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Wie wir das Problem der Migration von Additiven aus Kunststoffverpackungen in kosmetische Produkte gelöst haben: Ein Praxisbeispiel aus der Produktion
Aus der Praxis 23. 8. 2026 Redakce GCG Chemicals

Wie wir das Problem der Migration von Additiven aus Kunststoffverpackungen in kosmetische Produkte gelöst haben: Ein Praxisbeispiel aus der Produktion

Die Migration von Additiven aus Kunststoffverpackungen kann die Qualität und Sicherheit kosmetischer Produkte gefährden. Wie wir die Ursache der Kontamination im realen Betrieb identifiziert und beseitigt haben – Schritt für Schritt.

Wie wir das Problem der Migration von Additiven aus Kunststoffverpackungen in kosmetische Produkte gelöst haben: Ein Praxisbeispiel aus der Produktion

Foto: Testalize.me / Unsplash

Hersteller von Kosmetik stehen häufig vor einem unsichtbaren Problem: der Migration von Additiven aus Kunststoffverpackungen in das eigentliche Produkt. Dieses Phänomen kann zu Farbveränderungen, Geruchsveränderungen oder sogar zur Verringerung der Wirksamkeit aktiver Inhaltsstoffe führen. In einem konkreten Fall hatten wir es mit Reklamationen wegen Trübung und Konsistenzveränderung einer Creme zu tun, die in neu eingeführten Verpackungen abgefüllt war. Die Analyse zeigte, dass nicht die Rezeptur, sondern eine ungeeignete Kombination aus Kunststoffmaterial und den bei dessen Herstellung verwendeten Additiven der Auslöser war. Wie haben wir das Problem diagnostiziert und welche Maßnahmen führten zu einer dauerhaften Lösung?

Problem: Wie Additive aus Verpackungen in kosmetische Produkte gelangten

Ein Produktionsunternehmen wandte sich mit wiederholten Kundenbeschwerden über Veränderungen der Konsistenz und des Geruchs von Cremes in Kunststoffverpackungen an uns. Laboranalysen bestätigten, dass die Ursache die Migration von Additiven aus dem Verpackungsmaterial in das eigentliche Produkt war. Konkret handelte es sich um Weichmacher und Stabilisatoren, die sich allmählich aus den Polypropylenverpackungen lösten und die kosmetische Formulierung kontaminierten. Dieses Phänomen ist in der Verpackungsindustrie bekannt, wird jedoch oft unterschätzt – insbesondere bei Produkten mit langer Lagerdauer oder empfindlicher chemischer Zusammensetzung.

Die Migration von Additiven erfolgt über zwei Hauptmechanismen: Diffusion (Übergang von Substanzen durch die Polymerstruktur) und Extraktion (Auswaschen von Additiven durch die flüssige oder fettige Phase des Produkts). In diesem Fall spielte die Lagertemperatur eine Schlüsselrolle, die die Diffusion beschleunigte, sowie die Wechselwirkung zwischen dem Verpackungsinhalt und den Wänden. Das Problem trat erst nach mehreren Monaten auf, was die Identifizierung der Quelle erschwerte. Es war notwendig, eine umfassende Analyse sowohl des Verpackungsmaterials als auch des kosmetischen Produkts selbst durchzuführen, um die konkreten migrierenden Substanzen und ihre Konzentration zu bestimmen.

Analyse: Wie wir die konkreten Ursachen der Migration identifiziert haben

Der erste Schritt bestand in der Bestimmung des Migrationsprofils des Verpackungsmaterials mithilfe standardisierter Prüfmethoden. Proben der Kunststoffbehälter wurden simulierten Lagerbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit, Kontakt mit einer Modellflüssigkeit) ausgesetzt und anschließend mittels chromatografischer Techniken analysiert. Die Ergebnisse zeigten, dass vor allem Phthalate und phenolische Antioxidantien migrierten, die Bestandteil der bei der Herstellung der Verpackungen verwendeten Additivmischung waren. Diese Substanzen beeinflussten nicht nur die organoleptischen Eigenschaften des Produkts, sondern könnten auch ein Risiko im Hinblick auf die Einhaltung der REACH-Vorschriften darstellen.

Darüber hinaus untersuchten wir den Einfluss der Wandstärke der Verpackung, des Polymertyps und der technologischen Produktionsparameter (z. B. Spritzgusstemperatur). Es stellte sich heraus, dass der entscheidende Faktor eine nicht optimale Kombination von Additiven war – insbesondere ein zu hoher Gehalt an Weichmachern, die nicht ausreichend mit der Polypropylenmatrix kompatibel waren. Diese Erkenntnis lenkte uns auf die Suche nach alternativen Additivsystemen, die die Migration minimieren und gleichzeitig die gewünschten mechanischen Eigenschaften der Verpackung beibehalten.

Analyse: Wie wir die konkreten Ursachen der Migration identifiziert haben

Foto: Trnava University / Unsplash

Lösung: Optimierung des Additivsystems und der Materialzusammensetzung

Auf Basis der Analyse haben wir mehrere Änderungen in der Rezeptur des Verpackungsmaterials vorgeschlagen. Der erste Schritt bestand darin, die Konzentration von Phthalat-Weichmachern zu reduzieren und diese teilweise durch polymere Weichmacher zu ersetzen, die ein deutlich geringeres Migrationspotenzial aufweisen. Darüber hinaus haben wir das Verhältnis von primären und sekundären Antioxidantien angepasst, um die Stabilität des Polymers ohne übermäßige Freisetzung von Additiven sicherzustellen. Diese Anpassungen wurden unter Laborbedingungen getestet, wobei wir die Migration mittels simulierter Extraktionstests überwachten.

Neben den Anpassungen des Additivsystems haben wir eine Änderung der Herstellungstechnologie für die Verpackungen empfohlen. Konkret ging es um die Senkung der Einspritztemperatur und die Verlängerung der Kühlzeit, was zu einer besseren Homogenisierung der Additive in der Polymermatrix und zur Reduzierung innerer Spannungen im Material führte. Diese technologischen Anpassungen allein reduzierten die Migration der Additive um etwa 30 %, während die Kombination mit der neuen Additivrezeptur eine Gesamtmigration um mehr als 70 % im Vergleich zum ursprünglichen Zustand ergab.

Ergebnisse und Empfehlungen für Verpackungs- und Kosmetikhersteller

Nach der Umsetzung der vorgeschlagenen Änderungen erfolgte eine Überprüfung unter realen Bedingungen – kosmetische Produkte wurden in die neuen Verpackungen abgefüllt und über einen Zeitraum von 12 Monaten gelagert. Kontrollanalysen bestätigten, dass keine signifikante Migration von Additiven stattfand, und Kunden meldeten keine Beschwerden mehr über Veränderungen der Produkteigenschaften. Dieser Fall zeigte deutlich, wie wichtig es ist, bei der Entwicklung von Verpackungen nicht nur die mechanischen Eigenschaften, sondern auch die chemische Kompatibilität mit dem Inhalt zu berücksichtigen.

Für Hersteller von Verpackungen und kosmetischen Produkten empfehlen wir folgende Maßnahmen: 1) Regelmäßig das Migrationspotenzial von Verpackungsmaterialien testen, insbesondere bei neuen Rezepturen oder bei einem Wechsel des Rohstofflieferanten. 2) Additive mit geringer Migration bevorzugen, wie polymere Weichmacher oder Stabilisatoren mit hoher Molekülmasse. 3) Produktionsprozesse optimieren, um innere Spannungen im Material zu minimieren. 4) Mit Lieferanten von chemischen Rohstoffen zusammenarbeiten, die technische Unterstützung und analytische Dienstleistungen zur Überprüfung der Sicherheit und Kompatibilität von Verpackungen anbieten.

Ergebnisse und Empfehlungen für Verpackungs- und Kosmetikhersteller

Foto: Kier in Sight Archives / Unsplash

Technische Details zur Migration: Wie Additive die Polymerschranke durchdringen

Die Migration von Additiven aus Kunststoffverpackungen in kosmetische Produkte ist kein zufälliger Prozess, sondern folgt den physikalisch-chemischen Prinzipien der Diffusion und Löslichkeit. Ein entscheidender Faktor ist die Kompatibilität des Additivs mit dem Polymer und dem Verpackungsinhalt. Beispielsweise haben Weichmacher wie Phthalate oder Adipate ein niedriges Molekulargewicht und eine hohe Beweglichkeit in der Polymermatrix, was ihre Migration erleichtert. Bei kosmetischen Produkten mit hohem Alkohol- oder Ölgehalt wird der Prozess beschleunigt, da diese Komponenten als Extraktionsmittel wirken und die Löslichkeit der Additive im Inhalt erhöhen.

Temperatur und Lagerdauer spielen eine entscheidende Rolle – bei Temperaturen über 40 °C kann die Migration im Vergleich zur Raumtemperatur bis zum Zehnfachen beschleunigt werden. Wichtig ist auch das Verhältnis der Verpackungsoberfläche zum Volumen des Inhalts: Bei kleinen Proben oder dünnwandigen Verpackungen ist das Migrationsrisiko höher. Standardisierte Prüfmethoden messen die Migration durch Simulation realer Bedingungen, bei denen die Verpackung Modelllösungen (z. B. Wasser, Ethanol oder Öle) ausgesetzt wird und nach einer definierten Zeit der Gehalt an migrierten Substanzen mittels chromatographischer Techniken analysiert wird.

Auswahl alternativer Additive: Kriterien für einen sicheren und funktionalen Ersatz

Bei der Suche nach einem Ersatz für problematische Additive müssen mehrere technische und regulatorische Anforderungen berücksichtigt werden. Der erste Schritt ist die Auswahl von Substanzen mit höherem Molekulargewicht (über 1000 g/mol), die ein deutlich geringeres Migrationspotenzial aufweisen. Beispiele hierfür sind oligomere Weichmacher oder polymere Stabilisatoren, die fest in der Polymerstruktur gebunden bleiben. Weiterhin muss die Kompatibilität mit dem jeweiligen Polymertyp überprüft werden – beispielsweise erfordert Polyethylen andere Additive als Polypropylen oder PET.

Regulatorische Aspekte spielen eine Schlüsselrolle: Additive müssen die Anforderungen der REACH-Verordnung erfüllen und für den Kontakt mit kosmetischen Produkten zugelassen sein. Besonderes Augenmerk ist auf Substanzen mit potenziellen endokrinen Wirkungen oder sensibilisierenden Eigenschaften zu legen. In der Praxis hat sich die Kombination mehrerer Additivtypen mit unterschiedlichen Funktionen (z. B. Stabilisatoren + Gleitmittel) bewährt, um einen synergistischen Effekt bei niedrigeren Konzentrationen zu erzielen. Die Migrationsprüfung erfolgt nach Standardprotokollen unter Verwendung einer Simulation der Langzeitlagerung.

Optimierung des Produktionsprozesses: Wie Kontaminationen während der Herstellung von Verpackungen vermieden werden

Kontaminationen durch Additive können nicht nur während der Lagerung, sondern auch direkt im Produktionsprozess auftreten. Eine wichtige Maßnahme ist die Trennung der Produktionslinien für verschiedene Verpackungstypen – beispielsweise sollten Verpackungen für Kosmetik nicht auf derselben Anlage hergestellt werden wie Verpackungen für Industriechemikalien. Ebenso wichtig ist die Steuerung der Temperaturprofile bei der Polymerverarbeitung: Zu hohe Temperaturen können zur Zersetzung von Additiven und zur Bildung migrierender Abbauprodukte führen.

Die Reinheit der Rohstoffe ist ein weiterer kritischer Faktor. Polymere und Additive sollten in geschlossenen Systemen mit kontrollierter Feuchtigkeit und Temperatur gelagert werden, um die Aufnahme von Feuchtigkeit oder die Kontamination durch Staub zu verhindern. Beim Mischen der Additive in das Polymer muss eine homogene Verteilung sichergestellt werden, um lokale Überschüsse des Additivs zu vermeiden, die das Migrationsrisiko erhöhen würden. Regelmäßige Reinigung der Produktionsanlagen und Validierung des Prozesses mit analytischen Methoden (z. B. Spektroskopie) helfen, die Kontamination auf ein Minimum zu reduzieren.

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Jede Rohstoffkombination erfordert einen individuellen Ansatz. Die GCG Group bietet nicht nur hochwertige chemische Rohstoffe, sondern auch technische Unterstützung einschließlich Risikoanalyse zur Migration und Materialverträglichkeit. Ihnen stehen detaillierte Sicherheitsdatenblätter sowie fachkundige Beratung für Ihre spezifischen Anwendungen zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt den Katalog mit über 1 300 Produkten an.

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