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Wie REACH und CLP die Auswahl chemischer Rohstoffe für die Automobilteilproduktion beeinflussen: Ein Leitfaden für Einkäufer und Technologen
Gesetzgebung 8. 8. 2026 Redakce GCG Chemicals

Wie REACH und CLP die Auswahl chemischer Rohstoffe für die Automobilteilproduktion beeinflussen: Ein Leitfaden für Einkäufer und Technologen

Die REACH-Verordnung und die CLP-Vorschriften ändern grundlegend die Regeln für die Auswahl chemischer Rohstoffe im Automotive-Bereich. Wie bewerten Sie Risiken korrekt, gewährleisten die Kompatibilität mit Normen und vermeiden kostspielige Fehler in der Produktion?

Wie REACH und CLP die Auswahl chemischer Rohstoffe für die Herstellung von Automobilteilen beeinflussen: Ein Leitfaden für Einkäufer und Technologen

Foto: Cemrecan Yurtman / Unsplash

Die Herstellung von Automobilteilen kommt nicht ohne eine breite Palette chemischer Rohstoffe aus – von Additiven für Kunststoffe über Klebstoffe bis hin zu Beschichtungssystemen. Die REACH-Verordnung und die CLP-Verordnung stellen jedoch strenge Anforderungen an Hersteller und deren Lieferanten hinsichtlich Sicherheit, Dokumentation und Klassifizierung von Substanzen. Eine falsche Auswahl der Rohstoffe kann nicht nur zu Verstößen gegen die Vorschriften führen, sondern auch zu technischen Problemen in der Produktion, wie Korrosion, schlechte Haftung oder Kontamination. Wie kann man sich in diesen Anforderungen zurechtfinden, und was müssen Sie wissen, bevor Sie eine Bestellung unterschreiben?

REACH und seine Auswirkungen auf die Auswahl von Rohstoffen für die Automobilindustrie

Die REACH-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) beeinflusst maßgeblich die Auswahl chemischer Rohstoffe in der Automobilindustrie. Ihr Ziel ist es, ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten, was sich in den Anforderungen an Lieferanten und Teilehersteller widerspiegelt. Für Einkäufer und Technologen bedeutet dies, dass jeder Rohstoff bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) registriert sein muss, sofern er in Mengen von mehr als einer Tonne pro Jahr hergestellt oder importiert wird. Dies gilt auch für Gemische und Zwischenprodukte, die bei der Herstellung von Komponenten wie Kunststoffteilen, Beschichtungen, Klebstoffen oder Schmiermitteln verwendet werden.

In der Praxis muss jeder Rohstoff mit einer REACH-Registrierungsnummer versehen sein, die die Konformität mit der Gesetzgebung bestätigt. Hersteller von Automobilteilen verlangen häufig von ihren Lieferanten eine Registrierungsbestätigung, um das Risiko von Unterbrechungen in der Lieferkette zu minimieren. Besondere Aufmerksamkeit ist Stoffen auf der Kandidatenliste (SVHC – Substances of Very High Concern) zu widmen, die einer Zulassung oder Beschränkungen unterliegen. Diese Stoffe könnten in Zukunft verboten werden, was einen proaktiven Ansatz bei der Suche nach alternativen Lösungen erfordert.

CLP und Sicherheitskennzeichnung von Rohstoffen in der Lieferkette

Die CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging) harmonisiert die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von chemischen Stoffen und Gemischen in der EU gemäß dem GHS-System (Globally Harmonized System). Für die Automobilindustrie ist entscheidend, dass die CLP einheitliche Anforderungen an Sicherheitsetiketten und Sicherheitsdatenblätter (SDS) festlegt, die jede Rohstofflieferung begleiten müssen. Die Etiketten müssen Gefahrenpiktogramme, Signalwörter („Gefahr“ oder „Achtung“), standardisierte Gefahrenhinweise (H-Sätze) und Sicherheitshinweise (P-Sätze) enthalten.

Für Technologie- und Einkaufsverantwortliche ist es wichtig zu überprüfen, ob der Lieferant die Rohstoffe korrekt nach der CLP-Verordnung klassifiziert. Eine Nichtübereinstimmung kann zu Problemen beim Transport, der Lagerung oder Verarbeitung sowie zu rechtlichen Komplikationen führen. Beispielsweise können einige Tenside oder Additive für Beschichtungen als ätzend oder reizend eingestuft sein, was spezielle Handhabungsbedingungen erfordert. Die CLP-Verordnung beeinflusst auch die Auswahl von Rohstoffen für Innenraumkomponenten, bei denen strenge Anforderungen an die Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) und Gerüche gestellt werden.

CLP und Sicherheitskennzeichnung von Rohstoffen in der Lieferkette

Foto: Cemrecan Yurtman / Unsplash

Sicherheitsdatenblätter (SDS) als Instrument für das Risikomanagement

Das Sicherheitsdatenblatt (SDS) ist ein grundlegendes Dokument, das der Lieferant für jeden chemischen Rohstoff bereitstellen muss. Für die Automobilindustrie ist das SDS nicht nur aus Sicherheitsgründen entscheidend, sondern auch zur Sicherstellung der Kompatibilität der Rohstoffe mit den Produktionsprozessen und den endgültigen Produktanforderungen. Das SDS muss gemäß Anhang II der REACH-Verordnung erstellt werden und 16 Pflichtabschnitte enthalten, einschließlich Informationen zu physikalisch-chemischen Eigenschaften, toxikologischen Daten, ökologischen Aspekten und Anweisungen zur Entsorgung.

Einkäufer und Technologen sollten den Abschnitten 2 (Gefahrenidentifikation), 8 (Expositionsgrenzwerte und Schutzausrüstung) und 15 (Rechtsinformationen) besondere Aufmerksamkeit widmen. Bei Additiven für Kunststoffe ist es beispielsweise wichtig zu überprüfen, ob das SDS Angaben zur Temperaturstabilität oder Kompatibilität mit anderen Materialien enthält. Bei Rohstoffen für Elektrokomponenten ist Abschnitt 10 (Stabilität und Reaktivität) kritisch, in dem die Bedingungen aufgeführt sind, unter denen unerwünschte Reaktionen auftreten können. Das SDS dient auch als Grundlage für interne Sicherheitsvorschriften und Schulungen der Mitarbeiter.

Praktische Tipps für Einkäufer und Technologen bei der Auswahl von Rohstoffen

Bei der Auswahl chemischer Rohstoffe für die Automobilindustrie ist es entscheidend, systematisch vorzugehen. Der erste Schritt besteht darin, die REACH-Registrierung beim Lieferanten zu überprüfen – idealerweise sollte eine Kopie des Registrierungszertifikats oder ein Verweis auf die öffentliche ECHA-Datenbank angefordert werden. Weiterhin ist es notwendig zu prüfen, ob der Rohstoff nicht auf der Kandidatenliste für SVHC steht, was einfach auf den Webseiten der ECHA überprüft werden kann. Falls ja, ist es ratsam, nach Alternativen zu suchen oder eine Bestätigung über den geringen SVHC-Gehalt (unter 0,1 Massenprozent) anzufordern.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Analyse des Sicherheitsdatenblatts (SDS). Konzentrieren Sie sich auf Abschnitt 3 (Zusammensetzung), in dem alle gefährlichen Bestandteile aufgeführt sind, und auf Abschnitt 12 (Umweltinformationen), der für die Erfüllung der Anforderungen an Recyclingfähigkeit und Ökodesign wichtig ist. Für Rohstoffe, die für den Fahrzeuginnenraum bestimmt sind, ist Abschnitt 9 (physikalisch-chemische Eigenschaften) entscheidend, in dem die Daten zu VOC-Emissionen angegeben werden. Nicht zuletzt ist es ratsam, die Auswahl der Rohstoffe mit internen Sicherheitstechnikern oder externen Beratern zu besprechen, um Komplikationen bei der Zertifizierung des Endprodukts zu vermeiden.

Praktische Tipps für Einkäufer und Technologen bei der Auswahl von Rohstoffen

Foto: TECNIC Bioprocess Solutions / Unsplash

Kritische Stoffe in der Automobilindustrie und REACH-Beschränkungen: Worauf Sie beim Einkauf achten sollten

Die Herstellung von Automobilteilen kommt nicht ohne eine breite Palette chemischer Rohstoffe aus – von Additiven für Kunststoffe über Korrosionsinhibitoren bis hin zu speziellen Beschichtungssystemen. REACH hat jedoch einige Substanzen eingeschränkt oder direkt verboten, was sich unmittelbar auf die Verfügbarkeit und Auswahl der Rohstoffe auswirkt. Zu den kritischsten gehören Phthalate (z. B. DEHP), die früher häufig als Weichmacher in PVC-Teilen des Innenraums verwendet wurden. Seit 2020 ist ihr Einsatz in Konzentrationen über 0,1 % der Masse verboten, sofern keine spezifischen Ausnahmen erteilt wurden. Ähnlich reguliert sind bleihaltige Verbindungen in Lötverbindungen oder Chromate in Korrosionsschutzbeschichtungen. Einkäufer müssen bei der Auswahl der Rohstoffe prüfen, ob der Lieferant Alternativen mit äquivalenten Eigenschaften anbietet, die die REACH-Beschränkungen erfüllen und gleichzeitig die Funktionalität oder Lebensdauer des Teils nicht gefährden.

Eine weitere Herausforderung sind Substanzen, die auf der Kandidatenliste für SVHC (Substances of Very High Concern) stehen. Wenn Rohstoffe SVHC in einer Konzentration von über 0,1 % enthalten, müssen diese Informationen in der Lieferkette weitergegeben und in einigen Fällen auch den Endkunden mitgeteilt werden. Ein typisches Beispiel sind perfluorierte Verbindungen (PFC), die in Textilien für Innenräume wegen ihrer Fleckenbeständigkeit eingesetzt werden. Technologen sollten von den Lieferanten eine Bestätigung über die Einhaltung der SVHC-Grenzwerte verlangen und gleichzeitig nach Ersatzstoffen suchen, die nicht auf der Kandidatenliste stehen. Wichtig ist auch, die Aktualisierungen von REACH zu verfolgen, da sich die SVHC-Liste jährlich um durchschnittlich 10–20 Substanzen erweitert.

CLP und Anforderungen an die Sicherheitskennzeichnung in der Automobilindustrie: Wie Etiketten gelesen werden und was von Lieferanten verlangt werden sollte

Die CLP-Verordnung vereinheitlicht die Einstufung und Kennzeichnung chemischer Stoffe in der gesamten EU, was für die Sicherheit in der Automobilindustrie entscheidend ist. Die Etiketten auf den Verpackungen der Rohstoffe müssen standardisierte Gefahrenpiktogramme, Signalwörter („Gefahr“ oder „Achtung“), H-Sätze (die die Art des Risikos beschreiben) und P-Sätze (Anweisungen für den sicheren Umgang) enthalten. Beispielsweise müssen Rohstoffe, die entzündbare Lösemittel (z. B. für Klebstoffe oder Beschichtungen) enthalten, mit dem Flammenpiktogramm und einem H-Satz wie „H225 – Hochentzündliche Flüssigkeit und Dämpfe“ gekennzeichnet sein. Einkäufer sollten prüfen, ob die Etiketten der aktuellen Zusammensetzung des Rohstoffs entsprechen und ob der Lieferant die Pflicht erfüllt, die Kennzeichnung innerhalb von 18 Monaten nach einer Änderung der Einstufung zu aktualisieren.

Im Automobilsektor ist es besonders wichtig, Substanzen mit chronischen Wirkungen zu überwachen, wie z. B. Sensibilisatoren für die Atemwege (z. B. bestimmte Isocyanate in Polyurethan-Systemen) oder reproduktionstoxische Stoffe (z. B. bestimmte Weichmacher). Diese Stoffe müssen mit den entsprechenden Piktogrammen und H-Sätzen gekennzeichnet sein, beispielsweise „H334 – Kann bei Einatmen Allergie- oder Asthmasymptome oder Atembeschwerden verursachen“. Technologen sollten von den Lieferanten nicht nur die korrekte Kennzeichnung verlangen, sondern auch zusätzliche Informationen zu Expositionsszenarien, die Bestandteil der Sicherheitsdatenblätter sind. Dies ermöglicht die Beurteilung, ob der Rohstoff unter den spezifischen Produktionsbedingungen, z. B. bei hohen Temperaturen oder Drücken, sicher verarbeitet werden kann.

Integration von REACH und CLP in die Prozesse zur Freigabe neuer Rohstoffe: Schritt für Schritt für Einkäufer und Technologen

Die Freigabe neuer Rohstoffe für die Herstellung von Automobilteilen muss eine systematische Bewertung der Konformität mit REACH und CLP umfassen. Der erste Schritt besteht darin, vom Lieferanten die Vorlage eines aktuellen Sicherheitsdatenblatts (SDS) und eine Bestätigung der REACH-Registrierung für alle Bestandteile des Rohstoffs zu verlangen. Einkäufer sollten überprüfen, ob alle Stoffe im Rohstoff registriert sind (für Mengen über 1 Tonne pro Jahr) und ob sie nicht auf der SVHC-Liste stehen. Weiterhin ist zu prüfen, ob das Etikett des Rohstoffs der CLP-Klassifizierung entspricht und ob alle relevanten H- und P-Sätze angegeben sind. Falls die Rohstoffe Stoffe mit Beschränkungen gemäß Anhang XVII der REACH-Verordnung enthalten, muss überprüft werden, ob der Lieferant alternative Lösungen oder eine Ausnahmegenehmigung anbietet.

Der zweite Schritt ist die technische Bewertung, ob die Rohstoffe die Anforderungen an Funktionalität und Sicherheit in der konkreten Anwendung erfüllen. Beispielsweise muss bei Additiven für Kunststoffe überprüft werden, ob der Ersatz für einen verbotenen Stoff (z. B. Phthalate) die mechanischen Eigenschaften des Bauteils, wie Festigkeit oder Beständigkeit gegen Temperaturwechsel, nicht beeinträchtigt. Technologen sollten Testreihen durchführen und die Ergebnisse nach internen Standards auswerten. Der letzte Schritt ist die Dokumentation des gesamten Prozesses, einschließlich der Aufzeichnungen über die Kommunikation mit dem Lieferanten, der Testergebnisse und der Freigabeentscheidung. Dieser Ansatz minimiert das Risiko späterer Probleme mit der gesetzlichen Konformität und stellt sicher, dass neue Rohstoffe für Mitarbeiter und Endverbraucher sicher sind.

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Die GCG Group stellt zu jedem gelieferten chemischen Rohstoff aktuelle Sicherheitsdatenblätter (SDS) und technische Dokumentation gemäß REACH und CLP zur Verfügung. Unsere Experten beraten Sie bei der Auswahl geeigneter Alternativen und helfen Ihnen, die volle Kompatibilität mit Ihren Produktionsprozessen sicherzustellen. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt unseren Katalog mit über 1 300 Produkten an.

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