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Sicherheitsrisiken bei der Arbeit mit Industrieklebstoffen und Dichtmassen: Wie Unfälle und gesundheitliche Komplikationen vermieden werden können
Betriebssicherheit 20. 7. 2026 Redakce GCG Chemicals

Sicherheitsrisiken bei der Arbeit mit Industrieklebstoffen und Dichtmassen: Wie Unfälle und gesundheitliche Komplikationen vermieden werden können

Die Arbeit mit Industrieklebstoffen und Dichtmassen erfordert die Einhaltung strenger Sicherheitsvorschriften. Wie lassen sich Risiken wie Vergiftungen, Verbrennungen oder Allergien minimieren und ein sicheres Arbeitsumfeld gewährleisten?

Sicherheitsrisiken bei der Arbeit mit Industrieklebstoffen und -dichtstoffen: Wie Sie Unfällen und gesundheitlichen Komplikationen vorbeugen

Foto: eskay lim / Unsplash

Industrieklebstoffe und -dichtstoffe sind ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Produktionsprozesse, von der Automobilindustrie bis zum Bauwesen. Obwohl ihre Wirksamkeit und Vielseitigkeit unbestreitbar sind, enthalten sie häufig Substanzen mit hohem Risiko für die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter. Dämpfe von Lösungsmitteln, reaktive Komponenten oder mechanische Gefahren bei der Anwendung können zu schweren Verletzungen, chronischen Gesundheitsproblemen oder ökologischen Unfällen führen. Dieser Artikel befasst sich mit den konkreten Risiken, die mit der Handhabung, Lagerung und Verwendung dieser Materialien verbunden sind, und bietet praktische Empfehlungen, wie diesen vorgebeugt werden kann. Sicherheit ist nicht nur eine Frage der Einhaltung von Vorschriften, sondern auch der richtigen Technik und Aufklärung unter den Mitarbeitern.

Gefährliche Eigenschaften von Industrieklebstoffen und -dichtstoffen: Was Sie wissen müssen

Industrielle Klebstoffe und Dichtstoffe enthalten häufig chemische Substanzen mit Eigenschaften, die ein Risiko für die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter darstellen können. Zu den häufigsten gefährlichen Eigenschaften gehören Entzündbarkeit, Toxizität, Korrosivität und Sensibilisierung. Beispielsweise können Klebstoffe auf Basis von Epoxidharzen oder Polyurethanen flüchtige organische Verbindungen (VOC) freisetzen, die die Atemwege reizen und bei langfristiger Exposition Leber oder Nieren schädigen. Einige Dichtstoffe enthalten Isocyanate, die asthmatische Reaktionen oder Allergien bei Einatmen oder Hautkontakt auslösen können.

Ein weiteres Risiko ist die Reaktivität einiger Komponenten – beispielsweise polymerisieren Cyanacrylat-Klebstoffe (sogenannte Sekundenkleber) extrem schnell und setzen Wärme frei, was bei Hautkontakt zu Verbrennungen führen kann. Ätzende Substanzen wie saure oder alkalische Dichtstoffe verursachen Verätzungen. Vor der Handhabung eines jeden Produkts ist es daher unerlässlich, das Sicherheitsdatenblatt (SDS) zu studieren und die Anweisungen des Herstellers zu befolgen, einschließlich der empfohlenen Schutzausrüstung und Verfahren.

Richtige Lagerung: Der Schlüssel zur Minimierung von Risiken und Verlängerung der Haltbarkeit

Eine unsachgemäße Lagerung von industriellen Klebstoffen und Dichtstoffen kann zur Degradation des Produkts, einem erhöhten Brandrisiko oder dem Austritt gefährlicher Substanzen führen. Grundregel ist die getrennte Lagerung von entzündbaren und reaktiven Materialien fern von Wärmequellen, Funken und offenem Feuer. Die Lagertemperatur sollte stabil sein, idealerweise im Bereich von 15–25 °C, sofern der Hersteller nichts anderes vorschreibt – extreme Temperaturen können zur Trennung der Komponenten, zum Verlust der Hafteigenschaften oder sogar zur Explosion der Verpackungen führen.

Wichtig ist auch, auf eine ordnungsgemäße Belüftung der Lagerräume zu achten, insbesondere bei Produkten, die VOC oder Isocyanate freisetzen. Die Behälter müssen fest verschlossen und senkrecht gelagert werden, um Undichtigkeiten zu vermeiden. Einige Klebstoffe und Dichtstoffe erfordern spezifische Bedingungen, wie beispielsweise Schutz vor Feuchtigkeit (Polyurethansysteme) oder Licht (UV-empfindliche Materialien). Die regelmäßige Kontrolle der Verfallsdaten und des Zustands der Verpackungen hilft, die Verwendung degradierter Produkte zu vermeiden, die versagen oder das Unfallrisiko erhöhen können.

Richtige Lagerung: Der Schlüssel zur Minimierung von Risiken und Verlängerung der Haltbarkeit

Foto: 3DVISU / Unsplash

Schutzausrüstung und Sicherheitsverfahren bei der Handhabung

Die Verwendung geeigneter Schutzausrüstung ist entscheidend, um Gesundheitsrisiken bei der Arbeit mit industriellen Klebstoffen und Dichtungsmassen zu minimieren. Zur Grundausstattung sollten nitril- oder butylbeständige Handschuhe gehören, die chemikalienbeständig sind und direkten Hautkontakt verhindern. Für die Arbeit mit flüchtigen Substanzen ist ein Atemschutz mit geeignetem Filter (z. B. gegen organische Dämpfe oder Partikel) unerlässlich, während eine Schutzbrille oder ein Gesichtsschutz die Augen vor Spritzern oder Dämpfen schützt.

Arbeitsabläufe sollten mehrere wichtige Maßnahmen umfassen: Führen Sie die Anwendung in gut belüfteten Räumen oder unter Absaugung durch, um die Konzentration schädlicher Dämpfe zu reduzieren. Bei der Mischung von Zweikomponentensystemen halten Sie die genauen Mischungsverhältnisse und Verfahren gemäß dem technischen Datenblatt ein, um unerwünschte Reaktionen zu vermeiden. Nach Beendigung der Arbeit waschen Sie Hände und exponierte Körperstellen gründlich mit Wasser und Seife, auch wenn Sie Handschuhe getragen haben – einige Substanzen können das Material durchdringen oder auf der Oberfläche verbleiben.

Erste Hilfe und Notfallpläne: Wie Sie im Falle eines Unfalls reagieren

Auch bei Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen kann es zu einem Unfall kommen. Daher ist es unerlässlich, einen Notfallplan bereitzuhalten und zu wissen, wie Erste Hilfe zu leisten ist. Bei Hautkontakt mit Klebstoff oder Dichtungsmasse entfernen Sie sofort die kontaminierte Kleidung und spülen Sie die betroffene Stelle mindestens 15 Minuten lang mit lauwarmem Wasser ab. Verwenden Sie keine Lösungsmittel oder aggressive Reinigungsmittel, die die Reaktion verschlimmern könnten. Bei Augenkontakt spülen Sie mit sterilem physiologischem Kochsalzlösung oder sauberem Wasser und suchen Sie einen Arzt auf.

Falls Dämpfe eingeatmet werden, bringen Sie die betroffene Person an die frische Luft und überwachen Sie ihren Zustand. Bei Atembeschwerden, Husten oder Schwindel rufen Sie den Rettungsdienst. Bei Verschlucken lösen Sie kein Erbrechen aus, es sei denn, dies wird im Sicherheitsdatenblatt ausdrücklich empfohlen, und geben Sie der betroffenen Person ausreichend Wasser. Halten Sie stets die Telefonnummern der Giftnotrufzentrale und des örtlichen Rettungsdienstes bereit. Regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter in Erster Hilfe und die Simulation von Notfallsituationen helfen, die Folgen von Unfällen zu minimieren und die Reaktion in kritischen Momenten zu beschleunigen.

Erste Hilfe und Notfallpläne: Wie im Falle eines Unfalls reagieren

Foto: Maskmedicare Shop / Unsplash

Belüftung und technische Sicherung des Arbeitsumfelds

Industrielle Klebstoffe und Dichtstoffe setzen häufig flüchtige organische Verbindungen (VOC) oder andere reizende Dämpfe frei, die bei langfristiger Exposition gesundheitliche Probleme verursachen können – von Atemwegsreizungen bis hin zu chronischen Erkrankungen. Eine wirksame Belüftung ist daher entscheidend für die Sicherheit der Mitarbeiter. Idealerweise sollten Arbeitsbereiche mit einer Zwangsabsaugung mit Filtersystem ausgestattet sein, das Schadstoffe bereits vor ihrer Verbreitung in der Luft auffängt. In kleineren Betrieben reicht eine lokale Absaugung direkt über den Arbeitsflächen aus, wo Klebstoffe oder Dichtstoffe aufgetragen werden.

Ebenso wichtig ist die regelmäßige Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Belüftungssysteme und die Messung der Schadstoffkonzentration in der Luft. Gemäß den geltenden Vorschriften sollten regelmäßige Inspektionen und Messungen durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Expositionswerte die hygienischen Grenzwerte nicht überschreiten. Bei Überschreitung müssen sofort Korrekturmaßnahmen ergriffen werden, wie die Erhöhung der Absaugleistung, die Begrenzung der Expositionsdauer oder die Verwendung von Atemschutzmasken mit geeigneten Filtern. Die Investition in eine hochwertige Belüftung lohnt sich nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch für die Produktivität, da Mitarbeiter nicht durch Müdigkeit oder Kopfschmerzen aufgrund schlechter Luftqualität beeinträchtigt werden.

Handhabung von Verpackungen und Minimierung des Kontaminationsrisikos

Die korrekte Handhabung von Verpackungen industrieller Klebstoffe und Dichtstoffe ist ein oft unterschätzter, aber kritischer Faktor zur Unfallverhütung. Verpackungen sollten stets in den ursprünglichen, unbeschädigten Behältern gelagert und transportiert werden, die gemäß der CLP/GHS-Verordnung deutlich gekennzeichnet sind. Jegliche Beschädigung der Verpackung, sei es mechanisch oder chemisch, kann zum Austritt von Substanzen, zur Kontamination umliegender Materialien oder sogar zu gefährlichen Reaktionen führen. Beim Umfüllen oder Transportieren müssen geeignete Werkzeuge wie Trichter mit Verschlüssen oder geschlossene Transportsysteme verwendet werden, um das Risiko von Verschüttungen zu minimieren.

Eine Kontamination des Arbeitsumfelds kann auch durch unsachgemäßen Umgang mit gebrauchten Verpackungen entstehen. Leere Behälter sollten gründlich nach Standardverfahren gereinigt werden, beispielsweise durch Spülen mit einem geeigneten Lösungsmittel, und anschließend gemäß den Vorschriften für gefährlichen Abfall entsorgt werden. Sie dürfen niemals für andere Zwecke wiederverwendet werden, insbesondere nicht für die Lagerung von Lebensmitteln oder Wasser. Im Falle eines Verschüttens muss sofort nach dem Notfallplan vorgegangen werden, der Neutralisation, Absorption und sichere Entsorgung des kontaminierten Materials umfasst. Die Mitarbeiter sollten regelmäßig in diesen Verfahren geschult werden, um zu wissen, wie sie in Krisensituationen reagieren müssen.

Schulung der Mitarbeiter und Sicherheitskultur im Unternehmen

Sicherheit bei der Arbeit mit industriellen Klebstoffen und Dichtungsmassen ist nicht nur eine Frage technischer Maßnahmen, sondern auch des menschlichen Faktors. Regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter sind entscheidend, um Risiken zu minimieren und Unfälle zu verhindern. Die Schulungen sollten nicht nur theoretische Kenntnisse über die gefährlichen Eigenschaften der verwendeten Substanzen umfassen, sondern auch praktische Demonstrationen des richtigen Umgangs, der Verwendung von Schutzausrüstung und der Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die Mitarbeiter sollten mit den Sicherheitsdatenblättern (SDS) der einzelnen Produkte vertraut sein und wissen, wie diese korrekt zu interpretieren sind.

Die Sicherheitskultur im Unternehmen wird auch durch offene Kommunikation und die Motivation der Mitarbeiter, potenzielle Risiken zu melden, aufgebaut. Es sollten Mechanismen für die anonyme Meldung von Mängeln oder gefährlichen Situationen eingeführt werden, um deren Wiederholung zu vermeiden. Regelmäßige Sicherheitsaudits und Simulationen von Notfallsituationen helfen, ein hohes Bewusstsein für Risiken aufrechtzuerhalten. Investitionen in Schulungen und den Aufbau einer Sicherheitskultur zahlen sich nicht nur durch die Verringerung der Unfallzahlen aus, sondern auch durch die Verbesserung der allgemeinen Arbeitseffizienz und Mitarbeiterzufriedenheit.

Benötigen Sie fachkundige Beratung?

Jeder chemische Rohstoff erfordert einen individuellen Ansatz in Bezug auf die Sicherheit. Die GCG Group stellt zu allen gelieferten Klebstoffen und Dichtstoffen detaillierte Sicherheitsdatenblätter (SDS) sowie technische Unterstützung bereit, die Ihnen bei der Auswahl geeigneter Schutzausrüstungen und Verfahren für Ihre spezifischen Anwendungen hilft. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt den Katalog mit über 1.300 Produkten an.

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