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Wie Sie Additive für Lackiersysteme in der Automobilindustrie auswählen: Schlüsselfaktoren für Beständigkeit und Ästhetik
Ratgeber 8. 8. 2026 Redakce GCG Chemicals

Wie Sie Additive für Lackiersysteme in der Automobilindustrie auswählen: Schlüsselfaktoren für Beständigkeit und Ästhetik

Die Auswahl der richtigen Additive für Lackiersysteme in der Automobilindustrie beeinflusst nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch die Lebensdauer und Beständigkeit des Lacks. Wie berücksichtigt man Kompatibilität, klimatische Bedingungen und Verarbeitungsanforderungen?

Wie Sie Additive für Lackiersysteme in der Automobilindustrie auswählen: Schlüsselfaktoren für Beständigkeit und Ästhetik

Foto: Lenny Kuhne / Unsplash

Lackiersysteme in der Automobilindustrie zählen zu den technologisch anspruchsvollsten Bereichen, in denen jede Schicht – vom Grundierungslack bis zur Decklackierung – strenge Anforderungen an mechanische Beständigkeit, chemische Stabilität und ästhetisches Erscheinungsbild erfüllen muss. Additive spielen eine Schlüsselrolle bei der Optimierung der Lackeigenschaften, sei es zur Verbesserung der Verlaufseigenschaften, der UV-Beständigkeit oder zur Vermeidung von Blasenbildung. Die Auswahl des richtigen Typs und der Dosierung erfordert jedoch Kenntnisse über Materialspezifikationen, Fertigungsprozesse und die erwarteten Betriebsbedingungen. Wie orientiert man sich im Additivangebot und worauf sollte man achten?

1. Anforderungen der Automobilindustrie an Lackiersysteme

Beschichtungssysteme in der Automobilindustrie müssen extrem hohe Anforderungen an mechanische Beständigkeit, chemische Stabilität und langfristige Ästhetik erfüllen. Zu den wichtigsten Parametern gehören Abriebfestigkeit, UV-Beständigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen aggressive Chemikalien wie Kraftstoffe, Öle oder Streusalze. Automobilhersteller verlangen zudem eine konsistente Farbbeständigkeit und Glanz über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs, was präzise Dosierungen von Pigmenten und Additiven erfordert. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Kompatibilität mit verschiedenen Untergründen – von Metallen über Kunststoffe bis hin zu Verbundwerkstoffen. Alle diese Anforderungen müssen Additive unterstützen, ohne die Anwendungseigenschaften wie Viskosität, Trocknung oder Filmbildung negativ zu beeinflussen.

Für die Automobilindustrie sind mehrschichtige Beschichtungssysteme typisch, bei denen jede Schicht eine spezifische Funktion erfüllt. Die Grundierung (Primer) gewährleistet Haftung und Korrosionsschutz, die Farbschicht (Basecoat) definiert die Ästhetik, und die Deckschicht (Clearcoat) schützt vor äußeren Einflüssen. Additive müssen für jede dieser Schichten optimiert sein, wobei keine unerwünschten Wechselwirkungen zwischen ihnen auftreten dürfen. Beispielsweise müssen Additive für den Clearcoat transparent sein und dürfen keine Vergilbung oder Glanzverlust verursachen. Die Auswahl der richtigen Additive ist daher entscheidend, um die gewünschte Qualität und Lebensdauer der Beschichtung zu erreichen.

2. Wichtige Additive für Beständigkeit und Leistung von Beschichtungen

In Automobil-Beschichtungssystemen spielen Additive eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung mechanischer und chemischer Eigenschaften. Zu den wichtigsten gehören Additive zur Verbesserung der Kratz- und Abriebfestigkeit, die die Oberflächenhärte erhöhen, ohne die Elastizität zu beeinträchtigen. Typischerweise werden Nanopartikel oder spezielle polymere Modifikatoren verwendet, die eine mikroskopische Schutzschicht bilden. Eine weitere Gruppe sind UV-Stabilisatoren, die die Beschichtung vor durch Sonnenlicht verursachter Degradation schützen und so Glanzverlust und Farbveränderungen verhindern. Für die Chemikalienbeständigkeit werden Additive auf Basis fluorierter Polymere oder Silikone eingesetzt, die die Oberflächenspannung reduzieren und das Eindringen aggressiver Substanzen verhindern.

Ebenso wichtig sind Additive zur Verbesserung der rheologischen Eigenschaften, die eine gleichmäßige Beschichtung gewährleisten und Defekte wie Tropfenbildung oder Ablaufen minimieren. Für Kunststoffteile werden häufig Haftvermittler eingesetzt, die die Haftung der Beschichtung auf Materialien mit niedriger Oberflächenenergie verbessern. Bei wasserverdünnbaren Systemen sind Additive zur Kontrolle der Schaumbildung und Stabilisierung der Pigmentdispersion entscheidend. Die Auswahl der Additive muss stets die spezifische Anwendungstechnologie (z. B. Spritzen, Tauchen) und die Trocknungsbedingungen berücksichtigen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

2. Wichtige Additive für Beständigkeit und Leistung von Beschichtungen

Foto: Simon Kadula / Unsplash

3. Wie wählen Sie den richtigen Lieferanten für Additive in Automotive-Anwendungen aus

Bei der Auswahl eines Lieferanten für Additive in Automotive-Beschichtungssystemen ist es entscheidend, mehrere kritische Faktoren zu bewerten. Der erste davon ist die technische Unterstützung und das Know-how des Lieferanten – idealerweise sollte dieser Erfahrungen in der Automobilindustrie haben und in der Lage sein, maßgeschneiderte Komplettlösungen anzubieten. Ebenso wichtig ist es zu prüfen, ob der Lieferant über ein Labor verfügt, um die Kompatibilität der Additive mit spezifischen Rezepturen und Untergründen zu testen. Zertifizierungen nach REACH und CLP sind selbstverständlich, doch für die Automobilindustrie wird häufig auch die Einhaltung spezifischer Standards der Fahrzeughersteller verlangt, wie etwa die Normen von VW, BMW oder Toyota.

Ein weiteres Kriterium ist die Lieferstabilität und die Qualität der Rohstoffe. Der Lieferant sollte eine gleichbleibende Qualität der Additive sowie deren Verfügbarkeit in den geforderten Mengen garantieren. Es ist zudem ratsam, die Möglichkeit der Musterlieferung und des Testens der Additive unter realen Bedingungen vor Abschluss eines langfristigen Vertrags zu berücksichtigen. Der Preis spielt natürlich eine Rolle, doch in der Automobilindustrie ist er oft der Qualität und Zuverlässigkeit untergeordnet. Die Auswahl des Lieferanten sollte auf einer langfristigen Partnerschaft basieren, bei der die technische Zusammenarbeit und Innovation im Vordergrund stehen, und nicht nur auf einer transaktionalen Beziehung.

4. Prüfung und Validierung von Additiven in Automotive-Beschichtungssystemen

Die Prüfung von Additiven für Automotive-Beschichtungen muss in mehreren Phasen erfolgen, um die Erfüllung aller Anforderungen sicherzustellen. Grundlegende Tests umfassen die Bewertung mechanischer Eigenschaften wie Kratzfestigkeit, Schlag- und Biegefestigkeit, die nach standardisierten Prüfverfahren durchgeführt werden. Die chemische Beständigkeit wird durch Exposition der Beschichtung gegenüber verschiedenen aggressiven Substanzen wie Kraftstoffen, Bremsflüssigkeiten oder Streusalzen getestet, wobei Veränderungen im Aussehen und den Eigenschaften beobachtet werden. Zur Bewertung der UV-Beständigkeit kommen beschleunigte Tests in speziellen Kammern zum Einsatz, die eine langfristige Sonneneinstrahlung simulieren.

Neben Labortests ist es unerlässlich, auch reale Tests unter Betriebsbedingungen durchzuführen, beispielsweise an Prüffahrzeugen oder in Klimakammern mit extremen Temperaturen und Feuchtigkeit. Die Validierung von Additiven umfasst auch die Bewertung von Anwendungseigenschaften wie Viskosität, Trocknung und Filmbildung, die über verschiedene Chargen hinweg konsistent sein müssen. Ein wichtiger Schritt ist auch die Prüfung der Kompatibilität mit anderen Komponenten des Beschichtungssystems, um unerwünschte Wechselwirkungen zu vermeiden. Die Testergebnisse sollten dokumentiert und mit den Anforderungen der Automobilhersteller verglichen werden, um die Additive erfolgreich in den Produktionsprozess implementieren zu können.

4. Testen und Validierung von Additiven in Autolack-Systemen

Foto: Homa Appliances / Unsplash

Einfluss von Additiven auf die ästhetischen Eigenschaften von Autolacken

Die Ästhetik von Lackierungen in der Automobilindustrie ist nicht nur eine Frage des Designs, sondern auch der technischen Perfektion. Additive spielen eine Schlüsselrolle bei der Erzielung des gewünschten Erscheinungsbildes, wie Glanz, Oberflächenglätte oder Farbbeständigkeit. Beispielsweise sorgen Verlaufsadditive für eine gleichmäßige Verteilung des Lackes und eliminieren Fehler wie Krater, Schlieren oder Unebenheiten. Um einen hohen Glanz zu erreichen, werden häufig spezielle Rheologiemodifikatoren eingesetzt, die den Fluss der Lackmasse während der Applikation und Trocknung optimieren.

Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Beständigkeit gegen UV-Strahlung, die das Ausbleichen der Farben und die Degradation der Oberfläche verhindert. Stabilisatoren auf Basis von HALS (Hindered Amine Light Stabilizers) oder UV-Absorber schützen die polymere Matrix des Lackes vor fotochemischen Schäden. Für metallische und Perlglanzeffekte werden Additive eingesetzt, die die Ausrichtung der Pigmente steuern und so einen konsistenten visuellen Eindruck auch aus verschiedenen Blickwinkeln gewährleisten. Die Auswahl des richtigen Additivs hängt vom Typ des Lacksystems (wasserverdünnbar, lösemittelbasiert, Pulverlack) und dem gewünschten Endeffekt ab.

Optimierung von Additiven für spezifische Bedingungen der Automobilproduktion

Die Produktionsprozesse in der Automobilindustrie stellen spezifische Anforderungen an Lacksysteme, die die Auswahl der Additive beeinflussen. Beispielsweise erfordern hohe Trocknungstemperaturen (häufig über 150 °C) Additive mit thermischer Stabilität, die keine Vergilbung oder Degradation des Lackes verursachen. Für wasserverdünnbare Systeme sind Additive zur Reduzierung der Oberflächenspannung entscheidend, die die Benetzbarkeit des Substrats verbessern und die Bildung von Blasen oder Schaum während des Mischens und der Applikation verhindern.

Bei der robotergestützten Applikation von Beschichtungen ist die Kompatibilität von Additiven mit automatisierten Prozessen entscheidend. Die Additive müssen eine konsistente Viskosität und Rheologie gewährleisten, um Verstopfungen der Düsen oder ungleichmäßige Beschichtung zu vermeiden. Zur Reduzierung von VOC-Emissionen (flüchtige organische Verbindungen) werden zunehmend Additive auf Basis biologisch abbaubarer oder niedrigviskoser Rohstoffe eingesetzt. Die Auswahl der Additive sollte auch wirtschaftliche Faktoren berücksichtigen, wie die Dosierung (in der Regel 0,1–5 % der Gesamtformulierung) und den Einfluss auf die Gesamtkosten des Beschichtungssystems.

Trends und Innovationen bei Additiven für Automotive-Beschichtungen

Die Automobilindustrie entwickelt sich ständig weiter, und mit ihr die Anforderungen an Beschichtungssysteme. Ein aktueller Trend ist die Reduzierung des Fahrzeuggewichts, was zu einem verstärkten Einsatz von Kunststoffteilen führt. Additive für Kunststoffsubstrate müssen nicht nur eine gute Haftung, sondern auch Beständigkeit gegen Chemikalien und mechanische Beschädigungen gewährleisten. Beispielsweise verbessern Additive auf Silanbasis die Haftung der Beschichtung auf Polypropylen oder Polycarbonat, die häufig im Innen- und Außenbereich von Fahrzeugen verwendet werden.

Ein weiterer innovativer Ansatz sind selbstheilende Beschichtungen, die Mikrokapseln mit reaktiven Substanzen enthalten. Bei einer Beschädigung der Oberfläche (z. B. durch Kratzer) platzen die Kapseln auf und die freigesetzte Substanz füllt den Defekt, wodurch die Integrität der Beschichtung wiederhergestellt wird. Dieses Prinzip wird insbesondere für Klarlacke auf Karosserien getestet. Ökologische Aspekte spielen eine immer größere Rolle – Additive auf Basis nachwachsender Rohstoffe oder mit REACH-Zertifizierung ohne gefährliche Stoffe werden bevorzugt. Die Auswahl des Lieferanten sollte nicht nur die aktuellen Bedürfnisse widerspiegeln, sondern auch die Fähigkeit zur Innovation und Anpassung an zukünftige Marktanforderungen.

Benötigen Sie Additive, die genau auf Ihre Anforderungen zugeschnitten sind?

Jedes Beschichtungssystem hat spezifische Anforderungen – sei es Beständigkeit gegen hohe Temperaturen, Chemikalien oder mechanische Belastung. Die GCG Group stellt zu den gelieferten Rohstoffen detaillierte technische Datenblätter und Sicherheitsdatenblätter (SDS) bereit und berät bei der Auswahl von Additiven für konkrete Anwendungen. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt den Katalog mit über 1.300 Produkten an.

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