GCG Group
StartseiteNewsÖkodesign industrieller Reinigungsmittel: Wie Sie den Wasser- und Energieverbrauch senken, ohne die Wirksamkeit zu beeinträchtigen
Ökodesign industrieller Reinigungsmittel: Wie Sie den Wasser- und Energieverbrauch senken, ohne die Wirksamkeit zu beeinträchtigen
Nachhaltigkeit 7. 8. 2026 Redakce GCG Chemicals

Ökodesign industrieller Reinigungsmittel: Wie Sie den Wasser- und Energieverbrauch senken, ohne die Wirksamkeit zu beeinträchtigen

Erfahren Sie, wie Sie die Zusammensetzung industrieller Reinigungsmittel für einen geringeren Wasser- und Energieverbrauch optimieren können, ohne die Reinigungsleistung zu opfern. Praktische Tipps für Produktionsunternehmen.

Ökodesign industrieller Reinigungsmittel: Wie Sie den Wasser- und Energieverbrauch reduzieren, ohne die Wirksamkeit zu beeinträchtigen

Foto: Jakub Żerdzicki / Unsplash

Industrielle Reinigungs- und Waschmittel sind ein unverzichtbarer Bestandteil von Produktionsprozessen, doch ihr Einsatz geht oft mit einem hohen Verbrauch an Wasser, Energie und Chemikalien einher. Mit dem zunehmenden Druck auf Nachhaltigkeit und die Senkung der Betriebskosten konzentrieren sich immer mehr Unternehmen auf das Ökodesign – also auf die Gestaltung von Produkten und Prozessen, die die Umweltauswirkungen minimieren. Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht nur in der Auswahl umweltfreundlicherer Rohstoffe, sondern auch in der Optimierung des gesamten Reinigungszyklus. Wie lässt sich dies erreichen, ohne Kompromisse bei der Wirksamkeit einzugehen? Die Antwort liegt in der Kombination der richtigen chemischen Komponenten, technologischen Anpassungen und einem systematischen Ansatz für die Prozesse.

Ökodesign als Strategie für nachhaltige Herstellung von Reinigungsmitteln

Ecodesign industrieller Reinigungsmittel ist nicht nur ein Modetrend, sondern eine Notwendigkeit in einer Zeit wachsender Anforderungen an Nachhaltigkeit und die Reduzierung von Umweltauswirkungen. Grundlage des Ecodesigns ist die Minimierung des Ressourcenverbrauchs – von Wasser, Energie und Rohstoffen – bei gleichzeitiger Wahrung oder sogar Verbesserung der Reinigungsleistung. In der Praxis bedeutet dies eine Neubewertung des gesamten Produktlebenszyklus, von der Auswahl der Rohstoffe über die Herstellungsprozesse bis hin zur Anwendung und Entsorgung von Rückständen. Beispielsweise kann der Ersatz traditioneller erdölbasierter Tenside durch biologisch abbaubare Alternativen aus erneuerbaren Quellen den ökologischen Fußabdruck um bis zu 30 % verringern, ohne dass die Reinigungswirkung beeinträchtigt wird.

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Optimierung der Konzentrationen der Wirkstoffe. Viele industrielle Reinigungsmittel werden in übermäßigen Mengen eingesetzt, was den Wasserverbrauch beim Spülen erhöht und die Kläranlagen belastet. Ecodesignte Produkte arbeiten oft mit geringeren Dosierungen, aber höherer Effizienz dank der Synergie zwischen den Komponenten. Beispielsweise ermöglicht die Kombination von anionischen und nichtionischen Tensiden das Erreichen der gewünschten Sauberkeit bei niedrigerer Konzentration, was nicht nur Rohstoffe, sondern auch die zum Erhitzen des Wassers benötigte Energie einspart.

Reduzierung des Wasserverbrauchs: Effektive Techniken und Produktzusammensetzungen

Der Wasserverbrauch stellt eines der größten Umweltprobleme im Zusammenhang mit der industriellen Reinigung dar. Die Lösung liegt sowohl in der Anpassung der Zusammensetzung der Reinigungsmittel als auch in der Optimierung der Anwendungsprozesse. Eine Schlüsselrolle spielen sogenannte schaumarme Tenside, die eine effektive Reinigung auch bei niedrigeren Temperaturen und mit geringeren Wassermengen ermöglichen. Diese Substanzen verringern die Oberflächenspannung des Wassers, verbessern die Benetzbarkeit und erleichtern die Entfernung von Verunreinigungen ohne die Notwendigkeit intensiver mechanischer Einwirkung.

Ein weiterer Ansatz ist der Einsatz von Enzymen oder Mikroorganismen, die organische Verunreinigungen bereits bei niedrigen Temperaturen abbauen. Dadurch lässt sich die Temperatur von Wasch- oder Reinigungsbädern um 10–20 °C senken, was zu Energieeinsparungen und gleichzeitig zu einem geringeren Wasserverbrauch führt. In industriellen Betrieben haben sich auch Wasserrückführungssysteme bewährt, bei denen Spülwasser gefiltert und wiederverwendet wird. Dadurch kann der Gesamtwasserverbrauch um bis zu 50 % reduziert werden, ohne die Reinigungsqualität zu beeinträchtigen.

Reduzierung des Wasserverbrauchs: Effektive Techniken und Produktzusammensetzungen

Foto: EqualStock / Unsplash

Energieeinsparung: Optimierung von Temperaturregimen und Prozessen

Der Energiebedarf der industriellen Reinigung wird häufig unterschätzt, obwohl die Erwärmung des Wassers und der Betrieb von Reinigungsanlagen einen erheblichen Teil der Betriebskosten ausmachen. Ökodesignte Reinigungsmittel ermöglichen eine effektive Reinigung bereits bei Temperaturen von 30–40 °C, was 20–30 °C weniger ist als bei herkömmlichen Produkten. Dies lässt sich beispielsweise durch die Kombination von Tensiden mit Chelatbildnern erreichen, die das Wasser enthärten und die Ablagerung mineralischer Verunreinigungen verhindern, wodurch der Bedarf an hohen Temperaturen reduziert wird.

In industriellen Betrieben ist es ebenfalls wichtig, die zeitlichen und temperaturbezogenen Abläufe zu optimieren. Beispielsweise kann die Vorbehandlung von Oberflächen mit Niedrigtemperatur-Reinigungsmitteln die Dauer des Hauptwaschzyklus verkürzen, was Energie spart. Eine weitere wirksame Maßnahme ist die Nutzung von Abwärme aus anderen Prozessen zur Vorwärmung des Wassers. In Kombination mit modernen Dosiersystemen, die die Verschwendung von Chemikalien minimieren, lassen sich Energieeinsparungen von bis zu 40 % erzielen, ohne die Reinigungsqualität negativ zu beeinflussen.

Zertifizierungen und Gesetzgebung: Wie Sie sich in ökologischen Anforderungen zurechtfinden

Die Auswahl umweltfreundlicher Reinigungsmittel wird durch die Vielzahl an Zertifizierungen und gesetzlichen Anforderungen erschwert. Die grundlegende Vorschrift in der EU ist die REACH-Verordnung, die die Verwendung chemischer Stoffe regelt und deren Sicherheit für Gesundheit und Umwelt betont. Darüber hinaus ist die CLP/GHS-Verordnung zu beachten, die Regeln für die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung chemischer Gemische festlegt. Diese Vorschriften behandeln jedoch nicht direkt die Umweltverträglichkeit, weshalb sich Hersteller häufig an freiwillige Zertifizierungen wie das EU Ecolabel oder den Nordic Swan wenden.

Bei der Auswahl von Reinigungsmitteln ist es wichtig zu überprüfen, ob das Produkt die Anforderungen an die biologische Abbaubarkeit, die Toxizität für Wasserorganismen und den Gehalt an gefährlichen Stoffen erfüllt. Das EU-Ecolabel garantiert beispielsweise, dass das Produkt während seines gesamten Lebenszyklus minimale Auswirkungen auf die Umwelt hat. Für industrielle Anwendungen sind ebenfalls Zertifizierungen wichtig, die auf spezifische Sektoren wie die Lebensmittelindustrie oder das Gesundheitswesen abzielen, wo die Anforderungen an Hygiene und Sicherheit besonders streng sind.

Zertifizierungen und Gesetzgebung: Orientierung in ökologischen Anforderungen

Foto: wei / Unsplash

Auswahl von Rohstoffen mit geringer Umweltbelastung: Biologische Abbaubarkeit und erneuerbare Quellen

Ein entscheidender Schritt im Ökodesign industrieller Reinigungsmittel ist die Auswahl von Rohstoffen, die die Umweltauswirkungen minimieren. Priorität sollten Substanzen mit hoher biologischer Abbaubarkeit haben, die sich schnell in unschädliche Bestandteile zersetzen, ohne toxische Metaboliten zu bilden. Beispielsweise erreichen anionische Tenside auf Basis von Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen (z. B. Kokos- oder Palmöl) eine biologische Abbaubarkeit von über 90 % innerhalb von 28 Tagen gemäß Standardtests, was das Risiko einer Akkumulation in Ökosystemen deutlich verringert.

Ein weiteres Kriterium ist die Nutzung erneuerbarer Ressourcen. Polyole, die aus Zuckerrohr oder Stärke gewonnen werden, stellen eine nachhaltige Alternative zu petrochemischen Derivaten dar und behalten dabei die gewünschten technischen Eigenschaften wie geringe Flüchtigkeit oder Kompatibilität mit anderen Komponenten bei. Bei der Auswahl von Additiven (z. B. Komplexbildnern) ist es ratsam, Substanzen mit geringem Phosphor- oder Stickstoffgehalt zu bevorzugen, um die eutrophierende Belastung von Gewässern zu begrenzen. Wichtig ist auch, zu überprüfen, ob die Rohstoffe die Anforderungen der REACH-Verordnung erfüllen und nicht auf der Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe (SVHC) stehen.

Optimierung von Konzentration und Dosierung: Weniger ist mehr

Eine unnötige Überdosierung von Reinigungsmitteln erhöht nicht nur die Kosten, sondern auch die Umweltbelastung. Moderne Formulierungen zielen daher auf eine Maximierung der Wirksamkeit bei minimaler Menge an Wirkstoffen ab. Beispielsweise ermöglichen konzentrierte Produkte mit einem Tensidgehalt von 15–25 % (im Vergleich zu den üblichen 5–10 %) eine Reduzierung des verwendeten Mittels um bis zu 50 %, ohne dass die Reinigungsleistung beeinträchtigt wird. Eine Schlüsselrolle spielt die Synergie zwischen den Komponenten – die Kombination von anionischen und nichtionischen Tensiden kann die Wirksamkeit bei niedrigeren Konzentrationen durch bessere Benetzungs- und Emulgiereigenschaften erhöhen.

Automatisierte Dosiersysteme mit einer Genauigkeit von ±2 % minimieren zusätzlich die Verschwendung. Bei industriellen Anwendungen wie der Reinigung von Maschinenkomponenten oder Oberflächen können Methoden zur kontinuierlichen Überwachung (z. B. Messung der Oberflächenspannung oder des pH-Werts) eingesetzt werden, die die Dosierung in Echtzeit an den aktuellen Verschmutzungsgrad anpassen. Dadurch werden nicht nur Rohstoffe, sondern auch die für die Wassererwärmung oder den Betrieb von Reinigungsanlagen benötigte Energie eingespart. Für Kunden ist es wichtig, klare Dosieranweisungen und Schulungen für das Bedienpersonal bereitzustellen, um Anwendungsfehler zu vermeiden.

Innovative Technologien für schonendere Reinigung: Von Ultraschall bis zu enzymatischen Systemen

Traditionelle mechanische Reinigung erfordert oft hohe Temperaturen und aggressive Chemikalien, was den Energie- und Wasserverbrauch erhöht. Eine Alternative sind physikalische Methoden wie die Ultraschallreinigung, die Kavitation nutzt, um Verunreinigungen auch bei Temperaturen unter 40 °C zu entfernen. Ultraschallbäder mit einer Frequenz von 20–40 kHz können den Bedarf an chemischen Mitteln um bis zu 70 % reduzieren und verkürzen gleichzeitig die Reinigungszeit um 30–50 %. Diese Technologie ist besonders effektiv bei empfindlichen Materialien wie elektronischen Bauteilen oder medizinischen Instrumenten, bei denen Oberflächenschäden minimiert werden müssen.

Ein weiterer vielversprechender Ansatz sind enzymatische Reinigungssysteme, die organische Verunreinigungen (Fette, Proteine, Stärke) mithilfe spezifischer Enzyme bei Temperaturen von 20–50 °C abbauen. Enzyme wie Lipasen oder Proteasen wirken gezielt und beschädigen die Materialien nicht, was ihren Einsatz auch in der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie ermöglicht. Vorteile sind zudem die geringe Toxizität und einfache biologische Abbaubarkeit. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, ist es jedoch notwendig, die Art des Enzyms sorgfältig auf die Art der Verschmutzung und die Prozessbedingungen (pH-Wert, Temperatur, Einwirkzeit) abzustimmen.

Benötigen Sie Beratung bei der Auswahl von Rohstoffen?

Jede Produktion hat ihre spezifischen Anforderungen, daher ist es wichtig, die richtige chemische Zusammensetzung maßgeschneidert auszuwählen. Die GCG Group stellt zu jedem Rohstoff detaillierte technische und Sicherheitsdatenblätter bereit, und unsere Experten beraten Sie gerne bei der Auswahl umweltfreundlicherer Alternativen, die Ihre Anforderungen an Wirksamkeit und Nachhaltigkeit erfüllen. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt den Katalog mit über 1 300 Produkten an.

Anfragekorb

0 Produkte

Der Korb ist leer

Fügen Sie Produkte aus dem Katalog hinzu

Favoriten

0 Produkte

Noch keine Favoriten

Klicken Sie auf das Herz-Symbol bei einem Produkt, um es hier zu speichern