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Ökodesign von Reinigungsmitteln: Effizienz und
Nachhaltigkeit 14. 7. 2026 Redakce GCG Chemicals

Ökodesign von Reinigungsmitteln: Effizienz und

Wie entwickelt man industrielle Reinigungsmittel umweltfreundlich und trotzdem leistungsstark? Praktische Tipps für nachhaltiges Design.

Ökodesign industrieller Reinigungsmittel: Wie der ökologische Fußabdruck reduziert werden kann, ohne die Wirksamkeit zu beeinträchtigen

Foto: PuroClean of Fort Worth / Unsplash

Industrielle Reinigungsmittel müssen oft widersprüchliche Anforderungen ausbalancieren: hohe Wirksamkeit bei der Schmutzentfernung, Kompatibilität mit empfindlichen Materialien und gleichzeitig die Minimierung der Umweltauswirkungen. Das Ökodesign dieser Produkte beschränkt sich dabei nicht nur auf den Austausch eines Rohstoffs durch einen anderen – es erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Von der Auswahl biologisch abbaubarer Tenside über die Optimierung des pH-Werts bis hin zur Reduzierung des Wasser- und Energieverbrauchs. Welche konkreten Schritte können Hersteller und Einkäufer unternehmen, um ihre Reinigungsprozesse umweltfreundlicher zu gestalten, ohne Qualität oder Wirtschaftlichkeit zu beeinträchtigen?

Ökodesign in der industriellen Reinigung: Warum ist es unerlässlich?

Industrielle Reinigungsmittel spielen eine Schlüsselrolle in vielen Produktionsprozessen, von der Lebensmittelindustrie bis zur Automobilbranche. Ihr ökologischer Fußabdruck wird jedoch oft vernachlässigt. Ökodesign, also die Gestaltung von Produkten mit dem Ziel, die Umweltauswirkungen über ihren gesamten Lebenszyklus zu minimieren, wird nicht nur zu einer ethischen Verpflichtung, sondern auch zu einem Wettbewerbsvorteil. Gemäß der REACH- und CLP-Verordnung müssen Hersteller bereits jetzt die Sicherheit ihrer Chemikalien nachweisen, doch Ökodesign geht weiter – es konzentriert sich auf die Reduzierung von Toxizität, Wasser- und Energieverbrauch oder auf die Erhöhung der biologischen Abbaubarkeit.

In der Praxis bedeutet dies, problematische Substanzen wie Phosphate, chlorierte Verbindungen oder nichtionische Tenside mit hohem Ethoxylatgehalt durch umweltfreundlichere Alternativen zu ersetzen. Beispielsweise können Enzyme oder Biosurfactants organische Verunreinigungen bei niedrigeren Temperaturen effektiv abbauen und so Energie sparen. Wichtig ist auch die Optimierung der Konzentrationen der Wirkstoffe – eine übermäßige Dosierung belastet nicht nur die Umwelt, sondern erhöht auch die Kosten für die Kunden.

Biologische Abbaubarkeit und Toxizität: Wie wählt man umweltfreundlichere Rohstoffe aus?

Die biologische Abbaubarkeit ist ein grundlegendes Kriterium bei der Auswahl von Rohstoffen für ökologische Reinigungsmittel. Substanzen, die sich schnell und vollständig durch die Einwirkung von Mikroorganismen zersetzen, verringern das Risiko der Kontamination von Gewässern und Böden. Gemäß standardisierter Prüfmethoden wird die biologische Abbaubarkeit als Prozentsatz der abgebauten Substanz innerhalb eines bestimmten Zeitraums gemessen – idealerweise sollte sie mindestens 60 % innerhalb von 28 Tagen erreichen. Zu den umweltfreundlichen Alternativen gehören beispielsweise kurzkettige Alkohole, Zuckertenside (z. B. Alkylpolyglukoside) oder pflanzliche Öle.

Die Toxizität für Wasserorganismen ist ein weiterer entscheidender Parameter. Substanzen mit geringer akuter und chronischer Toxizität, wie einige anionische Tenside auf Sulfatbasis, werden persistenten Verbindungen vorgezogen. Ebenso wichtig ist es, Substanzen zu vermeiden, die sich in der Nahrungskette anreichern (Bioakkumulation). Zertifizierungen wie das EU Ecolabel oder der Nordic Swan bieten Orientierung, welche Produkte strenge ökologische Anforderungen erfüllen, ohne Kompromisse bei der Wirksamkeit einzugehen.

Biologische Abbaubarkeit und Toxizität: Wie wählt man umweltfreundlichere Rohstoffe aus?

Foto: JESHOOTS.COM / Unsplash

Optimierung von Formulierungen: Wirksamkeit ohne unnötige Belastung

Ecodesign bedeutet nicht, Wirksamkeit zugunsten der Ökologie zu opfern – es geht um das Finden eines Gleichgewichts. Moderne Formulierungen von Reinigungsmitteln kombinieren oft mehrere Arten von Wirkstoffen, die sich gegenseitig synergistisch ergänzen. Beispielsweise ermöglicht die Kombination von anionischen und nichtionischen Tensiden die Reduzierung der Gesamtmenge der benötigten Substanzen bei gleichbleibender Reinigungsleistung. Ähnlich können Enzyme wie Proteasen oder Lipasen spezifische Verschmutzungen (Proteine, Fette) bereits bei Temperaturen um 30–40 °C abbauen, was Energie spart.

Eine wichtige Rolle spielt auch der pH-Wert des Mediums. Neutrale oder leicht saure Reinigungsmittel sind schonender zu Oberflächen und der Umwelt als stark alkalische oder saure Produkte. Beispielsweise werden zur Reinigung von Metallen oft saure Formulierungen mit einem pH-Wert von 2–4 verwendet, aber eine umweltfreundlichere Alternative können schwach saure Systeme mit einem pH-Wert von 4–6 sein, die bei geringerer Konzentration der Wirkstoffe eine vergleichbare Wirksamkeit erzielen. Die Optimierung der Dosierung durch automatische Dosiersysteme minimiert zudem die Verschwendung.

Praktische Schritte für Hersteller: Wie lässt sich Ecodesign umsetzen?

Die Umsetzung von Ecodesign beginnt mit der Analyse bestehender Produkte und ihres Lebenszyklus. Hersteller sollten kritische Punkte identifizieren, wie Rohstoffe mit hoher Toxizität, energieintensive Prozesse oder übermäßige Verpackungen. Anschließend ist es möglich, problematische Bestandteile schrittweise durch umweltfreundlichere Alternativen zu ersetzen – beispielsweise durch den Wechsel von petrochemischen Tensiden zu Biosurfactants oder von Phosphaten zu Citraten. Wichtig ist, neue Formulierungen mit Standardmethoden zu testen, um ihre Wirksamkeit und Stabilität zu überprüfen.

Die Zusammenarbeit mit Rohstofflieferanten ist entscheidend – viele Chemikalienhersteller bieten heute ökologisch optimierte Varianten ihrer Produkte an, die die Anforderungen von REACH und CLP erfüllen. Ein weiterer Schritt ist die Schulung der Kunden, damit sie Reinigungsmittel korrekt anwenden und dosieren, wodurch deren Verbrauch reduziert wird. Abschließend ist es ratsam, Zertifizierungen wie das EU Ecolabel in Betracht zu ziehen, die die Glaubwürdigkeit des Produkts auf dem Markt erhöhen und Türen zu neuen Geschäftsmöglichkeiten öffnen können.

Praktische Schritte für Hersteller: Wie setzt man Ökodesign um?

Foto: Toon Lambrechts / Unsplash

Wasser-Fußabdruck und Recycling: Wie der Einfluss auf Wasserressourcen minimiert werden kann

Industrielle Reinigungsmittel gehören zu den größten Wasserverbrauchern in Produktionsbetrieben. Ihr Ökodesign muss daher nicht nur die Auswahl der Rohstoffe umfassen, sondern auch Strategien zur Verringerung des Wasser-Fußabdrucks. Ein entscheidender Schritt ist die Optimierung der Konzentrationen der Wirkstoffe – zu stark verdünnte Produkte erfordern größere Wassermengen bei der Anwendung, während zu konzentrierte Mischungen das Risiko einer Verschmutzung des Abwassers erhöhen können. Das ideale Verhältnis liegt zwischen 5–15 % aktiver Bestandteile, wobei die genauen Werte von der jeweiligen Anwendung und der Art der Verschmutzung abhängen.

Eine weitere effektive Maßnahme ist die Implementierung von Systemen zur Rückführung von Prozesswasser. Moderne Technologien wie Membranfiltration oder Umkehrosmose ermöglichen die mehrfache Nutzung von Wasser in geschlossenen Kreisläufen, wodurch der Gesamtverbrauch um bis zu 70 % reduziert werden kann. Wichtig ist auch die Überwachung des pH-Werts und der Wasserhärte – zu hartes Wasser erfordert höhere Dosierungen von Tensiden, was die ökologische Belastung erhöht. Der Einsatz von Enthärtern oder die Wasseraufbereitung vor der Anwendung des Reinigungsmittels kann den Rohstoff- und Wasserverbrauch deutlich senken.

Verpackungsmaterialien und Logistik: Versteckte Chancen für Nachhaltigkeit

Beim Ökodesign industrieller Reinigungsmittel liegt der Fokus häufig auf der Formulierung selbst, doch ebenso wichtig sind die Wahl der Verpackungsmaterialien und die logistischen Prozesse. Traditionelle Kunststofffässer und Kanister stellen eine erhebliche ökologische Belastung dar, insbesondere wenn sie nicht recycelt werden. Alternativen sind wiederverwendbare Verpackungen aus recycelten Materialien oder biologisch abbaubaren Kunststoffen, die die Anforderungen an Beständigkeit und chemische Kompatibilität erfüllen. Bei Großabnehmern haben sich Systeme mit austauschbaren Behältern bewährt, die die Abfallmenge minimieren.

Die Logistik spielt eine Schlüsselrolle im gesamten CO₂-Fußabdruck eines Produkts. Die Optimierung von Transportrouten, die Nutzung von Sammelladungen und die Bevorzugung lokaler Lieferanten können die CO₂-Emissionen um bis zu 30 % reduzieren. Wichtig ist auch die Berücksichtigung der Produktdichte – konzentrierte Formulierungen verringern das Volumen der transportierten Waren, wodurch Kraftstoff und Kosten eingespart werden. Hersteller sollten auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, Produkte in Pulver- oder Tablettenform anzubieten, die ein deutlich geringeres Gewicht und Volumen aufweisen als flüssige Varianten.

Zertifizierungen und Transparenz: Wie Sie ökologische Vorteile den Kunden kommunizieren

Hersteller von industriellen Reinigungsmitteln, die in Ökodesign investieren, sollten ihre Bemühungen transparent gegenüber den Kunden kommunizieren. Zertifizierungen wie das EU Ecolabel, Nordic Swan oder Cradle to Cradle bieten eine unabhängige Bestätigung der ökologischen Eigenschaften eines Produkts und erleichtern Einkäufern die Entscheidungsfindung. Diese Zertifikate bewerten nicht nur die biologische Abbaubarkeit und Toxizität der Rohstoffe, sondern auch den Energiebedarf der Produktion, Verpackungsmaterialien und Recyclingfähigkeit. Die Erlangung einer Zertifizierung kann kostspielig sein, erhöht jedoch langfristig die Glaubwürdigkeit der Marke und eröffnet den Zugang zu öffentlichen Aufträgen mit ökologischen Anforderungen.

Transparenz ist auch im Bereich der Produktzusammensetzung entscheidend. Kunden, insbesondere aus der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie, verlangen oft detaillierte Informationen über den Gehalt von Substanzen, einschließlich solcher, die nicht verpflichtend in Sicherheitsdatenblättern angegeben werden müssen. Die Veröffentlichung freiwilliger Umweltproduktdeklarationen (EPD) oder die Offenlegung von Daten zum CO₂-Fußabdruck eines Produkts kann einen Wettbewerbsvorteil darstellen. Wichtig ist auch die Schulung der Vertriebsmitarbeiter, damit sie die ökologischen Vorteile des Produkts erklären und Kunden bei der Auswahl der für ihre spezifischen Bedürfnisse am besten geeigneten Variante unterstützen können.

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