Richtige Lagerung von Chemikalien in der
Wie sichert man Qualität und Sicherheit? Tipps zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Bestandsrotation für optimale Lagerung.
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Die Herstellung von Zellstoff und Papier hängt von der präzisen Dosierung und Qualität chemischer Rohstoffe ab, wie Bleichmittel, Tenside, Additive zur Faseraufbereitung oder Korrosionsinhibitoren. Schon kleine Fehler bei der Lagerung können jedoch zum Abbau der Wirkstoffe, zur Verringerung der Prozesseffizienz oder sogar zur Gefährdung der Sicherheit der Mitarbeiter führen. Typische Probleme sind beispielsweise Kontamination, ungeeignete Temperaturbedingungen oder unzureichende Lagerrotation. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf konkrete Beispiele für Fehler und bewährte Verfahren, wie diesen vorgebeugt werden kann – von der Organisation der Lagerräume bis hin zum richtigen Umgang mit empfindlichen Substanzen.
Falsche Temperatur und Luftfeuchtigkeit: Wie sie die Qualität der Rohstoffe beeinflussen
Die Herstellung von Zellstoff und Papier erfordert die präzise Einhaltung der Lagerbedingungen für chemische Rohstoffe, insbesondere bei temperaturempfindlichen und feuchtigkeitsanfälligen Substanzen. Beispielsweise zersetzt sich Wasserstoffperoxid, das häufig zum Bleichen von Zellstoff verwendet wird, bei Temperaturen über 30 °C, was seine Wirksamkeit verringert und das Risiko der Gasbildung erhöht. Ebenso können Polyole, die als Weichmacher oder Additive eingesetzt werden, bei hoher Luftfeuchtigkeit Wasser absorbieren, was zur Verschlechterung ihrer Eigenschaften und einer beeinträchtigten Verarbeitbarkeit im Papierherstellungsprozess führt.
Es wird empfohlen, empfindliche Chemikalien in klimatisierten Räumen mit einer Temperatur zwischen 15–25 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit unter 60 % zu lagern. Für Wasserstoffperoxid liegt die ideale Temperatur bei etwa 20 °C, und die Lagerung sollte in dunklen, gut belüfteten Behältern erfolgen. Die regelmäßige Überwachung dieser Parameter mithilfe von Datenloggern oder automatischen Systemen hilft, Verluste zu vermeiden und eine gleichbleibende Qualität der Rohstoffe sicherzustellen. Die Investition in Klimaanlagen und Luftentfeuchter amortisiert sich schnell durch die Reduzierung von Ausschuss und die Verlängerung der Haltbarkeit der Chemikalien.
Inkompatible Lagerung: Wenn Chemikalien gefährlich werden
Einer der häufigsten und zugleich riskantesten Fehler ist die gemeinsame Lagerung inkompatibler Chemikalien. So können beispielsweise Säuren und Basen bei Vermischung exotherme Reaktionen mit Freisetzung von Wärme oder giftigen Gasen verursachen. In der Papierindustrie werden häufig Hypochlorite (z. B. zum Bleichen) und organische Lösungsmittel verwendet – ihr gegenseitiger Kontakt kann zu Bränden oder Explosionen führen. Ebenso gefährlich ist die gemeinsame Lagerung von Oxidationsmitteln (wie Peroxiden) mit brennbaren Stoffen (z. B. Alkoholen oder Tensiden).
Um die Risiken zu minimieren, ist es unerlässlich, die Trennungsprinzipien nach Gefahrenklassen gemäß der CLP/GHS-Verordnung einzuhalten. Chemikalien sollten in getrennten Räumen oder zumindest in ausreichendem Abstand mit physischen Barrieren (z. B. Trennwände, separate Regale) gelagert werden. Wichtig ist auch die korrekte Kennzeichnung der Behälter und die regelmäßige Überprüfung der Dichtheit der Verpackungen. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, die Sicherheitsdatenblätter (SDS) zu konsultieren oder den Rohstofflieferanten zu kontaktieren, der Empfehlungen für die sichere Lagerung gibt.
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Unzureichende Belüftung und das Risiko der Dampfansammlung
Viele in der Papierindustrie eingesetzte Chemikalien setzen flüchtige organische Verbindungen (VOC) oder andere Dämpfe frei, die gesundheitsschädlich oder entzündlich sein können. Beispielsweise verdampft Formaldehyd, das als Konservierungsmittel verwendet wird, oder einige Lösungsmittel in Beschichtungen leicht und sammelt sich bei unzureichender Belüftung im Lagerraum an. Dies erhöht das Risiko von Explosionen, Vergiftungen der Mitarbeiter oder Schäden der Atemwege. Darüber hinaus kann eine langfristige Exposition gegenüber niedrigen VOC-Konzentrationen chronische Gesundheitsprobleme verursachen.
Um eine sichere Umgebung zu gewährleisten, ist die Installation eines effektiven Belüftungssystems mit Zwangsabzug entscheidend, das mindestens 6–10 Luftwechsel pro Stunde sicherstellt. Die Belüftung sollte so konzipiert sein, dass sie Dämpfe sowohl am Boden (bei schwereren Gasen) als auch an der Decke (bei leichteren Gasen) abführt. Weiterhin ist es ratsam, Gasdetektoren zu verwenden, die rechtzeitig vor Überschreitung der Grenzkonzentrationen warnen. Regelmäßige Wartung der Belüftungssysteme und Kalibrierung der Detektoren sind für deren zuverlässigen Betrieb unerlässlich. Bei der Lagerung entzündlicher Stoffe müssen zudem die Brandschutzvorschriften eingehalten und entsprechende Löschgeräte installiert werden.
Fehlende oder unzureichende Dokumentation: Wie Sie Sanktionen und Verlusten vorbeugen
Die korrekte Dokumentation ist die Grundlage für eine sichere und effiziente Lagerung von Chemikalien, dennoch wird sie von vielen Unternehmen unterschätzt. Fehlende oder veraltete Aufzeichnungen über Wareneingang, -ausgang und Verfallsdaten führen zu Verschwendung, da Chemikalien mit abgelaufenem Verfallsdatum entsorgt werden müssen. Darüber hinaus erschwert eine unzureichende Dokumentation die Identifizierung der Kontaminationsquelle oder von Qualitätsmängeln im Falle von Reklamationen. Gemäß der REACH-Verordnung muss jede chemische Substanz hinsichtlich Menge, Eigenschaften und Risiken erfasst werden, was einen systematischen Ansatz erfordert.
Es wird empfohlen, ein digitales System für das Bestandsmanagement einzuführen, das automatisch Verfallsdaten, Lagerbestände und Bewegungen der Rohstoffe überwacht. Jeder Behälter sollte mit einem Etikett versehen sein, das den Namen der Substanz, das Eingangsdatum, das Verfallsdatum und die Sicherheitskennzeichen gemäß CLP enthält. Regelmäßige Inventuren (mindestens 2-mal jährlich) helfen, Unstimmigkeiten zu erkennen und unnötige Verluste zu vermeiden. Wichtig ist auch die Schulung der Mitarbeiter, damit sie die Bedeutung der Dokumentation verstehen und die festgelegten Verfahren einhalten. Eine korrekt geführte Dokumentation spart nicht nur Kosten, sondern erleichtert auch die Kontrollprozesse seitens der Aufsichtsbehörden.
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Überschreitung der Lagerdauer: Wann Chemikalien ihre Wirksamkeit verlieren
Die Herstellung von Zellstoff und Papier arbeitet häufig mit Chemikalien, die eine begrenzte Haltbarkeit aufweisen. Eine Überschreitung dieser Frist kann zur Degradation der Wirkstoffe, Leistungsminderung oder sogar zur Bildung unerwünschter Nebenprodukte führen. Beispielsweise zersetzt sich Wasserstoffperoxid, das üblicherweise zum Bleichen von Zellstoff verwendet wird, allmählich in Wasser und Sauerstoff und verliert dabei seine oxidative Fähigkeit. Ebenso können organische Additive wie Biozide oder Retentionsmittel durch mikrobiellen Befall oder chemische Reaktionen mit dem enthaltenen Wasser an Wirksamkeit verlieren.
Eine konsequente Überwachung des Verfallsdatums und regelmäßige Qualitätskontrollen sind entscheidend. Es wird empfohlen, ein FIFO-System (First In, First Out) einzuführen, das sicherstellt, dass ältere Bestände vor neuen verbraucht werden. Bei einigen Substanzen wie Koagulanzien oder Flockungsmitteln ist es ratsam, regelmäßige Tests der Viskosität oder Wirksamkeit durchzuführen, um Probleme im Produktionsprozess zu vermeiden. Im Zweifelsfall über die Qualität ist es besser, die Chemikalie gemäß den geltenden Vorschriften zu entsorgen, als das Risiko einer Kontamination der gesamten Produktionscharge einzugehen.
Falsche Handhabung von Verpackungen: Wie Kontaminationen und Leckagen vermieden werden können
Beschädigte oder unsachgemäß verschlossene Verpackungen sind eine häufige Ursache für die Kontamination von Chemikalien und Leckagen, die nicht nur die Qualität der Rohstoffe, sondern auch die Sicherheit der Mitarbeiter gefährden können. Beispielsweise können Papiersäcke mit pulverförmigen Füllstoffen wie Kaolin oder Calciumcarbonat bei unsachgemäßer Handhabung aufreißen und die Lagerfläche verunreinigen. Ebenso können Kunststoffkanister mit Säuren oder Laugen bei Stürzen oder Stößen Risse bekommen und aggressive Substanzen in die Umgebung freisetzen.
Um die Risiken zu minimieren, ist es unerlässlich, die richtigen Handhabungsverfahren einzuhalten: geeignete Handhabungsmittel (z. B. Palettenhubwagen, Kräne) zu verwenden, die Gebinde auf stabilen und ebenen Flächen zu lagern und regelmäßig deren Unversehrtheit zu überprüfen. Bei flüssigen Chemikalien ist es wichtig, auf den richtigen Verschluss der Deckel und die Verwendung von Dichtungen zu achten, um Verdunstung oder Austritt zu verhindern. Im Falle einer Beschädigung des Gebindes muss die Chemikalie sofort in ein neues, unbeschädigtes Gebinde umgefüllt und das beschädigte Gebinde gemäß den Vorschriften für gefährlichen Abfall entsorgt werden.
Unzureichende Schulung des Personals: Wie man menschlichen Fehlern vorbeugt
Selbst die besten Lagerungssysteme können versagen, wenn das Personal nicht ausreichend in der Handhabung von Chemikalien und der Einhaltung von Sicherheitsverfahren geschult ist. Häufige Fehler umfassen falsche Kennzeichnung von Gebinden, das Mischen inkompatibler Substanzen oder das Ignorieren von Sicherheitssymbolen gemäß der CLP/GHS-Verordnung. Beispielsweise kann die Unkenntnis von Piktogrammen für ätzende oder entzündbare Stoffe zu schweren Unfällen wie Verätzungen oder Bränden führen.
Regelmäßige Schulungen, die sich auf Arbeitssicherheit, den Umgang mit Chemikalien und Erste Hilfe konzentrieren, sollten fester Bestandteil der Betriebsvorschriften sein. Die Mitarbeiter sollten mit den Sicherheitsdatenblättern (SDS) der einzelnen Substanzen vertraut sein, einschließlich ihrer physikalisch-chemischen Eigenschaften, Risiken und Maßnahmen für die sichere Lagerung. Wichtig ist auch das Üben von Notfallverfahren, wie die Evakuierung bei Austritt gefährlicher Stoffe oder die Verwendung von Feuerlöschern. Investitionen in Schulungen zahlen sich aus – sie verringern nicht nur das Unfallrisiko, sondern steigern auch die Effizienz und Qualität der Produktion.
Wie gewährleisten Sie sichere und effiziente Lagerung?
Jeder chemische Rohstoff erfordert einen individuellen Ansatz – von Temperaturanforderungen bis zur Kompatibilität mit Verpackungsmaterialien. GCG Group liefert zu jedem Produkt detaillierte Sicherheitsdatenblätter (SDS) und technische Dokumentation, die konkrete Empfehlungen für die Lagerung und Handhabung enthält. Bei Unsicherheiten beraten Sie unsere Experten gerne zur Optimierung der Bedingungen direkt für Ihre betrieblichen Anforderungen. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich gleich den Katalog mit über 1 300 Produkten an.