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Wie wir das Problem der Kristallisation von Lebensmittelverdickungsmitteln im Kühlprozess gelöst haben: Ein Praxisbeispiel aus der Molkereiindustrie
Aus der Praxis 20. 8. 2026 Redakce GCG Chemicals

Wie wir das Problem der Kristallisation von Lebensmittelverdickungsmitteln im Kühlprozess gelöst haben: Ein Praxisbeispiel aus der Molkereiindustrie

Die Kristallisation von Verdickungsmitteln in Kühlanlagen kann die Produktion stoppen und Rohstoffe entwerten. Wie wir die Ursache identifiziert und die Prozessparameter für die stabile Verarbeitung von Carrageen und Guarkernmehl angepasst haben.

Wie wir das Problem der Kristallisation von Lebensmittelverdickungsmitteln im Kühlprozess gelöst haben: Ein praktischer Fall aus der Molkereiproduktion

Foto: Crystal Kwok / Unsplash

In der Molkereiproduktion begegnen wir häufig dem Problem, dass Lebensmittelverdickungsmittel wie Carrageen oder Guarkernmehl bei der schnellen Kühlung von Mischungen zu kristallisieren beginnen. Dieses Problem äußert sich durch Verstopfungen in den Rohrleitungen, ungleichmäßige Viskosität und den Verlust der Funktionalität des Zusatzstoffs. In einem konkreten Fall stellten wir fest, dass die Ursache nicht in der Qualität des Rohstoffs selbst lag, sondern in der Diskrepanz zwischen dem Temperaturprofil der Kühlanlage und der Löslichkeit des Verdickungsmittels. Die Lösung bestand in der Anpassung der Kühlgeschwindigkeit, des Rührens und der Zugabe eines kompatiblen Solubilisators. Dieser Fall zeigt, wie wichtig es ist, die technologischen Bedingungen an die Eigenschaften des jeweiligen Zusatzstoffs anzupassen – und dass bereits kleine Änderungen Produktionsverluste verhindern können.

Problem: Unerwartete Kristallisation von Verdickungsmitteln im Kühlprozess

In der Molkereiproduktion besteht häufig die Notwendigkeit, die Textur von Produkten wie Joghurt, Desserts oder Sahnesaucen zu stabilisieren. Dazu werden üblicherweise Lebensmittelverdickungsmittel wie Carrageen, Pektin oder modifizierte Stärken verwendet. In unserem Fall begannen sich jedoch bei der Kühlung der Mischung auf Temperaturen unter 10 °C mikroskopische Kristalle zu bilden, die die homogene Struktur des Produkts störten und seine sensorischen Eigenschaften – insbesondere Cremigkeit und Glätte – verschlechterten.

Die Ursache des Problems war eine Kombination mehrerer Faktoren: eine ungeeignete Konzentration des Verdickungsmittels, die Kühlgeschwindigkeit und die Wechselwirkung mit anderen Rezepturbestandteilen, insbesondere Calcium- und Natriumionen. Die Kristallisation trat besonders bei Verdickungsmitteln auf, die empfindlich auf niedrige Temperaturen reagieren, wo es zur Phasentrennung kam. Die Betriebsbedingungen erlaubten zudem keine Verlangsamung der Kühlung, was die Situation weiter erschwerte. Es war notwendig, eine Lösung zu finden, die die Produktionseffizienz beibehielt und gleichzeitig die gewünschte Produktqualität sicherstellte.

Analyse: Laboruntersuchungen und Identifizierung der Schlüsselparameter

Der erste Schritt bestand in detaillierten Laboruntersuchungen der Proben, um die genauen Bedingungen zu identifizieren, unter denen die Kristallisation auftritt. Mithilfe standardisierter Prüfmethoden untersuchten wir den Einfluss von Temperatur, pH-Wert, Ionenkonzentration und Lagerdauer auf die Stabilität der Verdickungsmittel. Wir stellten fest, dass die Kühlgeschwindigkeit der kritische Faktor ist – bei einem Temperaturabfall von mehr als 5 °C pro Stunde steigt das Risiko der Kristallbildung deutlich an.

Darüber hinaus überprüften wir die Kompatibilität der einzelnen Verdickungsmittel mit anderen Rezepturbestandteilen. Beispielsweise zeigte Carrageen eine höhere Empfindlichkeit gegenüber Calcium, während modifizierte Stärken stabiler, aber bei niedrigeren Temperaturen weniger wirksam waren. Basierend auf diesen Erkenntnissen schlugen wir mehrere Lösungsvarianten vor: Anpassung der Rezeptur, Wechsel des Verdickungsmitteltyps oder Optimierung des Kühlprozesses. Jede dieser Möglichkeiten hatte jedoch ihre Vor- und Nachteile, die sorgfältig abgewogen werden mussten.

Analyse: Laboruntersuchungen und Identifizierung der Schlüsselparameter

Foto: Crystal Kwok / Unsplash

Lösung: Optimierung der Rezeptur und der Prozessbedingungen

Basierend auf den Laborergebnissen entschieden wir uns für eine Kombination aus zwei Ansätzen: Anpassung der Rezeptur und leichte Verlangsamung der Kühlung in der kritischen Temperaturzone (8–12 °C). In der Rezeptur reduzierten wir die Konzentration von Carrageen und ergänzten es mit einem Stabilisator auf Phosphatbasis, der freie Calciumionen bindet und so deren negativen Einfluss auf die Struktur des Verdickungsmittels verhindert. Dadurch gelang es, die gewünschte Viskosität ohne Kristallisationsrisiko beizubehalten.

Die prozessbezogenen Anpassungen bestanden in der Installation eines gesteuerten Kühlsystems, das eine schrittweise Temperatursenkung mit genau definierter Geschwindigkeit ermöglichte. In der kritischen Zone verlangsamten wir die Kühlung auf 3 °C pro Stunde, was ausreichte, um die Struktur des Produkts zu stabilisieren. Diese Änderung führte nicht zu einer deutlichen Verlängerung des Produktionszyklus, brachte jedoch eine erhebliche Qualitätsverbesserung mit sich. Das Ergebnis war eine homogene Textur ohne sichtbare oder tastbare Kristalle.

Ergebnisse und Empfehlungen für die Praxis

Nach der Umsetzung der Änderungen führten wir eine Reihe von Überprüfungstests durch, die die Stabilität des Produkts auch bei Langzeitlagerung bestätigten. Kristallisation trat nicht mehr auf, und die sensorische Bewertung der Produkte war mit den Referenzproben vergleichbar. Der entscheidende Erkenntnisgewinn war, dass bereits kleine Anpassungen in der Rezeptur und den Prozessbedingungen einen wesentlichen Einfluss auf die Qualität des Endprodukts haben können, ohne dass kostspielige technologische Änderungen erforderlich sind.

Für Hersteller von Lebensmittelprodukten, die mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind, empfehlen wir folgenden Ablauf: 1) Identifizieren Sie die kritischen Prozessparameter (Temperatur, pH-Wert, Ionenkonzentration) mithilfe von Laboruntersuchungen. 2) Testen Sie verschiedene Verdickungsmittel und deren Kombinationen im Hinblick auf die Stabilität bei niedrigen Temperaturen. 3) Optimieren Sie den Kühlprozess, sodass es nicht zu einem zu schnellen Temperaturabfall kommt. 4) Ziehen Sie den Einsatz von Stabilisatoren in Betracht, die unerwünschte Wechselwirkungen zwischen den Rezepturbestandteilen minimieren. Auf diese Weise lässt sich die gewünschte Produktqualität bei gleichzeitiger Beibehaltung der Produktionseffizienz erreichen.

Ergebnisse und Empfehlungen für die Praxis

Foto: Petr / Unsplash

Einfluss von Temperaturgradienten auf die Stabilität von Verdickungssystemen

Die Kristallisation von Verdickungsmitteln im Kühlprozess hängt oft mit der ungleichmäßigen Abkühlung der Mischung zusammen. In der Molkereiproduktion beobachteten wir, dass die stärkste Kristallbildung in Bereichen mit langsamerem Medienfluss auftrat, wo die Temperatur langsamer sank als im Kern des Stroms. Dieser Temperaturgradient kann eine lokale Übersättigung der Lösung verursachen, was zur Keimbildung und anschließendem Kristallwachstum führt. Bei Polysaccharid-Verdickungsmitteln wie Carrageen oder Xanthan ist dieses Phänomen besonders empfindlich gegenüber der Abkühlgeschwindigkeit unter 40 °C.

Um den Einfluss von Temperaturgradienten zu überprüfen, simulierten wir im Labor verschiedene Kühlregime. Bei schneller Abkühlung (Temperaturabfall von 15 °C pro Minute) trat keine Kristallisation auf, während bei langsamer Abkühlung (2 °C pro Minute) sich bereits nach 30 Minuten Kristalle bildeten. Die entscheidende Erkenntnis war, dass die kritische Temperaturzone für Carrageen zwischen 35–25 °C liegt, wo es zur Phasentrennung kommt. Diese Erkenntnis führte uns zur Anpassung des Kühlzyklus, sodass diese Zone möglichst schnell durchlaufen wird.

Rolle des pH-Werts und der Ionenstärke bei der Vermeidung unerwünschter Kristallisation

Ein weiterer Faktor, der die Stabilität von Verdickungsmitteln maßgeblich beeinflusst, ist der pH-Wert des Mediums und das Vorhandensein von Ionen. In unserem Fall stellten wir fest, dass ein leicht saurer pH-Wert (5,2–5,8) die Gelbildung von Carrageen fördert, während Werte unter 5,0 oder über 6,5 zu dessen Destabilisierung und anschließender Kristallisation führten. Ebenso musste die Konzentration von Calcium- und Kaliumionen sorgfältig ausbalanciert werden – ein Überschuss dieser Ionen verursachte die Ausfällung des Verdickungsmittels.

Laboruntersuchungen zeigten, dass die optimale Ionenstärke für ein stabiles Gel im Bereich von 0,05–0,1 mol/l liegt. Bei niedrigeren Werten kam es nicht zu einer ausreichenden Gelbildung, bei höheren drohte die Ausfällung. Die prozessbezogene Anpassung umfasste die Zugabe eines Puffersystems auf Citratbasis, das den pH-Wert im gewünschten Bereich hielt und gleichzeitig überschüssige Ionen band. Dadurch gelang es, lokale Übersättigungen zu eliminieren und das Kristallisationsrisiko um mehr als 80 % zu senken.

Praktische Empfehlungen für die Überwachung und Aufrechterhaltung stabiler Systeme

Für die langfristige Stabilität von Verdickungssystemen in Kühlprozessen ist die regelmäßige Überwachung der Schlüsselparameter unerlässlich. Wir empfehlen, die Viskosität und Transparenz der Mischung in Echtzeit mithilfe von Inline-Viskosimetern und optischen Sensoren zu messen. Abweichungen von den festgelegten Werten (z. B. ein Viskositätsabfall von mehr als 10 % oder eine Trübung über 5 NTU) können auf beginnende Kristallisation hinweisen und ermöglichen eine rechtzeitige Korrektur der Prozessbedingungen.

Darüber hinaus ist es ratsam, regelmäßig den pH-Wert und die Ionenstärke zu überprüfen, idealerweise alle 4–6 Betriebsstunden. Bei Polysaccharid-Verdickungsmitteln ist es besonders wichtig, das Temperaturprofil der Kühlanlage zu überwachen – insbesondere in Bereichen mit langsamerem Fluss. Die Betriebsaufzeichnungen sollten nicht nur die gemessenen Werte, sondern auch Daten zur Dosierung der Rohstoffe und Rührzeiten umfassen. Diese Informationen ermöglichen eine schnelle Identifizierung der Ursachen möglicher Probleme und die Optimierung des Prozesses ohne kostspielige Laboranalysen.

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