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Schaumbildung bei der Zellstoffbleiche vermeiden
Aus der Praxis 12. 7. 2026 Redakce GCG Chemicals

Schaumbildung bei der Zellstoffbleiche vermeiden

Schaumbildung verringert die Effizienz der Zellstoffbleiche und erhöht die Kosten. Erfahren Sie, wie Sie die richtigen Entschäumer auswählen.

Wie man Schaumbildung im Bleichprozess von Zellstoff löst: Praktische Anleitung für Papierfabriken

Foto: Lalit Kumar / Unsplash

Schaumbildung während des Bleichens von Zellstoff ist ein häufiges Problem, das die Produktionseffizienz beeinträchtigt und den Chemikalienverbrauch erhöht. Sie entsteht insbesondere bei der Verwendung von Peroxiden, Hypochloriten oder sauerstoffbasierten Bleichmitteln, wenn Luft oder Verunreinigungen in den Rohstoffen mit Tensiden oder organischen Rückständen reagieren. Übermäßiger Schaum verlangsamt nicht nur den Prozess, sondern kann auch zu ungleichmäßigem Bleichen, Faserverlusten und erhöhtem Energieverbrauch führen. Die Lösung erfordert eine Kombination aus technischen Anpassungen und der richtigen Auswahl chemischer Additive wie Entschäumer oder Modifikatoren der Oberflächenspannung. In diesem Artikel betrachten wir konkrete Schritte, wie Sie Schaumbildung diagnostizieren und effektiv beseitigen können.

Warum entsteht übermäßige Schaumbildung beim Bleichen von Zellstoff?

Schaumbildung während des Bleichprozesses von Zellstoff ist ein häufiges Problem, das die Produktionseffizienz und die Qualität des Endprodukts negativ beeinflusst. Die Hauptursache ist das Vorhandensein von grenzflächenaktiven Substanzen (Tensiden), die entweder als Rückstände aus vorherigen Verarbeitungsschritten (z. B. aus der Entsäuerung oder Wäsche) oder als Verunreinigungen in den verwendeten Chemikalien in das System gelangen. Während des Bleichens werden zudem organische Substanzen aus dem Zellstoff freigesetzt, wie Ligninfragmente oder Hemicellulosen, die als natürliche Schaumbildner wirken. Zur Schaumbildung tragen auch das mechanische Rühren und die Belüftung der Suspension bei, insbesondere bei hohen Temperaturen (über 70 °C) und niedrigem pH-Wert (unter 3).

Ein weiterer Faktor ist das Ungleichgewicht bei der Dosierung von Bleichmitteln, wie Natriumhypochlorit oder Wasserstoffperoxid. Ein Überschuss dieser Substanzen kann zum Abbau organischer Komponenten in niedermolekulare Verbindungen mit schaumbildenden Eigenschaften führen. Betriebsbedingungen wie eine hohe Zellstoffkonzentration (über 12 %) oder unzureichende Belüftung der Reaktoren verschlimmern die Situation zusätzlich. Die Identifizierung der konkreten Ursache ist entscheidend für die Auswahl einer wirksamen Lösung – sei es die Anpassung der Prozessparameter oder der Einsatz von Entschäumungsadditiven.

Wie diagnostiziert man die Ursache der Schaumbildung im Betrieb?

Der erste Schritt zur Lösung der Schaumbildung ist eine systematische Diagnose. Beginnen Sie mit der Analyse der Eingangsmaterialien – überprüfen Sie die Qualität des gelieferten Zellstoffs, insbesondere den Gehalt an Restlignin und extrahierbaren Substanzen, die die Schaumbildung fördern können. Überprüfen Sie anschließend die Reinheit der Bleichmittel und Hilfschemikalien auf unerwünschte Tenside oder Schaumstabilisatoren. Im Labor kann ein einfacher Test durchgeführt werden: Mischen Sie eine Probe der Zellstoffsuspension mit dem Bleichmittel und beobachten Sie die Schaumbildung bei verschiedenen Temperaturen und pH-Werten. Stabiler Schaum nach 5 Minuten deutet auf das Vorhandensein grenzflächenaktiver Substanzen hin.

Überwachen Sie im Betrieb die Schlüsselparameter: Temperatur, pH-Wert, Zellulosekonzentration und Luftdurchfluss im System. Übermäßiges Schäumen korreliert oft mit hoher Temperatur oder niedrigem pH-Wert, daher ist es ratsam, diese Werte in Echtzeit zu erfassen. Wenn der Schaum dicht und klebrig ist, enthält er wahrscheinlich organische Rückstände aus der Zellulose. Dünner Schaum mit großen Blasen deutet hingegen meist auf synthetische Tenside hin. Für eine genauere Identifizierung können analytische Methoden wie Gaschromatographie oder Infrarotspektroskopie eingesetzt werden, die spezifische schaumbildende Verbindungen aufdecken.

Wie diagnostiziert man die Quelle des Schäumens im Betrieb?

Foto: Kier in Sight Archives / Unsplash

Praktische Schritte zur Minimierung des Schäumens

Sobald die Quelle der Schaumbildung identifiziert ist, können Korrekturmaßnahmen ergriffen werden. Grundlage ist die Optimierung der Prozessbedingungen: Halten Sie die Bleich­temperatur unter 70 °C und den pH-Wert im Bereich von 3–5, wo die Schaumbildung weniger intensiv ist. Reduzieren Sie die Zellstoffkonzentration auf 8–10 %, um die Freisetzung organischer Substanzen zu begrenzen. Erhöhen Sie außerdem die Effizienz des Zellstoffwaschens vor dem Bleichen, um Rückstände von Tensiden und löslichen organischen Verbindungen zu entfernen. Falls die Ursache minderwertige Rohstoffe sind, erwägen Sie einen Wechsel des Lieferanten oder eine Vorbehandlung des Zellstoffs, beispielsweise durch enzymatische Behandlung.

Falls die Prozessanpassung nicht ausreicht, kommen chemische Lösungen zum Einsatz. Entschäumer auf Basis von Silikonen, Mineralölen oder Polyglykolen können die Schaumbildung bereits in Dosierungen von 0,01–0,1 Gew.-% wirksam unterdrücken. Wichtig ist die Wahl eines mit dem Bleichmittel kompatiblen Additivs – beispielsweise sind Silikon-Entschäumer für die Peroxidbleiche geeignet, während Mineralöle in saurem Milieu besser wirken. Dosieren Sie die Additive kontinuierlich in das System mittels Dosierpumpen, um eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten und lokale Überschüsse zu vermeiden.

Prävention und langfristige Lösung des Problems

Der effektivste Ansatz zur Lösung der Schaumbildung ist deren Prävention. Führen Sie regelmäßige Qualitätskontrollen der Eingangsrohstoffe und Chemikalien ein, einschließlich Tests auf schaumbildende Substanzen. Überwachen Sie im Betrieb die Schlüsselparameter (Temperatur, pH-Wert, Konzentration) mithilfe automatisierter Systeme, die frühzeitig auf Abweichungen hinweisen. Investitionen in moderne Technologien, wie kontinuierliche Bleich­türme mit kontrollierter Belüftung, können das Risiko der Schaumbildung deutlich verringern. Erwägen Sie zudem die Implementierung geschlossener Wasserkreisläufe, die den Eintrag von Verunreinigungen in den Prozess minimieren.

Für die langfristige Prozessstabilität ist es ratsam, interne Vorschriften zur Schaumbehandlung zu erstellen, einschließlich Verfahren zur Diagnose, Auswahl von Additiven und Anpassung der Parameter. Schulungen des Personals zur Erkennung der ersten Anzeichen von Schaumbildung und schnellen Reaktion können schwerwiegendere Betriebsprobleme verhindern. Nicht zuletzt sollten Sie mit Lieferanten von Chemikalien zusammenarbeiten, die Ihnen technische Unterstützung bieten und spezialisierte Additive empfehlen können, die auf Ihren Prozess zugeschnitten sind. Mit diesem umfassenden Ansatz stellen Sie nicht nur eine Reduzierung der Schaumbildung sicher, sondern auch eine höhere Zellstoffqualität und Kosteneinsparungen.

Prävention und langfristige Lösung des Problems

Foto: EqualStock / Unsplash

Einfluss chemischer Additive auf die Schaumstabilität während des Bleichprozesses

Beim Bleichen von Zellstoff spielt die Auswahl und Dosierung chemischer Additive eine entscheidende Rolle, die entweder die Schaumbildung fördern oder im Gegenteil unterdrücken können. Tenside und grenzflächenaktive Substanzen, die häufig in Bleichhilfsmitteln enthalten sind, verringern die Oberflächenspannung des Wassers und erleichtern die Bildung stabiler Blasen. Ein typisches Beispiel sind anionische Tenside, die für eine bessere Benetzbarkeit der Fasern eingesetzt werden, gleichzeitig aber das Schaumrisiko erhöhen. Im Gegensatz dazu können nichtionische Tenside oder spezielle Entschäumer die Schaumbildung wirksam begrenzen, ohne die Qualität des gebleichten Zellstoffs negativ zu beeinflussen.

Ebenso wichtig ist die Überwachung des pH-Werts und der Temperatur während des Prozesses. In alkalischem Milieu (pH 9–11), das typisch für das Bleichen mit Hypochlorit oder Peroxid ist, verschlechtert sich die Schaumbildung häufig, während sie in saurem Milieu (pH 2–4) beim Bleichen mit Chlordioxid meist günstiger ist. Temperaturen über 60 °C können den Schaum ebenfalls destabilisieren, erhöhen jedoch gleichzeitig den Chemikalienverbrauch. Die Optimierung dieser Parameter in Zusammenarbeit mit dem Chemikalienlieferanten hilft, ein Gleichgewicht zwischen der Effizienz des Bleichens und der Minimierung der Schaumbildung zu finden.

Mechanische und technologische Anpassungen zur Reduzierung der Schaumbildung

Neben chemischen Lösungen kann die Schaumbildung auch durch Anpassungen des technologischen Prozesses wirksam begrenzt werden. Eine der häufigsten Maßnahmen ist der Einbau mechanischer Entschäumer, die Blasen mithilfe rotierender Scheiben, Hochdruckdüsen oder Ultraschallgeräten zerstören. Diese Systeme sind besonders wirksam an Stellen mit hoher Turbulenz, wie Rührkesseln oder Filterauslässen. Wichtig ist, sie an den Stellen zu platzieren, an denen sich der Schaum am meisten ansammelt, beispielsweise in den oberen Bereichen der Behälter oder an Überlaufkanten.

Eine weitere Möglichkeit ist die Anpassung des Durchflusses und der Durchmischung der Pulpe. Zu intensives Rühren oder hohe Durchflüsse können Luft in die Suspension einpressen und die Schaumbildung fördern. Durch die Reduzierung der Rührerdrehzahl oder die Optimierung der Tankgeometrie lässt sich ein ruhigerer Fluss und eine geringere Schaumbildung erreichen. In einigen Betrieben hat sich auch der Einsatz von Schaumschutzblechen bewährt, die die Ausbreitung von Schaum in andere Anlagenteile verhindern. Diese Anpassungen erfordern die Zusammenarbeit mit einem Technologen und oft auch Tests unter halbtechnischen Bedingungen.

Überwachung und Dokumentation als Grundlage für eine effektive Lösung

Die systematische Prozessüberwachung ist unerlässlich, um die Ursachen der Schaumbildung zu identifizieren und die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen zu bewerten. Grundlage ist die regelmäßige Messung von Schlüsselparametern wie der Pulpekonzentration, Temperatur, pH-Wert, Gehalt an gelöstem Sauerstoff und Viskosität der Suspension. Diese Daten sollten in Echtzeit mit automatisierten Systemen erfasst werden, die eine schnelle Reaktion auf Abweichungen ermöglichen. Wichtig ist auch die Überwachung des Verbrauchs von Additiven und Entschäumern, um deren Effizienz und Wirtschaftlichkeit bewerten zu können.

Das Betriebstagebuch sollte auch eine visuelle Bewertung der Schaumbildung (z. B. Schaumhöhe in den Tanks, Häufigkeit des Auftretens) sowie Aufzeichnungen über die Wartung der Anlagen, wie die Reinigung von Filtern oder die Überprüfung der Pumpendichtheit, enthalten. Diese Informationen helfen, Korrelationen zwischen der Schaumbildung und bestimmten Betriebsbedingungen zu erkennen. Idealerweise sollten die Daten in Zusammenarbeit mit dem Chemikalienlieferanten analysiert werden, der auf Basis langfristiger Trends Anpassungen der Rezepturen oder Dosierungen empfehlen kann. Die Dokumentation dient nicht nur der Lösung aktueller Probleme, sondern auch als Grundlage für präventive Maßnahmen.

Möchten Sie den Bleichprozess optimieren?

Jede Papierfabrik hat spezifische Bedingungen, daher ist es entscheidend, Entschäumer und Additive zu wählen, die auf Ihren Betrieb zugeschnitten sind. GCG Group liefert ein breites Portfolio an Rohstoffen, einschließlich technischer Datenblätter und Sicherheitsdatenblätter (SDS), und bietet fachkundige Beratung für die Auswahl der optimalen Lösung. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt den Katalog mit über 1 300 Produkten an.

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