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Pharmazeutische Rohstoffe und ihre Stabilität: Wie man Degradation während der Herstellung und Lagerung vermeidet
Ratgeber 11. 8. 2026 Redakce GCG Chemicals

Pharmazeutische Rohstoffe und ihre Stabilität: Wie man Degradation während der Herstellung und Lagerung vermeidet

Die Degradation pharmazeutischer Rohstoffe kann die Qualität von Arzneimitteln gefährden und die Herstellungskosten erhöhen. Wie lässt sich ihre Stabilität vom Wareneingang bis zur Verarbeitung sicherstellen? Praktische Tipps für Hersteller.

Pharmazeutische Rohstoffe und ihre Stabilität: Wie Sie Degradation während der Herstellung und Lagerung vermeiden

Foto: Trnava University / Unsplash

Die Stabilität pharmazeutischer Rohstoffe ist entscheidend für die Gewährleistung der Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln. Schon geringfügige Abweichungen bei Temperatur, Feuchtigkeit oder Lichteinwirkung können zur Degradation von Wirkstoffen (API) oder Hilfsstoffen führen, was sich auf die Qualität des Endprodukts auswirkt. Hersteller stehen oft vor der Frage, wie empfindliche Rohstoffe richtig gelagert, ihre Stabilität während der Produktion überwacht oder Kontaminationen vermieden werden können. Dieser Artikel befasst sich mit konkreten Maßnahmen, die helfen, Risiken zu minimieren und die Rohstoffe während ihrer gesamten Lebensdauer in optimalem Zustand zu halten.

Warum ist die Stabilität pharmazeutischer Rohstoffe entscheidend für die Qualität von Arzneimitteln?

Die Stabilität pharmazeutischer Rohstoffe beeinflusst direkt die Wirksamkeit, Sicherheit und Haltbarkeit der fertigen Arzneimittel. Der Abbau von Wirkstoffen oder Hilfsstoffen kann zum Verlust der therapeutischen Wirkung, zur Bildung unerwünschter Nebenprodukte oder sogar zu Toxizität führen. Beispielsweise verringert die Oxidation von Vitamin C oder der hydrolytische Abbau bestimmter Antibiotika deren Wirksamkeit und verkürzt die Verwendbarkeitsdauer. Hersteller müssen sicherstellen, dass die Rohstoffe während des gesamten Prozesses – vom Einkauf über die Lagerung bis zur Verarbeitung im Produktionsprozess – stabil bleiben.

Neben qualitativen Risiken hat die Instabilität von Rohstoffen auch wirtschaftliche Auswirkungen. Entwertete Materialien führen zu finanziellen Verlusten, Produktionsverzögerungen und potenziellen Problemen mit den Aufsichtsbehörden. Gemäß den Anforderungen der Guten Herstellungspraxis (GMP) und der REACH-Verordnung müssen Rohstoffe unter Bedingungen gelagert und verarbeitet werden, die das Risiko eines Abbaus minimieren. Dazu gehören die Kontrolle von Temperatur, Feuchtigkeit, Licht und Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Komponenten.

Welche Faktoren verursachen am häufigsten den Abbau von Rohstoffen?

Zu den Hauptfaktoren, die die Stabilität pharmazeutischer Rohstoffe beeinflussen, gehören Temperatur, Feuchtigkeit, Licht, Sauerstoff und der pH-Wert des Mediums. Hohe Temperaturen beschleunigen chemische Reaktionen wie Oxidation oder hydrolytischen Abbau, während niedrige Temperaturen Kristallisation oder Veränderungen der physikalischen Eigenschaften verursachen können. Feuchtigkeit ist besonders problematisch bei hygroskopischen Substanzen, die Wasser absorbieren und ihre Stabilität verlieren. Beispielsweise können einige Salze oder Zucker durch Feuchtigkeit ihre kristalline Struktur verlieren und ihre Fließeigenschaften verändern.

Licht, insbesondere UV-Strahlung, kann fotochemische Reaktionen auslösen, die zum Abbau empfindlicher Substanzen wie Vitamine oder bestimmte Antibiotika führen. Sauerstoff verursacht oxidativen Abbau, der häufig durch Metallionen oder Temperatur katalysiert wird. Der pH-Wert des Mediums ist entscheidend für Substanzen, die empfindlich auf saure oder basische Bedingungen reagieren, wie bestimmte Proteine oder Peptide. Hersteller müssen diese Faktoren sorgfältig überwachen und steuern, um eine gleichbleibende Qualität der Rohstoffe zu gewährleisten.

Welche Faktoren verursachen am häufigsten den Abbau von Rohstoffen?

Foto: National Cancer Institute / Unsplash

Wie sollten pharmazeutische Rohstoffe gelagert werden, um Abbau zu vermeiden?

Die Lagerung pharmazeutischer Rohstoffe erfordert die Einhaltung strenger Bedingungen, die für jede Stoffkategorie spezifisch sind. Grundsätzlich sollten die Rohstoffe in einer trockenen, kühlen und dunklen Umgebung aufbewahrt werden, idealerweise in den Originalverpackungen oder in Behältern mit inerter Atmosphäre. Die Lagertemperatur sollte in dem vom Hersteller empfohlenen Bereich gehalten werden, häufig zwischen 15–25 °C, mit Ausnahme von Substanzen, die Kühlung (2–8 °C) oder Einfrieren (-20 °C) erfordern. Die Luftfeuchtigkeit sollte 60 % relative Feuchtigkeit nicht überschreiten, um die Wasseraufnahme zu verhindern.

Für empfindliche Substanzen empfiehlt sich die Verwendung von Verpackungen mit Schutzatmosphäre, beispielsweise Stickstoff oder Argon, um den Kontakt mit Sauerstoff zu minimieren. Lagerräume sollten mit Systemen zur Überwachung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgestattet sein, einschließlich Aufzeichnungsgeräten zur Dokumentation der Bedingungen. Wichtig ist auch die getrennte Lagerung von Substanzen, die miteinander reagieren können, wie Säuren und Basen oder Oxidations- und Reduktionsmittel. Die regelmäßige Kontrolle der Verfallsdaten und physikalischen Eigenschaften der Rohstoffe hilft, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Welche analytischen Methoden werden zur Bewertung der Stabilität von Rohstoffen eingesetzt?

Die Bewertung der Stabilität pharmazeutischer Rohstoffe erfolgt mithilfe standardisierter analytischer Methoden, die chemische, physikalische und mikrobiologische Veränderungen überwachen. Zu den am häufigsten verwendeten Techniken gehören chromatographische Methoden wie HPLC (Hochleistungsflüssigchromatographie) oder GC (Gaschromatographie), die den Abbau von Wirkstoffen oder die Bildung von Verunreinigungen detektieren. Spektroskopische Methoden, beispielsweise UV-VIS- oder Infrarotspektroskopie, dienen zur Identifizierung von Veränderungen in der Molekülstruktur.

Die physikalische Stabilität wird mit Methoden wie der dynamischen Differenzkalorimetrie (DSC), Röntgenbeugung oder Mikroskopie bewertet, die Veränderungen der kristallinen Struktur, der Schmelztemperatur oder der Löslichkeit überwachen. Die mikrobiologische Stabilität wird durch Kultivierungsmethoden oder Schnelltests auf das Vorhandensein von Bakterien, Schimmelpilzen und Hefen überprüft. Die Ergebnisse dieser Analysen sind entscheidend für die Bestimmung der Haltbarkeit von Rohstoffen und die Optimierung der Lagerbedingungen. Regelmäßige Stabilitätstests sind ein integraler Bestandteil der Qualität und Sicherheit in der pharmazeutischen Produktion.

Welche analytischen Methoden werden zur Bewertung der Stabilität von Rohstoffen eingesetzt?

Foto: RephiLe water / Unsplash

Wie beeinflusst die Feuchtigkeit die Stabilität pharmazeutischer Rohstoffe und wie lässt sie sich kontrollieren?

Feuchtigkeit zählt zu den kritischsten Faktoren für den Abbau pharmazeutischer Rohstoffe, insbesondere bei Substanzen, die empfindlich auf Hydrolyse oder mikrobielle Kontamination reagieren. Viele aktive pharmazeutische Wirkstoffe (API) und Hilfsstoffe wie Laktose, Stärke oder bestimmte Salze absorbieren Feuchtigkeit aus der Umgebung, was zu chemischen Veränderungen, Wirkungsverlust oder physikalischen Veränderungen (z. B. Verhärtung, Agglomeration) führen kann. Bei hydrolyseempfindlichen Substanzen wie Estern oder Amiden kann bereits eine relativ niedrige Luftfeuchtigkeit den Abbau beschleunigen und zur Bildung unerwünschter Abbauprodukte führen.

Die Kontrolle der Feuchtigkeit erfordert eine Kombination aus technischen und organisatorischen Maßnahmen. Lagerräume sollten mit einer Klimaanlage mit Regelung der relativen Luftfeuchtigkeit (ideal 30–50 %, abhängig vom jeweiligen Rohstoff) und Überwachung durch Datenlogger ausgestattet sein. Die Verpackungen der Rohstoffe müssen wasserdampfundurchlässig sein – häufig werden mehrschichtige Folien mit Aluminiumbarriere oder Silikagel-Trocknungsmittel in geschlossenen Behältern verwendet. Bei der Handhabung sollte die Öffnungsdauer der Verpackungen minimiert und in einer Umgebung mit kontrollierter Luftfeuchtigkeit gearbeitet werden, insbesondere bei hygroskopischen Substanzen. Regelmäßige Tests des Feuchtigkeitsgehalts mit standardisierten Prüfmethoden (z. B. Karl-Fischer-Titration) helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und einem Abbau vorzubeugen.

Temperaturschwankungen und ihre Auswirkungen auf die Stabilität: Wie legt man die richtigen Bedingungen fest?

Die Temperatur ist ein weiterer entscheidender Faktor, der die Stabilität pharmazeutischer Rohstoffe beeinflusst. Erhöhte Temperaturen beschleunigen chemische Reaktionen wie Oxidation, Hydrolyse oder Polymerisation, was zu einer verkürzten Haltbarkeit oder zur Bildung toxischer Abbauprodukte führen kann. Zu niedrige Temperaturen hingegen können Kristallisation, Ausfällung oder Veränderungen polymorpher Formen verursachen, was die Löslichkeit und Bioverfügbarkeit beeinflusst. Einige Proteine oder Impfstoffe erfordern beispielsweise eine Lagerung bei Temperaturen unter -20 °C, während andere Substanzen wie Fette oder Wachse bei niedrigen Temperaturen erstarren und ihre Homogenität verlieren können.

Optimale Temperaturbedingungen richten sich nach den Spezifikationen des Herstellers und den geltenden Vorschriften (z. B. ICH-Richtlinien für Stabilitätsstudien). Für die meisten Rohstoffe wird eine Lagerung bei 15–25 °C empfohlen, mit Toleranz für kurzfristige Schwankungen bis 30 °C. Kritische Rohstoffe wie thermolabile APIs oder biologische Materialien erfordern Kühlung (2–8 °C) oder Einfrieren. Wichtig ist, eine gleichmäßige Temperaturverteilung im Raum sicherzustellen, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden und temperaturstabile Verpackungen zu verwenden. Regelmäßige Kalibrierung der Kühlgeräte und Dokumentation der Temperaturaufzeichnungen sind unerlässlich, um die Einhaltung der Bedingungen im Falle eines Audits oder einer Reklamation nachzuweisen.

Wie dokumentiert man die Stabilität von Rohstoffen korrekt und was muss ein Stabilitätsprotokoll enthalten?

Die Dokumentation der Stabilität pharmazeutischer Rohstoffe ist nicht nur entscheidend für die Qualitätssicherung, sondern auch für die Erfüllung regulatorischer Anforderungen gemäß REACH, GMP und anderen Vorschriften. Das Stabilitätsprotokoll sollte alle relevanten Informationen über den Rohstoff, die Lagerbedingungen, Testmethoden und Ergebnisse enthalten. Die grundlegende Struktur des Protokolls umfasst die Identifizierung des Rohstoffs (Name, Chargennummer, Herstellungsdatum), Spezifikationen der Lagerbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit, Lichtverhältnisse) und einen Zeitplan für die Probenentnahmen zur Analyse.

Für jede getestete Charge müssen die Ergebnisse analytischer Methoden wie Chromatographie (HPLC, GC), Spektroskopie (IR, UV-Vis) oder physikalisch-chemische Tests (Löslichkeit, pH-Wert, Feuchtigkeitsgehalt) dokumentiert werden. Wichtig ist auch die Angabe der Akzeptanzgrenzen für die einzelnen Parameter und der Vergleich mit den Anfangswerten. Bei Abweichungen muss das Protokoll eine Ursachenanalyse und vorgeschlagene Korrekturmaßnahmen enthalten. Elektronische Datenmanagementsysteme (z. B. LIMS) erleichtern die Echtzeitüberwachung der Stabilität und die automatisierte Generierung von Berichten, was die Effizienz steigert und das Risiko menschlicher Fehler verringert.

Benötigen Sie die Stabilität Ihrer Rohstoffe sicherzustellen?

Jeder pharmazeutische Rohstoff erfordert einen individuellen Umgang und Lagerbedingungen. Die GCG Group stellt zu jedem gelieferten Rohstoff detaillierte Sicherheits- und technische Datenblätter mit Empfehlungen zur Stabilität bereit, einschließlich Lager- und Transportbedingungen. Unsere Experten beraten Sie gerne bei der Auswahl geeigneter Maßnahmen für Ihre spezifische Anwendung. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt unseren Katalog mit über 1.300 Produkten an.

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