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Kristallisation in SC-Pestiziden verhindern
Aus der Praxis 12. 7. 2026 Redakce GCG Chemicals

Kristallisation in SC-Pestiziden verhindern

Kristallisation von Wirkstoffen in Suspensionskonzentraten verstopft Düsen und verringert die Wirksamkeit. So haben wir das Problem gelöst.

Lösung der Kristallisation von Wirkstoffen in konzentrierten Suspensionspestiziden: Eine Fallstudie aus der Produktion

Foto: Patrick Hendry / Unsplash

Die Herstellung von Suspensionspestizid-Formulierungen (SC) gehört zu den technologisch anspruchsvollen Prozessen, bei denen bereits geringe Abweichungen in der Rezeptur oder den Produktionsbedingungen zu ernsthaften Problemen führen können. Einer unserer Kunden, ein Hersteller von Breitbandfungiziden, hatte mit wiederholter Kristallisation des Wirkstoffs während der Lagerung zu kämpfen, was zu Verstopfungen der Applikationsgeräte und Reklamationen seitens der Endanwender führte. Die Analyse des Problems ergab, dass der entscheidende Faktor nicht nur die Wahl der Tenside war, sondern auch die Wechselwirkungen zwischen Dispergiermitteln, Stabilisatoren und der Viskosität des Systems. In diesem Artikel betrachten wir, wie wir bei der Lösung vorgegangen sind und welche Anpassungen zu einer langfristig stabilen Formulierung geführt haben.

Das Problem der Kristallisation in konzentrierten Suspensionspestiziden: Wenn der Wirkstoff nicht in Lösung bleiben will

Die Kristallisation von Wirkstoffen in Suspensionskonzentraten (SC) zählt zu den häufigsten und zugleich problematischsten Herausforderungen bei der Herstellung von Pestizidformulierungen. Typischerweise äußert sie sich durch die Bildung fester Partikel oder Sedimente, die die Applikationsgeräte verstopfen, die Wirksamkeit des Produkts verringern und dessen Haltbarkeit verkürzen. Die Ursache liegt oft in einer Diskrepanz zwischen der Löslichkeit des Wirkstoffs und den physikalisch-chemischen Bedingungen der Formulierung – insbesondere Temperaturschwankungen, pH-Wert oder Wechselwirkungen mit weiteren Komponenten wie Tensiden, Dispergiermitteln oder Frostschutzadditiven.

In der Praxis begegnen wir diesem Phänomen beispielsweise bei Herbiziden auf Sulfonylharnstoff-Basis oder bestimmten Fungiziden aus der Gruppe der Triazole. Diese Substanzen weisen eine begrenzte Wasserlöslichkeit auf und beginnen bei Konzentrationen über 40 % des Wirkstoffs spontan zu kristallisieren, insbesondere wenn die Temperatur unter 10 °C sinkt. Das Problem verschärft sich weiter bei der Lagerung in unbeheizten Räumen oder beim Transport in den Wintermonaten. Entscheidend ist daher bereits in der Entwicklungsphase der Formulierung, nicht nur die chemische Stabilität, sondern auch die rheologischen Eigenschaften der Suspension und ihr Verhalten unter verschiedenen Bedingungen zu berücksichtigen.

Ursachenanalyse: Wie der Kristallisationsauslöser unter Betriebsbedingungen identifiziert wird

Der erste Schritt zur Lösung der Kristallisation ist eine systematische Ursachenanalyse. Unter Laborbedingungen hat sich die Kombination aus mikroskopischer Beobachtung, Partikelgrößenmessung (z. B. durch Laserbeugung) und thermischer Analyse (DSC) bewährt. Die Mikroskopie offenbart die Morphologie der Kristalle – ob es sich um nadelförmige, plättchenförmige oder amorphe Strukturen handelt, was Rückschlüsse auf den Entstehungsmechanismus zulässt. So deuten nadelförmige Kristalle häufig auf eine schnelle Keimbildung durch Unterkühlung hin, während plättchenförmige Strukturen auf Wechselwirkungen mit Dispergiermitteln hindeuten können.

Im Betrieb ist es entscheidend, das Temperaturprofil während der Produktion und Lagerung zu überwachen. Die Kristallisation wird häufig durch plötzliche Temperaturänderungen ausgelöst, beispielsweise beim Abkühlen der Mischung nach dem Mahlen oder beim Übergang von einem warmen Lager in eine kühle Umgebung. Ein weiterer kritischer Faktor ist der pH-Wert – einige Wirkstoffe (z. B. Derivate der Phenoxyessigsäure) zeigen eine minimale Löslichkeit in einem engen pH-Bereich, typischerweise um 5–6. Hier hilft der Einsatz von pH-Stabilisatoren wie Citraten oder Phosphaten, die optimale Bedingungen für die Löslichkeit aufrechterhalten. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Einfluss von Verunreinigungen in den Rohstoffen, die als Keimbildungszentren für die Kristallisation dienen können.

Analyse der Ursachen: Identifizierung der Kristallisationsquelle unter Betriebsbedingungen

Foto: Ricardo Gomez Angel / Unsplash

Praktische Lösung: Optimierung der Rezeptur und Prozessparameter

Auf Basis der Analyse kann die Rezeptur angepasst werden. Einer der effektivsten Ansätze ist der Einsatz geeigneter Solubilisatoren und Kosolventien, die die Löslichkeit des Wirkstoffs erhöhen. Für wässrige Suspensionen haben sich beispielsweise Glykole (Propylenglykol, Dipropylenglykol) oder Alkohole mit geringer Flüchtigkeit bewährt, die den Stockpunkt der Mischung senken. Bei einigen Substanzen ist die Zugabe von Frostschutzadditiven wie Harnstoff oder Salzen organischer Säuren wirksam, die die Bildung von Eiskristallen und damit die sekundäre Kristallisation des Wirkstoffs verhindern.

Ebenso wichtig ist die Optimierung der Prozessparameter. Beim Mahlen der Suspension ist darauf zu achten, dass die Partikelgröße des Wirkstoffs eine kritische Grenze (in der Regel unter 5 Mikrometer) nicht überschreitet, um das Risiko der Agglomeration zu minimieren. Weiterhin ist es ratsam, die Abkühlgeschwindigkeit nach dem Mahlen zu kontrollieren – zu schnelles Abkühlen kann zu lokaler Unterkühlung und anschließender Kristallisation führen. In einigen Fällen hilft auch dynamisches Rühren während der Lagerung, das Sedimentation und die Bildung großer Kristalle verhindert. Für die Langzeitstabilität ist es entscheidend, die Formulierung unter realen Bedingungen, einschließlich zyklischer Temperaturprüfungen zwischen -5 °C und 40 °C, zu testen.

Prävention und Langzeitstabilität: Wie die Suspension über die gesamte Lebensdauer homogen gehalten wird

Die Prävention von Kristallisation erfordert einen umfassenden Ansatz, der sowohl die richtige Auswahl der Rohstoffe als auch die Einhaltung technologischer Verfahren umfasst. Grundlage ist der Einsatz hochwertiger Dispergiermittel, die die Suspension stabilisieren und die Aggregation von Partikeln verhindern. Für diesen Zweck werden häufig polymere Dispergatoren auf Basis von Polycarboxylaten oder Ligninsulfonaten gewählt, die eine stabile Schutzschicht um die Partikel bilden. Wichtig ist auch die Einhaltung der empfohlenen Dosierung – eine zu niedrige Konzentration des Dispergators führt zu Instabilität, während ein Überschuss eine erhöhte Viskosität oder Schaumbildung verursachen kann.

Für eine langfristige Stabilität sind regelmäßige Qualitätskontrollen unerlässlich, einschließlich visueller Bewertung, Viskositätsmessungen und Sedimentationstests. In der Praxis hat sich die Lagerung von Suspensionen bei konstanter Temperatur (ideal 15–25 °C) bewährt, sowie der Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung, die den Abbau einiger Komponenten beschleunigen kann. Falls Kristallisation unvermeidbar ist, kann sie zumindest durch den Zusatz von Kristallisationsinhibitoren wie Acrylsäurederivaten oder spezifischen Tensiden mit amphiphiler Struktur verlangsamt werden. In jedem Fall ist die Zusammenarbeit mit einem Rohstofflieferanten entscheidend, der Erfahrung mit ähnlichen Formulierungen hat und bewährte Lösungen empfehlen kann.

Prävention und langfristige Stabilität: Wie Sie eine Suspension während der gesamten Lebensdauer homogen halten

Foto: American Public Power Association / Unsplash

Einfluss von Adjuvantien auf die Stabilität von Suspensionen: Wie Sie die richtigen Hilfsstoffe auswählen

Die Kristallisation von Wirkstoffen in Suspensionspestiziden hängt oft mit einer ungeeigneten Wahl oder Dosierung von Adjuvantien zusammen. Diese Hilfsstoffe spielen eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung der Dispersion, beeinflussen die Oberflächenspannung, Viskosität und Wechselwirkungen zwischen den Partikeln. Beispielsweise können Netzmittel auf Basis von Alkylpolyglukosiden oder Organosilikonen das Risiko der Aggregation deutlich verringern, ihre Wirksamkeit hängt jedoch vom pH-Wert und der Ionenstärke des Mediums ab. In der Praxis hat sich die Kombination von Netzmitteln mit Dispergiermitteln wie Polycarboxylaten oder Lignosulfonaten bewährt, die Sedimentation und Kristallbildung verhindern.

Bei der Auswahl von Adjuvantien muss auch die Kompatibilität mit dem Wirkstoff berücksichtigt werden. Einige Tenside können beispielsweise die mizellare Solubilisierung fördern, gleichzeitig aber die Suspension bei höheren Konzentrationen destabilisieren. Es wird empfohlen, Kompatibilitätstests nach Standardmethoden durchzuführen, einschließlich Stabilitätstests bei verschiedenen Temperaturen (z. B. 0 °C, 25 °C und 54 °C) und der Überwachung von Änderungen der Viskosität oder Partikelgröße mittels Laserbeugung. Ein richtig gewähltes Adjuvans kann die Stabilität der Suspension um 30–50 % verlängern, ohne dass wesentliche Änderungen in der Rezeptur erforderlich sind.

Prozessparameter und ihr Einfluss auf die Kristallisation: Temperatur, Rühren und Homogenisierungsdauer

Die Kristallisation in Suspensionspestiziden ist nicht nur eine Frage der Rezeptur, sondern auch der Prozessbedingungen. Die Temperatur während der Herstellung und Lagerung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Löslichkeit der Wirkstoffe – beispielsweise kann bei einigen Herbiziden ein Temperaturabfall unter 10 °C eine schnelle Kristallisation auslösen. Im Betrieb ist es daher entscheidend, ein stabiles Temperaturregime, idealerweise im Bereich von 15–25 °C, aufrechtzuerhalten und plötzliche Schwankungen zu vermeiden. Beim Rühren ist es wichtig, eine ausreichende Intensität sicherzustellen, um lokale Verdickungen der Suspension zu vermeiden, gleichzeitig aber einen kritischen Wert nicht zu überschreiten, der die Struktur der Partikel beschädigen könnte.

Die Homogenisierungsdauer beeinflusst ebenfalls die Größe und Verteilung der Partikel. Eine zu kurze Dauer kann zu einer unzureichenden Dispergierung führen, während eine zu lange Dauer eine übermäßige Erwärmung der Mischung verursachen und die Kristallisation beschleunigen kann. In der Praxis hat sich ein schrittweises Rühren mit kontrolliertem Drehzahlanstieg und anschließender Kühlung der Mischung bewährt. Der Prozess kann durch rheologische Messungen optimiert werden, die helfen, die ideale Dauer und Intensität des Rührens für die jeweilige Rezeptur zu bestimmen. Wichtig ist auch, die Viskosität während der Herstellung zu überwachen, da deren Veränderungen auf eine beginnende Kristallisation hinweisen können.

Überwachung und Validierung: Wie Sie die Stabilität einer Suspension vor der Markteinführung prüfen

Vor der Markteinführung eines Suspensionspestizids ist eine umfassende Validierung der Stabilität unerlässlich, die sowohl Laboruntersuchungen als auch beschleunigte Alterungstests umfasst. Standardverfahren beinhalten die Überwachung der physikalischen Stabilität bei verschiedenen Temperaturen (z. B. Zyklen zwischen 5 °C und 40 °C) und Luftfeuchtigkeit, um reale Lagerbedingungen zu simulieren. Wichtig ist auch die Messung der Partikelgröße und deren Verteilung mittels Laserbeugung oder Mikroskopie, da Veränderungen dieser Parameter oft einer sichtbaren Kristallisation vorausgehen.

Für die langfristige Vorhersage der Stabilität werden beschleunigte Tests eingesetzt, bei denen die Proben erhöhten Temperaturen (z. B. 54 °C über 14 Tage) ausgesetzt und anschließend der Grad der Kristallisation, Sedimentation oder Viskositätsänderung bewertet wird. Die Ergebnisse dieser Tests können mit der tatsächlichen Haltbarkeit des Produkts unter Verwendung der Arrhenius-Gleichung korreliert werden, die eine Abschätzung der Stabilität unter normalen Lagerbedingungen ermöglicht. Die Validierung sollte auch Kompatibilitätstests mit dem Verpackungsmaterial umfassen, da einige Kunststoffe oder Metallteile Substanzen freisetzen können, die die Suspension destabilisieren. Erst nach erfolgreicher Durchführung aller Tests kann das Produkt als stabil und bereit für die Distribution angesehen werden.

Die Stabilität Ihrer Formulierungen ist unsere Priorität

Jede agrochemische Rezeptur erfordert einen individuellen Ansatz – von der Auswahl der Rohstoffe bis zur technologischen Verarbeitung. GCG Group liefert nicht nur hochwertige Tenside, Dispergiermittel und Stabilisatoren, sondern auch umfassende technische Unterstützung, einschließlich Problemanalyse und Prozessoptimierung. Zu jedem Rohstoff stellen wir detaillierte Sicherheitsdatenblätter und Anwendungsempfehlungen bereit. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt unseren Katalog mit über 1 300 Produkten an.

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