Wie man Klebstoff- und Dichtstoffversagen vorbeugt: Schlüsselfaktoren für Lagerung und Handhabung, die die Leistung beeinflussen
Unsachgemäße Lagerung und Handhabung von Klebstoffen und Dichtstoffen können zu vorzeitigem Abbau, Verlust der Hafteigenschaften oder sogar Sicherheitsrisiken führen. Wie gewährleisten Sie optimale Bedingungen und vermeiden kostspielige Fehler?
Foto: Craftsman Concrete Floors / Unsplash
Klebstoffe und Dichtstoffe sind Schlüsselkomponenten in vielen industriellen Anwendungen, vom Bauwesen bis zur Automobilindustrie. Ihre Leistung hängt jedoch nicht nur von der richtigen Wahl des Typs ab, sondern auch von den Bedingungen, unter denen sie gelagert und gehandhabt werden. Selbst ein hochwertiges Produkt kann seine Eigenschaften verlieren, wenn es ungeeigneten Temperaturen, Feuchtigkeit oder Kontamination ausgesetzt wird. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die konkreten Faktoren, die die Stabilität dieser Materialien beeinflussen, sowie auf praktische Empfehlungen, wie man das Risiko von Versagen minimieren und ihre Lebensdauer verlängern kann.
Temperatur und Feuchtigkeit: Die unsichtbaren Feinde der Klebeeigenschaften
Klebstoffe und Dichtstoffe sind empfindlich gegenüber Lagerbedingungen, wobei Temperatur und Feuchtigkeit zu den kritischsten Faktoren gehören. Die meisten industriellen Klebstoffe erfordern eine Lagerung bei einer Temperatur zwischen 15–25 °C. Bei Temperaturen unter 10 °C kann es zur Verdickung oder Kristallisation einiger Komponenten kommen, insbesondere bei reaktiven Systemen auf Epoxid- oder Polyurethanbasis. Umgekehrt beschleunigen Temperaturen über 30 °C die Polymerisation, verkürzen die Haltbarkeit und können zu vorzeitigem Aushärten noch vor der Anwendung führen. Bei Cyanacrylat-Klebstoffen (sogenannten Sekundenklebern) kann hohe Temperatur bereits in der Verpackung eine spontane Polymerisation verursachen.
Feuchtigkeit ist ebenso tückisch – insbesondere bei einkomponentigen Polyurethan-Klebstoffen und -Dichtstoffen, die mit Wasserdampf aus der Luft reagieren. Bei Lagerung in einer Umgebung mit einer relativen Luftfeuchtigkeit über 60 % kommt es zu einer schrittweisen Reaktion, was zum Verlust der Klebrigkeit und zur Bildung von Blasen im Material führt. Für empfindliche Produkte wird die Lagerung in hermetisch verschlossenen Behältern mit Trockenmitteln (z. B. Silikagel) empfohlen. Bei wasserverdünnbaren Klebstoffen hingegen führt zu niedrige Feuchtigkeit zum Austrocknen und zum Verlust der Anwendungseigenschaften. Die regelmäßige Überwachung von Temperatur und Feuchtigkeit im Lager mithilfe von Datenloggern hilft, unnötige Verluste zu vermeiden.
Richtiges Verschließen und Handhabung der Gebinde: Vermeiden Sie Kontamination und Degradation
Auch ein hochwertiger Klebstoff oder Dichtstoff verliert seine Eigenschaften, wenn es zur Kontamination des Gebindes oder zum unsachgemäßen Verschließen kommt. Bei jedem Öffnen des Gebindes besteht die Gefahr des Eindringens von Feuchtigkeit, Staub oder anderen Verunreinigungen, die die chemische Stabilität des Produkts beeinträchtigen können. Bei reaktiven Klebstoffen (z. B. Epoxid- oder anaeroben Klebstoffen) kann Kontamination zu vorzeitiger Polymerisation oder einer Verringerung der Festigkeit der Verbindung führen. Daher ist es entscheidend, nur saubere Werkzeuge zu verwenden und das Gebinde sofort nach der Entnahme gründlich zu verschließen.
Bei mehrkomponentigen Klebstoffen (z. B. zweikomponentigen Epoxidharzen) ist es entscheidend, das richtige Mischungsverhältnis einzuhalten und Kreuzkontaminationen zwischen den Komponenten zu vermeiden. Schon eine geringe Menge der zweiten Komponente im falschen Behälter kann eine unerwünschte Reaktion auslösen. Für die Langzeitlagerung wird empfohlen, Reste in kleinere, luftdichte Behälter umzufüllen, um den Kontakt mit Sauerstoff zu minimieren. Bei Dichtungsmassen in Kartuschen ist es wichtig, nach jedem Gebrauch Produktreste vom Hals zu entfernen und mit dem Originalverschluss zu verschließen. Bei der Handhabung von Verpackungen halten Sie stets die Anweisungen des Herstellers ein und verwenden Sie persönliche Schutzausrüstung, insbesondere bei Klebstoffen mit niedriger Viskosität, die Hautverätzungen verursachen können.
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Einhaltung von Verfallsfristen und Chargendokumentation: Wann ist es besser, ein Produkt auszusortieren
Jeder Klebstoff und Dichtstoff hat eine begrenzte Haltbarkeit, die von seiner chemischen Zusammensetzung und den Lagerbedingungen abhängt. Eine Überschreitung der Verfallsfristen kann zu einer irreversiblen Verschlechterung der Eigenschaften führen – Verringerung der Verbindungsfestigkeit, Verlängerung der Aushärtungszeit oder vollständiger Verlust der Klebrigkeit. Bei reaktiven Klebstoffen (z. B. Polyurethanen oder Silikonen) kommt es auch im geschlossenen Behälter allmählich zur Polymerisation, was sich durch Verdickung oder Gelbildung äußert. Wasserlösliche Klebstoffe können hingegen austrocknen oder schimmeln.
Zur Minimierung der Risiken ist es unerlässlich, ein Chargenverfolgungssystem einzuführen, das die Überwachung des Herstellungsdatums und des Verfallsdatums jedes Produkts ermöglicht. Es wird empfohlen, Klebstoffe und Dichtstoffe nach dem FIFO-Prinzip (First In, First Out) zu lagern, um die Verwendung älterer Chargen zu vermeiden. Vor der Verwendung sollten Sie stets die Konsistenz, Farbe und den Geruch des Produkts überprüfen – jegliche Abweichungen vom ursprünglichen Zustand können auf eine Degradation hinweisen. Im Zweifelsfall führen Sie eine Testanwendung an einer Materialprobe durch. Bei kritischen Anwendungen (z. B. im Bauwesen oder in der Automobilindustrie) ist es ratsam, regelmäßige Tests der Verbindungsfestigkeit gemäß standardisierter Prüfmethoden durchzuführen.
Arbeitssicherheit: Wie Sie Risiken bei der Handhabung von Klebstoffen und Dichtstoffen minimieren
Die Handhabung von Klebstoffen und Dichtstoffen erfordert die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften, um Gesundheitsrisiken und Arbeitsunfälle zu vermeiden. Viele Industrieklebstoffe enthalten flüchtige organische Verbindungen (VOC), die Reizungen der Atemwege, Schwindel oder allergische Reaktionen verursachen können. Bei der Arbeit mit diesen Produkten ist eine ausreichende Belüftung oder die Verwendung lokaler Absaugvorrichtungen unerlässlich. Bei Klebstoffen mit hohem Lösemittelgehalt (z. B. Kontaktklebstoffe) müssen Brandschutzmaßnahmen eingehalten werden, da die Dämpfe entzündlich sein können.
Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist die grundlegende Voraussetzung für sicheres Arbeiten. Bei der Handhabung von Klebstoffen und Dichtstoffen verwenden Sie Schutzhandschuhe (meist Nitril- oder Butylhandschuhe, je nach chemischer Beständigkeit), eine Schutzbrille und gegebenenfalls Schutzkleidung. Bei Klebstoffen mit ätzenden Eigenschaften (z. B. saure Silikondichtstoffe) ist es notwendig, auch die Haut von Gesicht und Hals zu schützen. Halten Sie stets die Anweisungen im Sicherheitsdatenblatt (SDS) gemäß der REACH- und CLP/GHS-Verordnung ein, die Informationen über Risiken, Schutzmaßnahmen und Erste Hilfe enthalten. Regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter zur sicheren Handhabung und Lagerung chemischer Produkte sind entscheidend für die Unfallprävention.
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Einfluss mechanischer Belastung und Vibrationen auf die Stabilität von Klebesystemen
Klebstoffe und Dichtstoffe sind während der Lagerung und des Transports häufig mechanischen Belastungen ausgesetzt, die unauffällig ihre Leistung beeinträchtigen können. Vibrationen, Stöße oder unsachgemäßes Stapeln der Verpackungen führen zur Trennung der Komponenten, insbesondere bei Zweikomponentensystemen oder Produkten mit Füllstoffen. Beispielsweise kommt es bei Epoxidharzklebstoffen zur Sedimentation der Füllstoffe am Boden des Behälters, was das anschließende Durchmischen erschwert und zu ungleichmäßiger Aushärtung führen kann. Ebenso kann bei Polyurethandichtstoffen die mechanische Belastung die Polymerstruktur stören und deren Elastizität verringern.
Um diesen Problemen vorzubeugen, ist es entscheidend, die Herstelleranweisungen für die Handhabung der Verpackungen zu befolgen. Verpackungen mit Klebstoffen und Dichtstoffen sollten auf einer ebenen Fläche gelagert werden, idealerweise auf Paletten, die Vibrationen dämpfen. Beim Transport ist es ratsam, Fixiersysteme zu verwenden, die eine Bewegung der Verpackungen verhindern. Bei empfindlichen Produkten wie anaeroben Klebstoffen wird empfohlen, sie in den ursprünglichen Kartons zu lagern, die zusätzlichen Schutz bieten. Eine regelmäßige Überprüfung der Produktkonsistenz vor der Verwendung hilft, mögliche Veränderungen durch mechanische Belastung zu erkennen.
Schutz vor UV-Strahlung und Licht: Warum einige Klebstoffe eine dunkle Lagerung erfordern
Ultraviolette Strahlung und sichtbares Licht können vorzeitigen Abbau bestimmter Arten von Klebstoffen und Dichtstoffen verursachen, insbesondere solcher auf Basis von Polymeren, die empfindlich auf photochemische Reaktionen reagieren. Beispielsweise unterliegen Cyanacrylat-Klebstoffe oder bestimmte Arten von Polyurethandichtstoffen bei längerer Lichteinwirkung einer Polymerisation oder dem Verlust ihrer Hafteigenschaften. UV-Strahlung initiiert radikalische Reaktionen, die zur Bildung unerwünschter Bindungen und zur Versprödung des Materials führen, was sich in einer verringerten Festigkeit der Verbindung oder Rissbildung des Dichtstoffs äußert.
Um diese Risiken zu minimieren, ist es unerlässlich, empfindliche Produkte in undurchsichtigen oder dunklen Behältern oder in geschlossenen Lagerräumen ohne direkte Sonneneinstrahlung zu lagern. Falls der Hersteller spezifische Anforderungen zum Lichtschutz angibt, müssen diese auch während der Handhabung – beispielsweise bei der Anwendung im Außenbereich – eingehalten werden. Bei einigen Produkten, wie UV-härtbaren Klebstoffen, ist Licht hingegen für die Aktivierung unerlässlich, doch auch hier gilt, dass eine vorzeitige Lichteinwirkung zu einer unerwünschten Aushärtung noch vor der Anwendung führen kann. Daher ist es stets wichtig, sich an die technischen Datenblätter und Sicherheitshinweise zu halten.
Kontrolle und Wartung der Lagerbedingungen: Werkzeuge und Verfahren zur Qualitätssicherung
Richtige Lagerbedingungen sind keine einmalige Angelegenheit, sondern erfordern regelmäßige Kontrolle und Wartung. Zur Überwachung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Lagerräumen haben sich Datenlogger bewährt, die die Bedingungen kontinuierlich aufzeichnen und bei Abweichungen alarmieren. Bei Produkten, die empfindlich auf Temperaturschwankungen reagieren, wie reaktive Klebstoffe oder Dichtstoffe, ist es ratsam, Sensoren direkt in der Nähe der Behälter zu platzieren. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich mit Entfeuchtern oder Klimaanlagen regulieren, die die relative Luftfeuchtigkeit im empfohlenen Bereich, meist zwischen 30–60 %, halten.
Neben technischen Maßnahmen ist auch die Organisation des Lagers wichtig. Produkte sollten nach Typ und Empfindlichkeit sortiert werden, wobei die empfindlichsten Materialien unter den stabilsten Bedingungen – beispielsweise weiter entfernt von Türen oder Wärmequellen – gelagert werden sollten. Regelmäßige Inventur und visuelle Kontrolle der Behälter helfen, mögliche Undichtigkeiten, Verformungen oder Anzeichen von Degradation zu erkennen. Bei Produkten mit begrenzter Haltbarkeit ist es sinnvoll, ein FIFO-System (First In, First Out) einzuführen, um das Risiko der Verwendung abgelaufener Materialien zu minimieren. Die Dokumentation der Lagerbedingungen und Kontrollverfahren ist zudem entscheidend, um die Einhaltung von Qualitätsstandards im Falle von Reklamationen oder Audits nachweisen zu können.
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