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Wie man der Degradation von Klebstoffen und Lacken in der Möbelproduktion vorbeugt: Lagerungs- und Handhabungsfehler, die Geld kosten
Praktische Tipps 15. 8. 2026 Redakce GCG Chemicals

Wie man der Degradation von Klebstoffen und Lacken in der Möbelproduktion vorbeugt: Lagerungs- und Handhabungsfehler, die Geld kosten

Falsche Lagerung von Klebstoffen, Lacken und Beschichtungsmaterialien führt zu vorzeitigem Abbau, Leistungsverlust und Verschwendung. Welche Fehler treten am häufigsten auf und wie lassen sie sich vermeiden?

Wie Sie der Degradation von Klebstoffen und Lacken in der Möbelproduktion vorbeugen: Lagerungs- und Handhabungsfehler, die Geld kosten

Foto: Pop & Zebra / Unsplash

In der Möbelproduktion spielen Klebstoffe, Lacke und Beschichtungssysteme eine Schlüsselrolle – ihre Qualität beeinflusst direkt die Festigkeit der Verbindungen, die Beständigkeit der Oberflächen und die Gesamtlebensdauer der Produkte. Dennoch wird die richtige Lagerung und Handhabung dieser chemischen Rohstoffe oft unterschätzt. Unangemessene Bedingungen können zum Verlust der Hafteigenschaften, zur Änderung der Viskosität, zur Bildung von Sedimenten oder sogar zum vollständigen Funktionsverlust führen. Die Folgen sind nicht nur finanzielle Verluste durch Materialverschwendung, sondern auch das Risiko von Reklamationen und die Schädigung des guten Rufs des Unternehmens. Welche konkreten Fehler treten am häufigsten auf und wie kann man ihnen vorbeugen?

Temperatur und Luftfeuchtigkeit: Die stillen Killer von Klebstoffen und Lacken

Falsche Temperatur und Luftfeuchtigkeit gehören zu den häufigsten Ursachen für vorzeitigen Abbau von Klebstoffen und Lacken in der Möbelproduktion. Die idealen Lagerbedingungen variieren je nach chemischer Basis, aber allgemein gilt, dass die meisten Produkte eine Temperatur zwischen 15 und 25 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit unter 60 % erfordern. Eine Überschreitung dieser Werte kann zu Polymerisation, Trennung der Komponenten oder zum Verlust der Hafteigenschaften führen. Beispielsweise sind wasserverdünnbare Lacke besonders empfindlich gegenüber niedrigen Temperaturen – bei Lagerung unter 10 °C droht die Ausfällung der Bindemittel, was deren Homogenisierung vor der Anwendung unmöglich macht.

In der Praxis wird der Einfluss von Temperaturschwankungen, beispielsweise beim Übergang zwischen Außen- und Innenbereich, oft unterschätzt. Plötzliche Veränderungen können zu Kondensation von Feuchtigkeit in den Verpackungen führen, was bei reaktiven Klebstoffen (z. B. Polyurethanen) unerwünschte chemische Reaktionen auslöst. Es wird empfohlen, Materialien in klimatisierten Räumen mit kontinuierlicher Überwachung zu lagern und Thermo-Hygrometer mit Alarmfunktion zu verwenden. Bei großen Gebinden ist es ratsam, das Material 24 Stunden vor der Verwendung akklimatisieren zu lassen, um Temperaturunterschiede auszugleichen.

Lagerung in offenen oder beschädigten Gebinden: Unnötige Verschwendung von Rohstoffen

Offene oder beschädigte Gebinde sind eine häufige Quelle für Kontamination und Wertminderung von Klebstoffen und Lacken. Schon kurzzeitige Luftzufuhr kann zur Verdunstung von Lösemitteln, Oxidation oder Feuchtigkeitsaufnahme führen, was die Viskosität, Trocknungszeit und die endgültigen Filmeigenschaften verändert. Beispielsweise verlieren zweikomponentige Epoxidharzklebstoffe ihre Reaktivität, wenn die zweite Komponente der Luftfeuchtigkeit ausgesetzt wird – das Ergebnis ist eine unzureichende Festigkeit der Verbindung und die Notwendigkeit, den Arbeitsschritt zu wiederholen.

Das Problem tritt häufig bei teilweise verbrauchten Verpackungen auf, wenn Hersteller bei neuen Behältern sparen. Die Lösung besteht darin, originale, luftdichte Behälter mit Dichtungsdeckeln zu verwenden und diese sofort nach dem Öffnen auszutauschen, wenn sie nicht für die Wiederverwendung bestimmt sind. Bei großen Fässern ist es ratsam, Systeme mit inertem Gas (z. B. Stickstoff) zu installieren, die den Kontakt mit Sauerstoff verhindern. Wichtig ist auch, die Dichtheit der Verpackungen regelmäßig zu überprüfen und sie in trockenen Räumen ohne direkte Sonneneinstrahlung zu lagern, die den Abbau von Polymeren beschleunigt.

Lagerung in offenen oder beschädigten Behältern: Unnötige Verschwendung von Rohstoffen

Foto: Jeriden Villegas / Unsplash

Unsachgemäße Handhabung und Vermischung: Wenn der menschliche Faktor gute Materialien ruiniert

Auch ein hochwertiger Klebstoff oder Lack kann versagen, wenn er nicht richtig angerührt oder aufgetragen wird. Ein häufiger Fehler ist das unzureichende Durchmischen vor der Verwendung, insbesondere bei Produkten mit abgesetzten Füllstoffen oder Pigmenten. Beispielsweise erfordern Lacke mit Metallpigmenten eine gründliche Homogenisierung, andernfalls kommt es zu ungleichmäßigem Glanz oder schlechter Deckkraft. Bei Zweikomponentensystemen ist die Einhaltung des genauen Mischungsverhältnisses entscheidend – eine Abweichung von sogar 5 % kann die mechanischen Eigenschaften der Verbindung oder des Films deutlich beeinträchtigen.

Ein weiteres Problem ist die Verwendung ungeeigneter Werkzeuge, wie z. B. metallischer Rührstäbe, die zu Kontamination oder statischer Elektrizität führen können. Es wird empfohlen, Kunststoff- oder Glasrührstäbe sowie mechanische Rührgeräte mit regelbarer Drehzahl zu verwenden. Bei reaktiven Klebstoffen ist es wichtig, die sogenannte „Topfzeit“ – die Zeit, in der die Mischung verarbeitbar ist – einzuhalten. Eine Überschreitung dieser Zeit führt zu vorzeitigem Aushärten und zum Verlust der Hafteigenschaften. Es ist stets erforderlich, die technischen Datenblätter des Herstellers zu befolgen und Timer oder spezielle Applikatoren mit integriertem Mischen zu verwenden.

Kontamination und Kreuzkontamination: Wie unsichtbare Bedrohungen verhindert werden

Die Kontamination von Klebstoffen und Lacken durch Fremdstoffe ist ein oft unterschätztes, aber schwerwiegendes Problem. Die häufigsten Quellen sind Reste alter Materialien in Behältern, Staub, Öle oder Rückstände von Reinigungsmitteln. Beispielsweise kann bereits eine kleine Menge Silikon aus einem Entfetter „Fischaugen“ im Lackfilm verursachen oder die Haftung des Klebstoffs verringern. Ebenso können Staubpartikel aus der Produktionsumgebung zu einer rauen Oberfläche oder einer verminderten Transparenz bei Klarlacken führen.

Die Prävention besteht in einer konsequenten Hygiene des Arbeitsumfelds und der Verwendung von speziellen Werkzeugen für jeden Materialtyp. Behälter für Klebstoffe und Lacke sollten vor der Wiederverwendung gründlich mit einem geeigneten Lösungsmittel gereinigt und getrocknet werden. Idealerweise sollten sie getrennt von anderen Chemikalien gelagert werden, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden. Bei empfindlichen Anwendungen, wie transparenten Möbellacken, wird empfohlen, Filtersysteme in den Applikationsgeräten zu verwenden und regelmäßig die Luftreinheit im Arbeitsbereich zu überprüfen. Wichtig ist auch die Schulung des Personals, damit es die Risiken von Kontaminationen versteht und die standardmäßigen Betriebsverfahren einhält.

Kontamination und Kreuzverschmutzung: Wie unsichtbare Bedrohungen verhindert werden können

Foto: xyzcharlize / Unsplash

Unangemessene Lagerdauer: Wenn selbst hochwertige Rohstoffe ihre Eigenschaften verlieren

Jeder chemische Rohstoff hat eine optimale Lagerdauer, die die Hersteller auf den Verpackungen oder in den technischen Datenblättern angeben. Das Überschreiten dieser Frist ist jedoch nicht das einzige Risiko. Selbst innerhalb der empfohlenen Lagerzeit können Klebstoffe und Lacke degradieren, wenn sie nicht unter den richtigen Bedingungen gelagert werden. Beispielsweise können feuchtigkeitsempfindliche Polyurethan-Klebstoffe bereits nach einigen Monaten zu polymerisieren beginnen, wenn sie auch nur leicht erhöhter relativer Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind. Ähnlich verlieren wasserbasierte Dispersionslacke ihre Stabilität bei wiederholter Einwirkung von Temperaturen unter 5 °C, was zu einer irreversiblen Phasentrennung oder Klumpenbildung führt.

Das Problem zeigt sich oft erst bei der Anwendung: Der Klebstoff hat eine verringerte Haftfestigkeit, der Lack deckt schlecht ab oder bildet einen ungleichmäßigen Film. Die Lösung ist ein System der kontrollierten Lagerung mit regelmäßiger Überprüfung des Lagerbestands. Es wird empfohlen, die FIFO-Methode (First In, First Out) einzuführen und eine Dokumentation des Eingangsdatums jeder Charge zu führen. Bei kritischen Rohstoffen wie Epoxidklebstoffen oder UV-Lacken ist es ratsam, regelmäßige Tests der Viskosität oder Reaktivität durchzuführen, und zwar auch innerhalb der empfohlenen Lagerdauer. Die Investition in ein einfaches Viskosimeter oder Testmuster lohnt sich – die Kosten für Ausschuss und Nacharbeit sind in der Regel um ein Vielfaches höher.

Einfluss von Licht und UV-Strahlung: Ein unterschätzter Faktor bei der Lagerung transparenter und pigmentierter Systeme

Licht, insbesondere dessen UV-Komponente, kann eine Fotodegradation von Polymeren und Additiven in Klebstoffen und Lacksystemen verursachen. Dieser Prozess ist oft mit bloßem Auge unsichtbar, aber seine Folgen sind schwerwiegend: Farbveränderung, Elastizitätsverlust oder sogar vollständiger Verlust der Hafteigenschaften. Beispielsweise können Acryllacke, die in durchsichtigen Behältern in der Sonne gelagert werden, innerhalb weniger Wochen vergilben oder ihren Glanz verlieren. Ähnlich können UV-empfindliche Klebstoffe, wie einige anaerobe oder Cyanacrylat-Systeme, vorzeitig aushärten oder ihre Reaktivität verlieren.

Der Schutz vor Licht ist nicht kompliziert, erfordert jedoch einen systematischen Ansatz. Ideal ist die Lagerung aller chemischen Rohstoffe in undurchsichtigen Behältern oder in dunklen Räumen. Falls dies nicht möglich ist, können Schutzfolien oder Vorhänge verwendet werden, die UV-Strahlung blockieren. Bei pigmentierten Systemen ist das Risiko geringer, aber bei transparenten Lacken und Klebstoffen sollte der Lichtschutz Priorität haben. Besondere Aufmerksamkeit erfordern auch offene Behälter – selbst kurzzeitige Lichteinwirkung kann unerwünschte Reaktionen auslösen. In der Praxis hat sich die Verwendung von Behältern mit UV-Filter oder die Lagerung offener Gebinde in dunklen Schränken bewährt.

Mechanische Belastung und Vibrationen: Wie physikalischer Stress chemische Systeme schädigt

Bei der Lagerung und Handhabung von Klebstoffen und Lacken wird der Einfluss mechanischer Belastung oft vergessen. Vibrationen, Stöße oder sogar langes Stehen auf unebenen Oberflächen können zur Trennung von Komponenten, Sedimentation von Pigmenten oder zur Schädigung von Stabilisatoren führen. Beispielsweise sind gefüllte Epoxid-Systeme mit metallischen oder mineralischen Füllstoffen besonders vibrationsempfindlich – die Füllstoffe können sich am Boden des Behälters absetzen, was zu einem ungleichmäßigen Komponentenverhältnis beim Mischen führt. Ähnlich können Dispersionslacke ihre Homogenität verlieren, wenn sie während des Transports langanhaltenden Erschütterungen ausgesetzt sind.

Die Vorbeugung besteht in der Minimierung von Bewegung und Vibrationen während der Lagerung und des Transports. Lagerräume sollten fern von Vibrationsquellen wie Maschinen oder Verkehrswegen platziert werden. Bei der Handhabung empfiehlt es sich, stabile Paletten zu verwenden und grobe Behandlung der Gebinde zu vermeiden. Bei empfindlichen Systemen wie zweikomponentigen Klebstoffen oder Lacken mit Metallpigmenten wird ein regelmäßiges Durchmischen der Bestände empfohlen – entweder manuell oder mit speziellen Geräten. Wichtig ist auch die richtige Lagerung der Gebinde: Behälter sollten auf einer ebenen Fläche stehen und vor Stößen geschützt sein. Selbst scheinbar kleine Details wie das richtige Festziehen des Deckels können die Haltbarkeit des Rohstoffs deutlich verlängern.

Benötigen Sie Beratung zur Auswahl oder Lagerung von Rohstoffen?

Jeder chemische Rohstoff erfordert einen individuellen Ansatz – von den Temperaturbedingungen bis zur Kompatibilität der Verpackungen. Die GCG Group liefert zu jedem Produkt detaillierte Sicherheitsdatenblätter (SDS) und technische Spezifikationen, die konkrete Empfehlungen für die Lagerung und Handhabung enthalten. Unsere Experten beraten Sie gerne bei der Auswahl geeigneter Rohstoffe sowie bei der Optimierung der Prozesse in Ihrer Produktion. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt unseren Katalog mit über 1.300 Produkten an.

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