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Wie wir das Problem der Pestizidkristallisation bei niedrigen Temperaturen gelöst haben: Praktische Anleitung für stabile Formulierungen
Aus der Praxis 4. 8. 2026 Redakce GCG Chemicals

Wie wir das Problem der Pestizidkristallisation bei niedrigen Temperaturen gelöst haben: Praktische Anleitung für stabile Formulierungen

Die Kristallisation von Wirkstoffen in Pestizidformulierungen während der Lagerung unter winterlichen Bedingungen kann die Wirksamkeit erheblich beeinträchtigen. Wie haben wir die Ursache identifiziert und die Rezeptur für ganzjährige Stabilität angepasst?

Wie wir das Problem der Pestizidkristallisation bei niedrigen Temperaturen lösten: Praktisches Vorgehen für stabile Formulierungen

Foto: Felix Preiss / Unsplash

Hersteller von Pestizidformulierungen stehen häufig vor dem Problem der Kristallisation von Wirkstoffen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Dieses Phänomen verringert nicht nur die Wirksamkeit des Produkts, sondern kann auch zu Verstopfungen der Applikationstechnik und einer ungleichmäßigen Verteilung des Wirkstoffs auf den behandelten Pflanzen führen. In der Praxis sind wir auf einen Fall gestoßen, bei dem ein konzentriertes Suspensionskonzentrat (SC) auf Basis eines systemischen Fungizids bereits bei Temperaturen um 5 °C seine Homogenität verlor. Durch die Analyse der Zusammensetzung und das Testen verschiedener Additive fanden wir eine Lösung, die die Stabilität der Formulierung auch bei Lagerung in unbeheizten Räumen während der Wintermonate gewährleistet. Der Schlüssel lag in der richtigen Balance zwischen Lösungsmitteln, Frostschutzadditiven und grenzflächenaktiven Substanzen.

Problem: Kristallisation von Pestiziden unter winterlichen Bedingungen

Die Kristallisation von Wirkstoffen in Pestizidformulierungen bei niedrigen Temperaturen ist ein häufiges technisches Problem, das die Wirksamkeit und Lagerfähigkeit der Produkte erheblich beeinträchtigen kann. In der Praxis tritt dies insbesondere bei konzentrierten Suspensionen (SC) oder emulgierbaren Konzentraten (EC) auf, bei denen bereits bei Temperaturen unter 5 °C ein Ausfallen der festen Phase erfolgt. Dieses Phänomen ist nicht nur ein ästhetischer Mangel – die Kristalle können die Applikationsgeräte verstopfen, die Homogenität der Mischung verringern und in extremen Fällen zur vollständigen Trennung des Wirkstoffs führen.

Die Ursache liegt meist in der geringen Löslichkeit des Wirkstoffs im verwendeten Lösungsmittel oder Träger, oder in einer ungeeigneten Kombination von Additiven. Beispielsweise zeigen einige Neonikotinoide oder Pyrethroide einen deutlichen Rückgang der Löslichkeit bei Temperaturen unter 0 °C, was zu ihrer Ausfällung führt. Das Problem verschärft sich bei längerer Lagerung, wenn selbst leichte Temperaturschwankungen die Nukleation von Kristallen auslösen können. Die Lösung erfordert einen umfassenden Ansatz, der sowohl die Anpassung der Formulierungszusammensetzung als auch die Optimierung des Herstellungsprozesses umfasst.

Ursachenanalyse: Wie wir die Schlüsselfaktoren identifiziert haben

Der erste Schritt zur Lösung bestand in detaillierten Labortests der Proben, um die genauen Bedingungen zu bestimmen, unter denen die Kristallisation auftritt. Wir setzten standardisierte Prüfmethoden zur Bewertung der Formulierungsstabilität ein, einschließlich zyklischer Temperaturtests (z. B. 24-Stunden-Zyklus zwischen +20 °C und -10 °C) und mikroskopischer Analysen zur Beobachtung des Kristallwachstums. Die Ergebnisse zeigten, dass nicht nur die Temperatur ein kritischer Faktor ist, sondern auch die Geschwindigkeit ihres Absinkens und das Vorhandensein von Nukleationszentren wie Verunreinigungen oder Mikropartikeln des Trägers.

Darüber hinaus haben wir den Einfluss der einzelnen Formulierungsbestandteile untersucht. Wir stellten fest, dass bestimmte Lösungsmittel, obwohl sie bei Raumtemperatur wirksam sind, bei Kälte die Fähigkeit verlieren, den Wirkstoff in Lösung zu halten. Ähnlich verhielt es sich mit der Rolle der Tenside – falsch gewählte Emulgatoren oder Netzmittel können die Kristallisation sogar beschleunigen. Auf Basis dieser Erkenntnisse haben wir eine Liste potenzieller Anpassungen zusammengestellt, die die Stabilität der Formulierung verbessern könnten.

Ursachenanalyse: Wie wir die Schlüsselfaktoren identifiziert haben

Foto: Lumin Osity / Unsplash

Lösung: Optimierung der Zusammensetzung und des Herstellungsprozesses

Basierend auf der Analyse haben wir uns für eine Anpassung der Rezeptur entschieden, wobei der entscheidende Schritt der Ersatz des ursprünglichen Lösungsmittels durch eine Mischung mit besseren Niedrigtemperatureigenschaften war. Wir wählten eine Kombination aus polaren und unpolaren Lösungsmitteln, die eine ausreichende Löslichkeit des Wirkstoffs auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gewährleistet. Darüber hinaus haben wir spezielle Additive – Kristallisationsinhibitoren – hinzugefügt, die die Keimbildung und das Kristallwachstum verlangsamen. Diese Substanzen wirken nach dem Prinzip der sterischen Hinderung oder der Wechselwirkung mit der Oberfläche der entstehenden Kristalle.

Wir haben den Herstellungsprozess so angepasst, dass das Risiko einer Kontamination durch Mikropartikel, die als Keimbildungszentren dienen könnten, minimiert wird. Wir führten eine Filtration der Rohstoffe vor dem Mischen ein und optimierten die Abkühlgeschwindigkeit der fertigen Formulierung. Ein wichtiger Schritt war auch die Stabilitätsprüfung unter realen Bedingungen – die Proben wurden bei Temperaturen von -15 °C bis +40 °C über einen Zeitraum von 6 Monaten gelagert und regelmäßig auf ihre physikalischen Eigenschaften überprüft. Das Ergebnis war eine Formulierung, die auch nach wiederholtem Einfrieren und Auftauen homogen blieb.

Praktische Empfehlungen für Hersteller von Pestizidformulierungen

Für Hersteller, die mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind, empfehlen wir, mit einer gründlichen Stabilitätsanalyse der bestehenden Formulierung zu beginnen. Entscheidend ist die Identifizierung des Temperaturbereichs, in dem die Kristallisation auftritt, und die Feststellung, ob das Problem durch den Wirkstoff selbst, das Lösungsmittel oder die Wechselwirkung zwischen den Komponenten verursacht wird. Für die Prüfung sollten zyklische Temperaturtests und mikroskopische Analysen verwendet werden, um ein möglichst genaues Bild des Verhaltens des Präparats zu erhalten.

Bei der Anpassung der Rezeptur sollten Sie die Verwendung von Lösungsmittelgemischen mit unterschiedlicher Polarität in Betracht ziehen, die die Löslichkeitsanforderungen bei verschiedenen Temperaturen besser abdecken können. Kristallisationsinhibitoren, wie bestimmte polymere Additive oder grenzflächenaktive Substanzen, können die Stabilität der Formulierung deutlich verlängern. Vergessen Sie auch nicht die Optimierung des Herstellungsprozesses – die Filtration der Rohstoffe und kontrollierte Kühlung können die Bildung von Nukleationszentren verhindern. Überprüfen Sie abschließend immer die Stabilität unter realen Bedingungen, idealerweise über einen Zeitraum von mindestens 3–6 Monaten.

Praktische Empfehlung für Hersteller von Pestizidformulierungen

Foto: Benjamin Jameson / Unsplash

Auswahl geeigneter Additive zur Kristallisationsprävention

Die Kristallisation von Wirkstoffen in Pestizidformulierungen bei niedrigen Temperaturen ist ein häufiges Problem, das die Wirksamkeit des Präparats erheblich verringern oder sogar dessen Anwendung unmöglich machen kann. Die Lösung besteht nicht nur in der Optimierung der Wirkstoffkonzentration, sondern vor allem in der Auswahl der richtigen Additive. Als am wirksamsten haben sich Frostschutzadditive erwiesen, die den Gefrierpunkt der Lösung senken, sowie Solubilisatoren, die die Löslichkeit der Wirkstoffe in der wässrigen Phase erhöhen. Wichtig ist auch der Einsatz von Tensiden mit geringer Temperaturempfindlichkeit, die die Stabilität der Emulsion auch bei Temperaturen unter 0 °C aufrechterhalten.

Bei der Auswahl von Additiven ist es entscheidend, die Kompatibilität mit dem jeweiligen Wirkstoff und der gesamten Formulierungszusammensetzung zu berücksichtigen. Beispielsweise ist es für Systeme auf Glykolbasis sinnvoll, sie mit Frostschutzmischungen auf Basis von Propylenglykol oder Glycerin zu kombinieren, die eine geringe Toxizität und eine gute biologische Abbaubarkeit aufweisen. Die Prüfung der Stabilität bei verschiedenen Temperaturzyklen (z. B. -5 °C bis +20 °C) ist unerlässlich, um die langfristige Wirksamkeit der gewählten Lösung zu überprüfen. In der Praxis hat sich die Zugabe von Additiven in einer Konzentration von 5–15 % des Gesamtvolumens der Formulierung bewährt, abhängig von der gewünschten Stabilität.

Anpassung des Herstellungsprozesses zur Sicherstellung der Homogenität

Die Kristallisation von Pestiziden steht oft im Zusammenhang mit unzureichender Homogenität der Mischung während des Herstellungsprozesses. Ein entscheidender Schritt ist daher die Optimierung des Rührens und des Temperaturregimes bei der Produktion. In unserem Fall haben wir festgestellt, dass die schrittweise Zugabe der einzelnen Komponenten bei kontrollierter Temperatur (ideal zwischen 20–30 °C) das Risiko einer lokalen Übersättigung der Lösung, die zur Kristallisation führt, deutlich verringert. Wichtig ist auch, dass alle Rohstoffe vor dem Mischen auf dieselbe Temperatur temperiert werden.

Ein weiteres effektives Maß ist der Einsatz von Hochgeschwindigkeits-Dispergiergeräten, die eine gleichmäßige Verteilung der Wirkstoffe und Additive im Trägermedium gewährleisten. Für Formulierungen mit hohem Feststoffgehalt wird empfohlen, zunächst einen Masterbatch mit den Additiven herzustellen, der anschließend auf die gewünschte Konzentration verdünnt wird. Dieses Vorgehen minimiert das Risiko der Kristallbildung während der Lagerung. Die Kontrolle der Viskosität während der Produktion ist ebenfalls wichtig – eine zu hohe Viskosität kann die gleichmäßige Verteilung der Komponenten behindern und die Kristallisation begünstigen.

Stabilitätstests und Validierung der resultierenden Lösung

Nach der Anpassung der Zusammensetzung und des Herstellungsprozesses ist es unerlässlich, umfassende Stabilitätstests der Formulierung unter realen Bedingungen durchzuführen. Das Standardverfahren umfasst zyklische Tests, bei denen die Proben abwechselnd niedrigen und Raumtemperaturen ausgesetzt werden (z. B. 24 Stunden bei -10 °C, anschließend 24 Stunden bei +20 °C) über einen Zeitraum von mindestens 4 Wochen. Während der Tests werden das visuelle Erscheinungsbild der Proben, Änderungen der Viskosität, des pH-Werts und vor allem das Vorhandensein von Kristallen oder Sedimenten überwacht. Für eine quantitative Bewertung können Methoden wie Laserbeugung oder mikroskopische Analyse eingesetzt werden.

Die Validierung der Lösung sollte auch Wirksamkeitstests an den Zielorganismen umfassen, um zu bestätigen, dass die Anpassungen der Formulierung die biologische Aktivität des Präparats nicht beeinträchtigt haben. In unserem Fall haben wir zusätzlich Lagerstabilitätstests bei Temperaturen unter -15 °C über einen Zeitraum von 3 Monaten durchgeführt, was extremen Winterbedingungen entspricht. Die Ergebnisse zeigten, dass die optimierte Formulierung stabil blieb und keine Anzeichen von Kristallisation aufwies, wobei die Wirksamkeit des Pestizids vollständig erhalten blieb. Für Hersteller ist es wichtig, diese Tests bei jeder Änderung der Rohstoffe oder des Herstellungsprozesses zu wiederholen, um eine gleichbleibende Produktqualität sicherzustellen.

Stabile Formulierungen ohne Kompromisse

Jede agrochemische Formulierung erfordert einen individuellen Ansatz zur Optimierung der Stabilität. Die GCG Group stellt für alle gelieferten Rohstoffe detaillierte technische und Sicherheitsdatenblätter einschließlich Empfehlungen für Lagerung und Handhabung bereit. Unsere Experten unterstützen Sie bei der Auswahl geeigneter Additive und der Anpassung der Rezeptur für Ihre spezifischen Bedingungen. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt unseren Katalog mit über 1 300 Produkten an.

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