und die Online-Überwachung der Zellstoffqualität ermöglichen kontinuierliche Anpassungen des Prozesses, was zu Einsparungen von bis zu 15–20 % an Chemikalien führt. Nicht zu vernachlässigen ist auch das Recycling von Abwässern und die Regeneration bestimmter Bleichmittel, wie zum Beispiel Natriumhypochlorit.

Wie lässt sich der Verbrauch von Bleichmitteln optimieren und Kosten senken?

Foto: Lalit Kumar / Unsplash

Welche ökologischen und sicherheitstechnischen Anforderungen gelten bei der Arbeit mit Bleichmitteln?

Die Arbeit mit Bleichmitteln unterliegt strengen ökologischen und sicherheitstechnischen Vorschriften, insbesondere den REACH- und CLP/GHS-Verordnungen. Diese Chemikalien können korrosiv, toxisch oder gefährlich für aquatische Ökosysteme sein, daher ist es unerlässlich, die richtigen Lagerungs- und Handhabungsverfahren einzuhalten. Beispielsweise ist Chlordioxid hochreaktiv und muss direkt am Verbrauchsort hergestellt werden, um Transportrisiken zu minimieren.

Ökologische Anforderungen zielen auf die Reduzierung von Emissionen chlorierter organischer Verbindungen (AOX) ab, die beim Bleichen mit Chlor oder dessen Derivaten entstehen. Moderne Papierfabriken stellen daher auf chlorfreie (TCF) oder chlorarme (ECF) Technologien um, bei denen vor allem Wasserstoffperoxid, Sauerstoff und Ozon eingesetzt werden. Wichtig ist auch die Abwasserreinigung, beispielsweise durch biologische Kläranlagen oder Membrantechnologien, die Restchemikalien und organische Stoffe entfernen.

Wie wählen Sie das richtige Bleichmittel für einen bestimmten Zellstofftyp und Produktionsprozess aus?

Die Auswahl des Bleichmittels hängt von mehreren Faktoren ab, darunter der Zellstofftyp, die gewünschte Papierqualität und die technologischen Möglichkeiten der Produktionslinie. Für Sulfatzellstoff, der mehr Lignin enthält, wird häufig eine Kombination aus Sauerstoff, Wasserstoffperoxid und Chlordioxid in mehreren Bleichstufen verwendet. Bei Sulfitzellstoff, der reiner ist, kann ein weniger aggressives Verfahren mit geringerem Chemikalienverbrauch ausreichen.

Für recycelten Zellstoff ist die Entfernung von Druckfarben und Verunreinigungen entscheidend, was spezielle Verfahren wie Flotation oder Waschen unter Verwendung von Tensiden und Komplexbildnern erfordert. Wichtig sind auch wirtschaftliche Aspekte – beispielsweise ist Chlordioxid wirksam, aber kostspielig, während Wasserstoffperoxid günstiger ist, jedoch längere Reaktionszeiten benötigt. Vor der endgültigen Auswahl empfiehlt es sich, Laborversuche und Pilotversuche durchzuführen, die die Wirksamkeit des gewählten Verfahrens unter den konkreten Bedingungen überprüfen.

Wie wählen Sie das richtige Bleichmittel für einen bestimmten Zellstofftyp und Produktionsprozess aus?

Foto: Bing Zhang / Unsplash

Einfluss von pH-Wert und Temperatur auf die Wirksamkeit von Bleichmitteln: Schlüsselfaktoren für stabile Ergebnisse

Die Wirksamkeit von Bleichmitteln in der Papierindustrie hängt stark von zwei grundlegenden Parametern ab: dem pH-Wert des Mediums und der Temperatur. Beispielsweise erreicht Natriumhypochlorit (NaClO) seine optimale Bleichwirkung in einem leicht alkalischen Milieu mit einem pH-Wert zwischen 9 und 11, wo es stabil ist und das Risiko einer Faserdegradation minimiert wird. Im Gegensatz dazu erfordert Wasserstoffperoxid (H2O2) einen höheren pH-Wert (10–12) zur Aktivierung, doch bei zu hohen Werten kommt es zu einem schnellen Zerfall und einem Verlust der Wirksamkeit. Die Temperatur spielt insbesondere bei thermisch aktivierten Prozessen eine Rolle – beispielsweise wird beim Bleichen mit Chlordioxid (ClO2) empfohlen, im Bereich von 60–80 °C zu arbeiten, um ein Gleichgewicht zwischen Reaktionsgeschwindigkeit und Erhalt der Faserfestigkeit zu erreichen.

Die Prozessstabilität lässt sich durch kontinuierliche Überwachung des pH-Werts und der Temperatur mittels automatisierter Systeme sicherstellen. In der Praxis hat sich die Zugabe von Puffern (z. B. Natriumcarbonat) bewährt, um den gewünschten pH-Wert aufrechtzuerhalten, insbesondere bei der Verwendung von Peroxiden, die empfindlich auf Schwankungen reagieren. Bei Hypochloriten ist es entscheidend, ein saures Milieu zu vermeiden, in dem toxisches Chlor freigesetzt werden könnte. Die Temperaturoptimierung ermöglicht zudem eine Reduzierung des Energieverbrauchs – beispielsweise kann bei Wasserstoffperoxid bei Temperaturen über 90 °C mit einer geringeren Dosierung des Bleichmittels dieselbe Weiße erreicht werden, allerdings auf Kosten eines höheren Risikos für die Schädigung des Zellstoffs.

Kombination von Bleichmitteln: Synergieeffekte und Einsparungen durch mehrstufige Prozesse

In modernen Papierfabriken wird häufig eine Kombination verschiedener Bleichmittel in sequenziellen Stufen eingesetzt, um eine höhere Weiße bei geringerem Gesamtverbrauch an Chemikalien zu erreichen. Ein typisches Beispiel ist das sogenannte ECF-Bleichen (Elemental Chlorine-Free), bei dem Chlordioxid (ClO2) mit Wasserstoffperoxid (H2O2) oder Sauerstoff (O2) abwechselt. ClO2 entfernt effektiv Lignin in den ersten Stufen, während Peroxide oder Sauerstoff in den abschließenden Phasen für die endgültige Weiße und Faserschonung sorgen. Dieser Ansatz reduziert den Verbrauch von ClO2 um bis zu 30 % im Vergleich zu einem einstufigen Prozess.

Ein weiterer Vorteil des kombinierten Bleichens ist die Möglichkeit, den Prozess an spezifische Qualitätsanforderungen des Zellstoffs anzupassen. Beispielsweise wird für die Herstellung von Schreib- und Druckpapieren häufig die Sequenz O-D-Ep-D (Sauerstoff – Chlordioxid – Extraktion mit Peroxid – Chlordioxid) eingesetzt, wobei der Extraktionsschritt mit Peroxid die Weiße erhöht und gleichzeitig den Restlignin reduziert. Für ökologisch sensible Anwendungen kann ClO₂ vollständig durch eine Kombination aus Sauerstoff, Ozon (O₃) und Peroxid ersetzt werden, wenn auch mit höheren Kosten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Optimierung des Verhältnisses der einzelnen Reagenzien und ihrer Dosierung entsprechend der Zellstoffart und der gewünschten Weiße.

Lösungen für häufige Probleme beim Bleichen: Vergilbung, Faserabbau und ungleichmäßige Weiße

Die Vergilbung von Zellstoff nach dem Bleichen ist ein häufiges Problem, das mehrere Ursachen haben kann. Am häufigsten ist das Vorhandensein von Restlignin oder Metallionen (insbesondere Eisen und Kupfer), die den Abbau der Bleichmittel katalysieren und die Bildung farbiger Verbindungen fördern. Die Lösung besteht in einer gründlichen Vorbehandlung des Zellstoffs mit Chelatbildnern (z. B. EDTA oder DTPA), die Metallionen binden und deren negative Auswirkungen verhindern. Bei recycelten Fasern wird die Vergilbung oft durch Druckfarben oder Klebstoffe verursacht – hier hilft eine Kombination aus mechanischer Sortierung und Bleichen mit Peroxid unter Zusatz von Silikaten zur Stabilisierung.

Der Faserabbau während des Bleichens äußert sich in einer verringerten Papierfestigkeit und wird durch zu aggressive Bedingungen (hohe Temperatur, niedriger pH-Wert, übermäßige Dosierung des Reagenz) verursacht. Zur Vorbeugung gehört die sorgfältige Einhaltung der Prozessparameter und der Einsatz von Schutzadditiven wie Magnesiumsalzen, die die Zellulose vor oxidativen Schäden schützen. Eine ungleichmäßige Weiße kann auf eine schlechte Durchmischung des Zellstoffs oder eine ungleichmäßige Dosierung der Reagenzien zurückzuführen sein – die Lösung liegt in der Optimierung der Mischsysteme und der Verwendung automatischer Dosierer mit Online-Überwachung der Konzentration. Bei recycelten Fasern ist es entscheidend, eine homogene Mischung vor dem Eintritt in die Bleichstufe sicherzustellen.

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Jede Papierfabrik hat spezifische Anforderungen an Weißgrad, Festigkeit und Ökologie. GCG Group liefert ein breites Portfolio an Bleichmitteln inklusive technischer Datenblätter und Sicherheitsdatenblätter (SDS) gemäß REACH und CLP. Unsere Experten unterstützen Sie bei der Auswahl und Optimierung des Prozesses für Ihre spezifische Anwendung. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt unseren Katalog mit über 1 300 Produkten an.

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