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Biobasierte und recycelte Rohstoffe in Lacken:
Nachhaltigkeit 23. 7. 2026 Redakce GCG Chemicals

Biobasierte und recycelte Rohstoffe in Lacken:

Wie reduziert man den CO₂-Fußabdruck von Lacken mit biobasierten Rohstoffen und recycelten Füllstoffen? Leistung bleibt erhalten.

Biobasierte und recycelte Rohstoffe in Beschichtungen: Wie Sie den ökologischen Fußabdruck reduzieren, ohne Qualität einzubüßen

Foto: Eric Prouzet / Unsplash

Der Markt für Beschichtungen und Tinten steht unter zunehmendem Druck, die Umweltbelastung zu verringern. Kunden und Gesetzgebung fordern Lösungen mit geringerem Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), einem kleineren CO₂-Fußabdruck und der Nutzung erneuerbarer oder recycelter Rohstoffe. Glücklicherweise bietet die moderne Chemie Alternativen, die keinen Kompromiss bei der Leistung bedeuten müssen. Biobasierte Polyole, pflanzliche Harze oder recycelte Pigmente und Füllstoffe werden zu einem festen Bestandteil von Rezepturen. Wie funktionieren diese Materialien in der Praxis und was gilt es bei ihrer Auswahl zu beachten?

Warum lohnt es sich, in Beschichtungen auf biobasierte Rohstoffe umzusteigen?

Der Markt für Beschichtungsstoffe steht unter zunehmendem Druck, seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern – nicht nur aufgrund regulatorischer Anforderungen, sondern auch wegen der Nachfrage seitens der Hersteller und Endkunden. Biobasierte Rohstoffe, also Substanzen aus erneuerbaren Quellen wie pflanzlichen Ölen, Zellulose oder Stärke, bieten einen effektiven Weg, fossile Derivate zu ersetzen, ohne Kompromisse bei der Qualität einzugehen. Ihr Hauptvorteil ist der geringere CO₂-Fußabdruck: Studien zufolge können biobasierte Komponenten die CO₂-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen petrochemischen Rohstoffen um bis zu 30–50 % reduzieren. Darüber hinaus zeichnen sie sich oft durch eine bessere biologische Abbaubarkeit aus, was für Anwendungen entscheidend ist, bei denen eine einfache Recyclingfähigkeit oder Kompostierbarkeit gefordert wird.

Ein weiteres Argument für biobasierte Rohstoffe ist ihre Kompatibilität mit bestehenden Produktionsprozessen. Viele von ihnen lassen sich unter denselben Bedingungen verarbeiten wie konventionelle Komponenten, was den Investitionsbedarf in neue Technologien minimiert. So bieten beispielsweise pflanzliche Öle, die zu Alkydharzen modifiziert wurden, eine vergleichbare Beständigkeit und Glanz wie ihre synthetischen Pendants, jedoch mit deutlich geringerem Einfluss auf die Umwelt. Für Hersteller von Beschichtungsstoffen bedeutet dies die Möglichkeit, „grünere“ Produkte anzubieten, ohne grundlegende Änderungen in der Produktion oder Kostenerhöhungen vornehmen zu müssen.

Recycelte Rohstoffe in Beschichtungsstoffen: Wo und wie lassen sie sich effektiv einsetzen?

Recycelte Rohstoffe werden zu einer immer attraktiveren Alternative für die Herstellung von Beschichtungsstoffen, insbesondere in Segmenten, in denen der Fokus auf der Kreislaufwirtschaft liegt. Typische Beispiele sind recycelte Lösemittel, Pigmente aus recycelten Kunststoffen oder Füllstoffe aus Industrieabfällen wie Flugasche oder Schlacke. Ihr Einsatz reduziert nicht nur die Menge an Abfall, der auf Deponien landet, sondern spart auch primäre Rohstoffe und die Energie, die für deren Gewinnung und Verarbeitung benötigt wird. So kann beispielsweise ein recyceltes Lösemittel einen bis zu 40 % geringeren Energiebedarf in der Herstellung aufweisen als sein neu synthetisiertes Äquivalent.

Bei der Integration recycelter Rohstoffe in Beschichtungsmaterialien ist es jedoch entscheidend, auf deren Qualität und Konsistenz zu achten. Schwankungen in der Zusammensetzung des Recyclats können die Eigenschaften des Endprodukts negativ beeinflussen, wie etwa Viskosität, Deckkraft oder Witterungsbeständigkeit. Daher ist es unerlässlich, strenge Eingangskontrollen und standardisierte Verarbeitungsprozesse einzuführen. In der Praxis hat sich die Kombination aus recycelten und biobasierten Rohstoffen bewährt – beispielsweise der Einsatz recycelter Pigmente in Kombination mit biobasierten Bindemitteln, was eine optimale Balance zwischen Ökologie und Leistungsfähigkeit ermöglicht.

Recycelte Rohstoffe in Beschichtungsmaterialien: Wo und wie sie effektiv eingesetzt werden können

Foto: Joel Muniz / Unsplash

Wie lässt sich sicherstellen, dass ökologische Beschichtungsmaterialien die technischen Anforderungen erfüllen?

Der Übergang zu biobasierten oder recycelten Rohstoffen darf keinen Kompromiss bei den technischen Eigenschaften von Beschichtungsstoffen bedeuten. Ein entscheidender Faktor ist die sorgfältige Auswahl der Rohstoffe und deren gegenseitige Kompatibilität. Beispielsweise müssen biobasierte Harze auf Basis pflanzlicher Öle so modifiziert werden, dass sie vergleichbare Härte, Elastizität und Chemikalienbeständigkeit wie synthetische Alternativen erreichen. Dies erfordert häufig eine Optimierung der Rezeptur, etwa durch Zugabe von Additiven zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften oder Stabilisatoren gegen UV-Strahlung.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Prüfung nach geltenden Normen und Industriestandards. Dazu gehören Tests der Witterungsbeständigkeit, der Haftung auf dem Untergrund, der Abriebfestigkeit oder der chemischen Beständigkeit. Bei recycelten Rohstoffen ist zusätzlich zu überprüfen, ob sie unerwünschte Kontaminanten enthalten, die die Stabilität oder Sicherheit des Beschichtungsstoffs beeinträchtigen könnten. Hersteller sollten mit Rohstofflieferanten zusammenarbeiten, die transparente Informationen über Herkunft und Verarbeitung ihrer Produkte bereitstellen, einschließlich Zertifizierungen wie REACH oder Umweltzeichen wie dem EU Ecolabel.

Zukunft von Beschichtungsstoffen: Trends und Innovationen in nachhaltigen Lösungen

Die Zukunft von Beschichtungsstoffen wird maßgeblich von Innovationen im Bereich nachhaltiger Rohstoffe und Technologien geprägt sein. Einer der vielversprechendsten Trends ist die Entwicklung hybrider Systeme, die biobasierte und recycelte Komponenten mit fortschrittlichen Nanomaterialien kombinieren. Beispielsweise können Graphen oder Nanocellulose die mechanischen Eigenschaften von Beschichtungen deutlich verbessern und gleichzeitig den Bedarf an Rohstoffen reduzieren. Ein weiterer Ansatz ist die Erforschung selbstheilender Beschichtungen, die biobasierte Polymere nutzen, um Mikrorisse zu reparieren, wodurch die Lebensdauer von Oberflächen verlängert und der Reparaturbedarf verringert wird.

Regulatorischer Druck und Marktnachfrage werden die Hersteller weiterhin zu mehr Transparenz und einer Verringerung des ökologischen Fußabdrucks drängen. Es wird erwartet, dass bis zum Jahr 2030 die meisten Beschichtungsstoffe mindestens 30 % biobasierte oder recycelte Rohstoffe enthalten werden. Für die Hersteller bedeutet dies die Notwendigkeit, in Forschung und Entwicklung zu investieren, aber auch in die Aufklärung der Kunden, die oft die mit ökologischen Alternativen verbundenen Risiken überschätzen. Der Schlüssel zum Erfolg wird sein, nachzuweisen, dass nachhaltige Beschichtungsstoffe nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch technisch gleichwertig oder sogar besser als herkömmliche Lösungen sein können.

Zukunft von Beschichtungsstoffen: Trends und Innovationen in nachhaltigen Lösungen

Foto: Maciej Karoń / Unsplash

Rezepturoptimierung: Wie biobasierte und recycelte Rohstoffe für maximale Effizienz kombiniert werden

Beim Umstieg auf nachhaltigere Beschichtungsstoffe ist es entscheidend, ein Gleichgewicht zwischen ökologischem Nutzen und technischer Leistungsfähigkeit zu finden. Biobasierte Rohstoffe wie pflanzliche Öle, Zellulose oder Lignin bieten einen geringen CO₂-Fußabdruck und einen erneuerbaren Ursprung, doch ihre Eigenschaften können sich von traditionellen petrochemischen Alternativen unterscheiden. Beispielsweise können pflanzliche Öle die Flexibilität der Beschichtung verbessern, jedoch kann ihre Beständigkeit gegen UV-Strahlung oder Chemikalien geringer sein. Eine Lösung besteht in der Kombination mit recycelten Füllstoffen wie mikronisierten Glas- oder Mineralpartikeln, die die mechanische Beständigkeit und Haltbarkeit erhöhen.

Ein praktisches Beispiel ist der Einsatz biobasierter Harze in Kombination mit recycelten Pigmenten aus Industrieabfällen. Eine solche Rezeptur kann eine bis zu 50%ige Reduzierung der CO₂-Emissionen erreichen und gleichzeitig eine vergleichbare Deckkraft und Beständigkeit wie konventionelle Beschichtungen bewahren. Wichtig ist, die Kompatibilität der Rohstoffe unter Laborbedingungen zu testen, beispielsweise durch Überprüfung der Viskosität, Trocknungszeit und Haftung auf dem Untergrund. Hersteller sollten zudem die Verfügbarkeit der Rohstoffe und deren Preisstabilität berücksichtigen, um Störungen im Produktionsprozess zu vermeiden.

Zertifizierungen und Transparenz: Wie Sie die Nachhaltigkeit von Beschichtungsstoffen gegenüber Kunden nachweisen

Kunden im industriellen Sektor fordern zunehmend Nachweise über die ökologische Herkunft der Rohstoffe und die Gesamtauswirkungen des Produkts auf die Umwelt. Zertifizierungen wie das EU-Ecolabel, Cradle to Cradle oder biobasierte Zertifikate nach EU-Standards bieten eine unabhängige Überprüfung der Nachhaltigkeit. Diese Zertifikate bewerten nicht nur den Anteil an erneuerbaren oder recycelten Rohstoffen, sondern auch den Energiebedarf der Produktion, die Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) und die Recyclingfähigkeit der Verpackung.

Transparenz ist auch in der Kommunikation mit den Abnehmern entscheidend. Hersteller sollten den Anteil an biobasierten oder recycelten Rohstoffen in Prozent angeben und Informationen über deren Herkunft bereitstellen, beispielsweise ob es sich um Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie oder recycelte Materialien aus Industrieabfällen handelt. Wichtig ist zudem anzugeben, ob die Rohstoffe die Anforderungen von REACH und CLP erfüllen, was deren sichere Verwendung gewährleistet. Für B2B-Kunden ist es außerdem vorteilhaft, Ergebnisse der Ökobilanz (LCA) zu teilen, die die Umweltauswirkungen des Produkts vom Rohstoffabbau bis zur Entsorgung quantifizieren.

Herausforderungen und Grenzen: Wo nachhaltige Beschichtungsstoffe an technische Limits stoßen

Obwohl biobasierte und recycelte Rohstoffe zahlreiche Vorteile bieten, ist ihr Einsatz in Beschichtungsstoffen nicht ohne Herausforderungen. Eines der Hauptprobleme ist die gleichbleibende Qualität, insbesondere bei recycelten Materialien, die Verunreinigungen enthalten oder eine variable Zusammensetzung aufweisen können. Dies kann zu ungleichmäßigem Deckvermögen, verringerter Haftung oder verkürzter Lebensdauer der Beschichtung führen. Die Lösung liegt in einer gründlichen Vorbehandlung der Rohstoffe, beispielsweise durch Filtration, Mahlen oder chemische Stabilisierung, um einheitliche Eigenschaften zu gewährleisten.

Eine weitere Herausforderung ist die Beständigkeit gegenüber extremen Bedingungen wie hohen Temperaturen, Feuchtigkeit oder chemischen Umgebungen. Biobasierte Harze können anfälliger für UV-bedingten Abbau oder mikrobiellen Befall sein, was ihren Einsatz in Außenanwendungen einschränkt. Hersteller kombinieren daher häufig biobasierte Komponenten mit Additiven wie UV-Stabilisatoren oder Bioziden, die die Lebensdauer der Beschichtung verlängern. Wichtig sind auch Tests unter realen Bedingungen, beispielsweise an Wetterprüfplatten, um die Langzeitstabilität zu überprüfen.

Suchen Sie nach einer nachhaltigen Lösung für Ihre Beschichtungen?

Die GCG Group liefert ein breites Portfolio an Rohstoffen für umweltfreundliche Beschichtungsmaterialien und Tinten, einschließlich biobasierter und recycelter Alternativen. Zu jedem Rohstoff stellen wir detaillierte technische und Sicherheitsdatenblätter zur Verfügung und beraten Sie bei der Auswahl der optimalen Lösung für Ihre Anwendung. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt unseren Katalog mit über 1 300 Produkten an.

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