Klebstoffe und Dichtstoffe: 6 kritische Lagerfehler, die ihre Leistung und Haltbarkeit gefährden
Eine unsachgemäße Lagerung von Klebe- und Dichtungsmaterialien kann zu Degradation, Verlust der Hafteigenschaften oder sogar Sicherheitsrisiken führen. Wie Sie diese Fehler vermeiden und maximale Effizienz sicherstellen können.
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Klebstoffe und Dichtstoffe sind Schlüsselkomponenten in vielen industriellen Anwendungen, von der Automobilindustrie bis zum Bauwesen. Ihre Leistung hängt jedoch nicht nur von der richtigen Anwendung ab, sondern auch von den Lagerbedingungen. Schon kleine Abweichungen von den empfohlenen Parametern – wie Temperatur, Feuchtigkeit oder Lichteinwirkung – können irreversible Veränderungen in der Materialstruktur verursachen. Das Ergebnis sind schwächere Verbindungen, verkürzte Lebensdauer oder sogar ein Versagen in kritischen Momenten. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf sechs häufige Fehler, die bei der Lagerung von Klebe- und Dichtungsmaterialien auftreten können, und zeigen, wie man ihnen effektiv vorbeugt.
1. Missachtung der Temperaturbedingungen: Warum Extreme Klebstoffe und Dichtstoffe zerstören
Klebstoffe und Dichtstoffe sind empfindlich gegenüber Temperaturschwankungen, die ihre chemische Stabilität und Leistung maßgeblich beeinflussen können. Bei Lagerung bei zu niedrigen Temperaturen (unter 5 °C) kommt es bei vielen Typen zu Verdickung, Kristallisation oder sogar irreversibler Schädigung der Polymerstruktur. Beispielsweise können wasserbasierte Dispersionsklebstoffe gefrieren und nach dem Auftauen ihre Homogenität verlieren, was zu ungleichmäßigem Aushärten und verringerter Festigkeit der Verbindung führt. Hohe Temperaturen (über 30 °C) hingegen beschleunigen die Polymerisation oder das Verdampfen von Lösungsmitteln, was die Haltbarkeit des Produkts verkürzt und zu vorzeitigem Aushärten noch vor der Anwendung führen kann.
Die ideale Lagertemperatur liegt zwischen 15–25 °C, wobei auf die Stabilität der Umgebung zu achten ist – schnelle Temperaturänderungen sind genauso schädlich wie die Extreme selbst. Bei einigen speziellen Klebstoffen (z. B. anaeroben oder Cyanacrylat-Klebstoffen) empfehlen Hersteller noch strengere Bedingungen, oft mit einer maximalen Temperatur von 20 °C. Betriebsräume sollten mit regulierter Heizung und Kühlung ausgestattet sein, idealerweise mit der Möglichkeit, die Temperatur in Echtzeit zu überwachen. Im Falle von Transport oder vorübergehender Lagerung außerhalb der optimalen Bedingungen muss das Produkt vor der Verwendung mindestens 24 Stunden akklimatisiert werden.
2. Unzureichender Schutz vor Feuchtigkeit: Wie Wasser die Eigenschaften von Klebstoffen verändert
Feuchtigkeit ist der stille Feind vieler Klebstoff- und Dichtstofftypen, insbesondere solcher auf Basis von Polyurethanen, Silikonen oder MS-Polymeren. Diese Materialien reagieren mit dem Wasser in der Luft, was zu vorzeitiger Polymerisation, Blasenbildung oder dem Verlust adhäsiver Eigenschaften führt. Beispielsweise beginnen einkomponentige Polyurethandichtstoffe bereits bei einer relativen Luftfeuchtigkeit über 50 % auszuhärten, was ihre offene Zeit verkürzt und die Anwendung erschwert. Bei Cyanacrylat-Klebstoffen kann Feuchtigkeit zu sofortigem Aushärten an der Oberfläche führen, wodurch der Austritt aus der Verpackung blockiert wird.
Lagerräume sollten eine relative Luftfeuchtigkeit von unter 60 %, idealerweise etwa 40–50 %, aufweisen. Dafür eignen sich Luftentfeuchter, Klimaanlagen oder hermetisch verschlossene Behälter mit Trockenmitteln (z. B. Silikagel). Die Verpackungen müssen nach jedem Öffnen sorgfältig verschlossen und Produktreste vor Luftkontakt geschützt werden – beispielsweise durch Umfüllen in kleinere Behälter oder die Verwendung von Vakuumverschlüssen. Bei empfindlichen Produkten (z. B. anaeroben Klebstoffen) wird empfohlen, sie in den Originalverpackungen mit minimaler Luftmenge über der Oberfläche zu lagern.
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3. Unsachgemäße Lagerung geöffneter Verpackungen: Wie Sie die Haltbarkeit von Restmengen verlängern
Geöffnete Gebinde mit Klebstoffen und Dichtmassen sind besonders anfällig für Degradation, selbst bei Einhaltung der Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen. Das Hauptproblem ist der Kontakt mit Sauerstoff, der bei vielen Typen (z. B. Epoxid- oder Acrylatklebstoffen) oxidative Reaktionen auslöst, die zu Verdickung, Verlust der Klebrigkeit oder zur Bildung einer Oberflächenkruste führen. Bei lösemittelhaltigen Klebstoffen kommt es zur Verdunstung flüchtiger Bestandteile, was die Viskosität und die Anwendungseigenschaften verändert.
Um diese Risiken zu minimieren, ist es entscheidend, die Produktreste so schnell wie möglich in kleinere, luftdichte Behälter umzufüllen. Ideal sind Metall- oder Glasbehälter mit dicht schließenden Deckeln oder spezielle Behälter mit austauschbaren Membranen für die Entnahme ohne Luftkontakt. Bei viskosen Dichtmassen können Pistolen mit Verschlussmechanismus oder Applikatoren mit Vakuumsystem verwendet werden. Wichtig ist auch, die Behälter mit dem Öffnungsdatum und der maximalen Haltbarkeitsdauer zu kennzeichnen – die meisten Klebstoffe haben nach dem Öffnen eine Lebensdauer von 3–12 Monaten, obwohl sie ungeöffnet mehrere Jahre haltbar sein können.
4. Vernachlässigung der Kompatibilität von Verpackungen: Wenn das Behältermaterial den Inhalt zerstört
Die Wahl des richtigen Verpackungsmaterials ist ein oft unterschätzter Faktor, der die Qualität von Klebstoffen und Dichtmassen maßgeblich beeinflussen kann. Einige Chemikalien reagieren mit dem Behältermaterial, was zur Degradation des Produkts oder sogar zu gefährlichen Reaktionen führt. Beispielsweise können saure oder basische Bestandteile Metallbehälter korrodieren, während Lösemittel (z. B. Aceton oder Toluol) Kunststoffe wie Polyethylen oder Polypropylen angreifen. Bei Epoxidklebstoffen besteht die Gefahr einer Reaktion mit weichen Kunststoffen, was zu einer Verunreinigung des Produkts und zum Verlust der Reaktivität führt.
Für die meisten Klebstoffe und Dichtmassen sind Behälter aus hochdichtem Polyethylen (HDPE) oder Glas am besten geeignet, da sie chemisch inert und gegenüber den meisten Lösungsmitteln beständig sind. Metallbehälter (z. B. aus Aluminium oder Edelstahl) werden für spezielle Anwendungen eingesetzt, erfordern jedoch zusätzlichen Korrosionsschutz. Beim Umfüllen der Produkte ist auf die Kompatibilität mit dem Werkzeugmaterial zu achten – beispielsweise können Metallspachtel die Polymerisation einiger Klebstoffe katalysieren. Es ist stets erforderlich, die Anweisungen des Herstellers hinsichtlich der Art des Behälters und eventueller Lagerbeschränkungen zu beachten.
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Überschreitung der Lagerfähigkeit: Wie erkennt man abgelaufenen Klebstoff und warum man ihn nicht verwenden sollte
Jeder Klebstoff und jedes Dichtmittel hat eine festgelegte Lagerdauer, die auf der Verpackung oder im technischen Datenblatt angegeben ist. Diese Frist ist nicht zufällig – sie spiegelt die chemische Stabilität des Produkts unter optimalen Bedingungen wider. Nach ihrem Ablauf kommt es zur allmählichen Degradation der Polymere, zur Trennung der Komponenten oder zum Verlust der reaktiven Eigenschaften. Beispielsweise kann es bei Cyanacrylat-Klebstoffen (sogenannten Sekundenklebern) bereits in der Verpackung zur Polymerisation kommen, während bei Epoxid-Systemen die Haftfestigkeit aufgrund der verschlechterten Aushärtungsfähigkeit abnimmt.
Abgelaufenen Klebstoff erkennen Sie an Veränderungen der Konsistenz (Eindickung, Gelbildung), Trennung der Komponenten, ungewöhnlichem Geruch oder Verlust der Klebrigkeit. Auch wenn es den Anschein haben mag, dass das Produkt „noch funktioniert“, sind seine mechanischen Eigenschaften oft unwiderruflich beeinträchtigt. Beispielsweise kann bei Konstruktionsklebstoffen die Festigkeit der Verbindung um bis zu 50 % abnehmen, was die Sicherheit des Endprodukts gefährdet. Überprüfen Sie daher stets das Verfallsdatum und halten Sie das FIFO-Prinzip (First In, First Out) ein – ältere Chargen sollten zuerst verwendet werden. Falls Sie sich unsicher sind, führen Sie eine Testanwendung an einer Materialprobe durch und überprüfen Sie die Haftung mit standardisierten Prüfmethoden.
Falsches Mischen von Mehrkomponentensystemen: Wie Fehler im Mischungsverhältnis und in der Technik die Leistung beeinträchtigen
Mehrkomponenten-Klebstoffe und -Dichtmittel (z. B. Epoxide, Polyurethane oder Silikone) erfordern die genaue Einhaltung des Mischungsverhältnisses der Komponenten und ein gründliches Vermischen. Schon eine kleine Abweichung vom empfohlenen Verhältnis kann zu unvollständiger Aushärtung, verringerter Festigkeit oder verschlechterter chemischer Beständigkeit führen. Beispielsweise verursacht bei Epoxidklebstoffen ein Überschuss an Härter eine Sprödigkeit der Verbindung, während ein Mangel an Härter die Aushärtungszeit verlängert und die Wärmebeständigkeit verringert.
Entscheidend ist auch die Einhaltung der Mischtechnik. Unzureichendes Mischen führt zu lokalen Konzentrationsunterschieden, die sich in ungleichmäßiger Aushärtung oder Schwachstellen in der Verbindung äußern. Verwenden Sie einen mechanischen Rührer mit niedrigen Drehzahlen (um eine Lufteinschließung zu vermeiden) und mischen Sie für die im technischen Datenblatt angegebene Dauer – in der Regel 2–5 Minuten. Bei größeren Chargen prüfen Sie die Homogenität der Mischung visuell oder mittels eines Tests auf einer Glasplatte. Beachten Sie, dass einige Systeme eine begrenzte Verarbeitungszeit (Pot Life) haben, nach deren Ablauf die Mischung zu erstarren beginnt und nicht mehr qualitativ hochwertig appliziert werden kann.
Vernachlässigung von Sicherheitsvorkehrungen: Wie die Lagerung das Brandrisiko und die Gesundheit beeinflusst
Viele Klebstoffe und Dichtstoffe enthalten brennbare Lösemittel, reaktive Monomere oder korrosive Bestandteile, die bei der Lagerung besondere Aufmerksamkeit erfordern. Brennbare Produkte (z. B. auf Lösemittelbasis oder Methylmethacrylat) müssen kühl, fern von Wärmequellen und offenem Feuer gelagert werden, idealerweise in einem separaten, gut belüfteten Raum mit Brandschutzmaßnahmen. Gemäß den Vorschriften der CLP- und GHS-Verordnung sind diese Stoffe mit Warnsymbolen gekennzeichnet und erfordern die Einhaltung spezifischer Bedingungen, einschließlich einer maximalen Lagertemperatur (in der Regel bis 25 °C).
Neben dem Brandrisiko können einige Klebstoffe gesundheitsschädliche Dämpfe freisetzen, insbesondere bei unsachgemäßer Lagerung oder beschädigter Verpackung. Beispielsweise können Isocyanate in Polyurethan-Klebstoffen eine Sensibilisierung der Atemwege verursachen, während einige Epoxidharze die Haut reizen. Lagern Sie diese Produkte stets in den originalen, unbeschädigten Behältern mit fest verschlossenen Deckeln und verwenden Sie persönliche Schutzausrüstung (Handschuhe, Atemschutzmasken) bei der Handhabung. Achten Sie außerdem auf eine getrennte Lagerung inkompatibler Substanzen – beispielsweise können Säuren und Basen bei Kontakt gefährliche Reaktionen oder die Freisetzung giftiger Gase verursachen.
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