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Wie Sie Sicherheitsdatenblätter (SDS) für industrielle Klebstoffe und Dichtstoffe lesen und verstehen: Ein praktischer Leitfaden für Techniker und Einkäufer
Rechtliche Vorschriften 20. 7. 2026 Redakce GCG Chemicals

Wie Sie Sicherheitsdatenblätter (SDS) für industrielle Klebstoffe und Dichtstoffe lesen und verstehen: Ein praktischer Leitfaden für Techniker und Einkäufer

Sicherheitsdatenblätter (SDS) sind ein zentrales Dokument für die Arbeit mit Klebstoffen und Dichtstoffen. Wie lassen sich die Angaben korrekt interpretieren und Fehler vermeiden, die die Sicherheit oder die Produktionsqualität gefährden könnten?

Wie Sie Sicherheitsdatenblätter (SDS) für industrielle Klebstoffe und Dichtstoffe lesen und verstehen: Praktischer Leitfaden für Techniker und Einkäufer

Foto: Annie Spratt / Unsplash

Industrielle Klebstoffe und Dichtstoffe sind ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Produktionsprozesse, von der Automobilindustrie bis zum Bauwesen. Ihre korrekte Anwendung erfordert jedoch nicht nur technisches Know-how, sondern auch ein gründliches Verständnis der Sicherheitsdokumente. Das Sicherheitsdatenblatt (SDS) ist die grundlegende Informationsquelle über Risiken, Lagerung und Handhabung dieser chemischen Produkte. Dennoch zeigt die Praxis, dass Techniker oder Einkäufer oft wichtige Angaben übersehen – sei es aus Zeitmangel oder aufgrund der komplexen Terminologie. Dieser Artikel hilft Ihnen, sich professionell in SDS zurechtzufinden und häufige Fehler zu vermeiden, die zu Sicherheitsvorfällen oder unnötigen Kosten führen können.

Warum das Sicherheitsdatenblatt (SDS) ein Schlüsseldokument für die Arbeit mit Klebstoffen und Dichtstoffen ist

Das Sicherheitsdatenblatt (SDS, englisch Safety Data Sheet) ist ein grundlegendes Dokument, das umfassende Informationen über die chemischen Eigenschaften, Risiken und den sicheren Umgang mit industriellen Klebstoffen und Dichtungsmassen bereitstellt. Für Techniker, Einkäufer sowie Arbeitssicherheitsbeauftragte ist dessen korrektes Verständnis nicht nur aus gesetzlicher Sicht unerlässlich, sondern auch für den Gesundheitsschutz und die Unfallprävention. Gemäß der REACH-Verordnung muss jeder Lieferant von chemischen Stoffen und Gemischen ein aktuelles SDS in der Landessprache bereitstellen, in der das Produkt auf den Markt gebracht wird. Das bedeutet, dass tschechische Unternehmen Anspruch auf ein SDS in tschechischer Sprache haben, was die Orientierung erleichtert und das Risiko von Missverständnissen minimiert.

Klebstoffe und Dichtungsmassen enthalten häufig reaktive Komponenten wie Epoxidharze, Polyurethansysteme oder Cyanacrylate, die bei unsachgemäßer Handhabung gesundheitliche Probleme verursachen können (z. B. Hautreizungen, Allergien oder Schädigungen der Atemwege). Das SDS enthält genaue Anweisungen zur Lagerung, Handhabung und Entsorgung, einschließlich Informationen zu persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Maßnahmen bei Leckagen oder Bränden. Für Einkäufer ist das SDS zudem eine wichtige Grundlage für die Auswahl eines geeigneten Produkts – etwa im Hinblick auf die Materialverträglichkeit oder die Umweltanforderungen des Kunden.

Struktur des Sicherheitsdatenblatts gemäß CLP-Verordnung und GHS: Was Sie in den einzelnen Abschnitten finden

Das Sicherheitsdatenblatt ist nach dem internationalen GHS-System (Globally Harmonized System) und der CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging) standardisiert, die die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien in der EU vereinheitlicht. Das SDS besteht aus 16 Pflichtabschnitten, von denen jeder eine spezifische Rolle erfüllt. Die ersten vier Abschnitte (Identifikation des Stoffs/Gemischs und des Unternehmens, Identifikation der Gefahren, Zusammensetzung/Angaben zu Bestandteilen, Erste-Hilfe-Maßnahmen) sind entscheidend für die sofortige Reaktion im Falle eines Unfalls. So enthält beispielsweise Abschnitt 2 die Gefahreneinstufung gemäß CLP, einschließlich Warnsymbolen (Piktogrammen) sowie standardisierten Gefahrenhinweisen (H-Sätze) und Sicherheitshinweisen (P-Sätze).

Weitere wichtige Abschnitte umfassen Anweisungen zur Brandbekämpfung (Abschnitt 5), Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung (Abschnitt 6), Hinweise zur Handhabung und Lagerung (Abschnitt 7) sowie Informationen zur Exposition und persönlichen Schutzausrüstung (Abschnitt 8). Für Techniker ist besonders Abschnitt 9 von Bedeutung, der die physikalisch-chemischen Eigenschaften des Produkts beschreibt (z. B. Viskosität, Flammpunkt oder pH-Wert), sowie Abschnitt 10, der der Stabilität und Reaktivität gewidmet ist. Diese Daten helfen dabei festzustellen, ob das Produkt für eine bestimmte Anwendung geeignet ist, beispielsweise beim Verkleben von Metallen bei erhöhten Temperaturen oder in Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Struktur des Sicherheitsdatenblatts gemäß CLP- und GHS-Verordnung: Was in den einzelnen Abschnitten zu finden ist

Foto: Adam Birkett / Unsplash

Wie Sie die Gefahrenklassifizierung und Warnsymbole richtig interpretieren

Die Gefahrenklassifizierung im SDS basiert auf der CLP-Verordnung und beruht auf standardisierten Kriterien. Warnsymbole (Piktogramme) und H-Sätze (Hazard Statements) bieten schnelle visuelle und textliche Informationen über die Hauptgefahren, die mit dem Produkt verbunden sind. Beispielsweise kennzeichnet ein Piktogramm mit einer Flamme entzündbare Stoffe, während ein Symbol mit ätzender Wirkung auf die Möglichkeit von Hautverätzungen oder Materialschäden hinweist. Bei Klebstoffen und Dichtungsmassen begegnet man häufig einem Piktogramm, das Gesundheitsrisiken ausdrückt (z. B. Reizwirkung, Sensibilisierung oder Toxizität bei Einatmen).

H-Sätze spezifizieren die Art der Gefahr detaillierter – zum Beispiel „H317: Kann allergische Hautreaktionen verursachen“ oder „H335: Kann die Atemwege reizen“. Diese Informationen sind entscheidend für die Auswahl geeigneter Schutzausrüstungen, wie z. B. Nitrilhandschuhe (chemikalienbeständig) oder Atemschutzmasken mit Filter gegen organische Dämpfe. Für Einkäufer ist es wichtig, die H-Sätze verschiedener Produkte zu vergleichen, um die Variante mit dem geringsten Risiko für die jeweilige Anwendung auszuwählen. Beispielsweise ist es beim Kleben in geschlossenen Räumen ratsam, Produkte ohne H-Satz zur Reizung der Atemwege zu bevorzugen.

Praktische Tipps für die Arbeit mit SDS: Wie Sie die Informationen im Arbeitsalltag nutzen

Für Techniker und Produktionsmitarbeiter ist es entscheidend, die SDS regelmäßig zu aktualisieren und deren Verfügbarkeit am Arbeitsplatz sicherzustellen. Es wird empfohlen, eine interne SDS-Datenbank zu erstellen, in der die aktuellen Versionen für alle verwendeten Produkte gespeichert werden. Vor Beginn der Arbeit mit einem neuen Klebstoff oder einer neuen Dichtungsmasse müssen die Abschnitte 7 (Handhabung und Lagerung) und 8 (Persönliche Schutzausrüstung) studiert werden, um Fehler wie die Lagerung entzündbarer Produkte in der Nähe von Wärmequellen oder die Verwendung ungeeigneter Handschuhe zu vermeiden. Bei Produkten mit hoher Viskosität ist es wichtig, die Anweisungen zur Anwendung (z. B. empfohlene Temperatur oder Aushärtezeit) in Abschnitt 9 zu überprüfen.

Einkäufer sollten Sicherheitsdatenblätter als Instrument zum Vergleich von Produkten verschiedener Lieferanten nutzen. Bei Epoxidklebstoffen ist es beispielsweise ratsam, den Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) im Abschnitt 12 (Umweltinformationen) oder die Entsorgungshinweise in Abschnitt 13 zu vergleichen. Darüber hinaus ist es wichtig zu prüfen, ob das Produkt spezifische Kundenanforderungen erfüllt, wie z. B. Zertifizierungen für die Lebensmittelindustrie (Abschnitt 15). Bei Unklarheiten können Sie sich an den Lieferanten wenden, um zusätzliche Informationen anzufordern, z. B. über Testergebnisse zur Kompatibilität mit bestimmten Materialien.

Praktische Tipps für die Arbeit mit Sicherheitsdatenblättern: Wie Sie die Informationen im täglichen Gebrauch nutzen

Foto: CHUTTERSNAP / Unsplash

REACH und sein Einfluss auf Sicherheitsdatenblätter von Klebstoffen und Dichtstoffen: Was Sie wissen müssen

Die REACH-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) beeinflusst maßgeblich Form und Inhalt der Sicherheitsdatenblätter (SDS) für industrielle Kleb- und Dichtstoffe. Ihr Ziel ist es, ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen chemischen Industrie zu erhalten. Für Techniker und Einkäufer bedeutet dies, dass jedes bereitgestellte SDS Informationen zur Registrierung des Stoffes oder Gemisches gemäß REACH enthalten muss, einschließlich der Registrierungsnummer, sofern der Stoff in einer Menge von mehr als einer Tonne pro Jahr registriert ist. Dies ermöglicht die Rückverfolgbarkeit und Überprüfung, ob das Produkt legal auf den Markt gebracht wird.

Ein wichtiger Aspekt von REACH ist auch die Identifizierung von besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHC – Substances of Very High Concern). Diese Stoffe werden schrittweise durch sicherere Alternativen ersetzt. Enthält ein Kleb- oder Dichtstoff SVHC in einer Konzentration von mehr als 0,1 Massenprozent, muss diese Information im Abschnitt 3 des SDS angegeben werden. Für Einkäufer bedeutet dies die Notwendigkeit, die Zusammensetzung der Produkte sorgfältig zu prüfen und solche zu bevorzugen, die keine kritischen Stoffe enthalten, um das Risiko zukünftiger regulatorischer Einschränkungen oder Verbote zu verringern.

So überprüfen Sie die Gültigkeit und Aktualität des Sicherheitsdatenblatts: Checkliste für Techniker

Das Sicherheitsdatenblatt ist kein statisches Dokument – es muss die aktuellen gesetzlichen Anforderungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse widerspiegeln. Die Gültigkeit eines SDS ist auf maximal 5 Jahre ab Ausstellungsdatum begrenzt, in der Praxis sollte es jedoch sofort nach jeder Änderung der Zusammensetzung, Klassifizierung oder Sicherheitsmaßnahmen aktualisiert werden. Techniker sollten als ersten Schritt das Ausstellungs- oder Revisionsdatum im Kopf des Dokuments überprüfen. Ist das SDS älter als 3 Jahre, empfiehlt es sich, den Lieferanten um eine neuere Version zu bitten, insbesondere bei Produkten mit häufigen Innovationen oder gesetzlichen Änderungen.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Überprüfung, ob das SDS der aktuellen Version der CLP- und GHS-Verordnung entspricht. Dies umfasst die Kontrolle der Gefahrenpiktogramme, Signalwörter („Gefahr“ oder „Achtung“) sowie der standardmäßigen Gefahrenhinweise (H-Sätze) und Sicherheitshinweise (P-Sätze). Diese Elemente müssen mit der gültigen Einstufung des Stoffes oder Gemisches konsistent sein. Falls Sie auf veraltete Symbole (z. B. orangefarbene Quadrate gemäß der alten Richtlinie 67/548/EWG) stoßen, ist dies ein klares Zeichen dafür, dass das SDS nicht aktuell ist und ersetzt werden sollte.

SDS und Anforderungen an die Lagerung und Handhabung von Klebstoffen und Dichtstoffen: Praktische Anleitungen für den Betrieb

Abschnitt 7 des Sicherheitsdatenblatts enthält wichtige Informationen für die sichere Lagerung und Handhabung von Klebstoffen und Dichtstoffen. Betriebstechniker sollten besonders auf die Anforderungen an das Temperaturregime, die Luftfeuchtigkeit und die getrennte Lagerung von inkompatiblen Stoffen achten. Beispielsweise erfordern Cyanacrylat-Klebstoffe eine Lagerung bei Temperaturen unter 25 °C und niedriger Luftfeuchtigkeit, um eine vorzeitige Polymerisation zu vermeiden. Im Gegensatz dazu können Epoxid-Systeme eine Lagerung bei Temperaturen über 15 °C erfordern, um die Kristallisation des Harzes zu verhindern.

Ein wichtiger Aspekt ist auch der Schutz vor statischer Elektrizität, insbesondere bei brennbaren Klebstoffen auf Lösemittelbasis. Das SDS spezifiziert in der Regel, ob geerdete Behälter oder antistatische Verpackungen verwendet werden müssen. Für die Handhabung großer Mengen wird empfohlen, geschlossene Systeme mit Dampfabzug zu verwenden, um das Expositionsrisiko für die Mitarbeiter zu minimieren. Es ist stets darauf zu achten, die Anweisungen zur maximalen offenen Lagerdauer (Topfzeit) und die Bedingungen für das Wiederverschließen der Verpackungen einzuhalten, die häufig in Abschnitt 7 oder 10 des SDS angegeben sind.

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In der GCG Group stellen wir zu jedem gelieferten Rohstoff vollständige Sicherheits- und technische Dokumentation bereit, einschließlich detailliert ausgearbeiteter SDS. Unsere Experten beraten Sie gerne bei der Auswahl des geeigneten Produkts und erklären Ihnen die Besonderheiten seiner Verwendung – damit Sie die Gewissheit haben, mit geprüften und sicheren Materialien zu arbeiten. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt unseren Katalog mit über 1 300 Produkten an.

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