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Hochleistungs-Klebstoffe & Dichtmassen für
Ratgeber 20. 7. 2026 Redakce GCG Chemicals

Hochleistungs-Klebstoffe & Dichtmassen für

Wie wählt man Klebstoffe und Dichtmassen für hohe Temperaturen, Feuchtigkeit und Chemikalien? Praxistipps für die Industrie.

Klebstoffe und Dichtstoffe unter Extrembedingungen: Wie Sie Zuverlässigkeit bei hohen Temperaturen, Feuchtigkeit oder chemischer Belastung gewährleisten

Foto: Kumas Taverne / Unsplash

In der industriellen Fertigung reicht es oft nicht aus, dass ein Klebstoff oder Dichtstoff Materialien lediglich verbindet. Er muss extremen Temperaturen, hoher Feuchtigkeit, Chemikalien oder mechanischer Belastung standhalten. Eine falsche Wahl kann zum Versagen der Verbindung, Korrosion oder sogar zu Unfällen führen. Wie wählt man jedoch das richtige Produkt aus und gewährleistet dessen langfristige Zuverlässigkeit? Antworten finden Sie in diesem Leitfaden, der sich auf die Schlüsselfaktoren konzentriert, die die Leistung von Klebstoffen und Dichtstoffen unter anspruchsvollen Bedingungen beeinflussen. Sie erfahren, welche Eigenschaften zu beachten sind, wie die Beständigkeit getestet wird und wie häufige Probleme vermieden werden können.

Wie wählt man Klebstoff oder Dichtstoff für hohe Temperaturen aus?

Die Auswahl eines Klebstoffs oder Dichtstoffs für Hochtemperaturanwendungen erfordert eine sorgfältige Berücksichtigung mehrerer Schlüsselfaktoren. Das grundlegende Kriterium ist die Temperaturbeständigkeit, die bei industriellen Klebstoffen von 120 °C bis zu extremen 300 °C und mehr reicht. Für Temperaturen bis 150 °C eignen sich Epoxid- oder Acrylatsysteme, während für höhere Temperaturen häufig Silikon-, Polyimid- oder Keramikklebstoffe verwendet werden. Wichtig ist auch die Berücksichtigung der Temperaturexpositionsdauer – kurzzeitige Belastungen vertragen die meisten Klebstoffe besser als langfristige, die zu einer Degradation der Polymermatrix führen können.

Ein weiterer Aspekt ist die mechanische Beanspruchung bei hohen Temperaturen. Der Klebstoff muss ausreichende Festigkeit und Elastizität bewahren, um unterschiedliche thermische Ausdehnungen der verbundenen Materialien auszugleichen. Beispielsweise zeichnen sich Silikondichtstoffe durch Elastizität auch bei Temperaturen über 200 °C aus, während Epoxidharze verspröden können. Vor der Auswahl empfiehlt es sich, Tests nach standardisierten Methoden durchzuführen, z. B. Scherfestigkeitsprüfungen bei erhöhten Temperaturen oder zyklische Temperaturtests, die reale Betriebsbedingungen simulieren.

Wie gewährleisten Sie die Beständigkeit von Klebstoffen und Dichtstoffen gegen Feuchtigkeit und Wasser?

Feuchtigkeit und direkter Wasserkontakt gehören zu den häufigsten Ursachen für das Versagen von Klebeverbindungen. Ein entscheidender Faktor ist die Hydrophobie des Klebstoffs oder Dichtstoffs, die das Eindringen von Wasser in die Struktur der Verbindung verhindert. Für Anwendungen in feuchter Umgebung haben sich Polyurethan-, Silikon- oder MS-Polymersysteme bewährt, die eine wasserabweisende Barriere bilden. Bei Epoxidklebstoffen kann die Beständigkeit durch Zugabe hydrophober Additive oder die Verwendung spezieller Härter erhöht werden.

Wichtig ist auch die Vorbereitung der Oberfläche vor dem Verkleben. Die Oberflächen müssen sauber, trocken und fettfrei sein, damit der Klebstoff optimal haften kann. Bei Metallen wird eine mechanische Aufrauung oder chemische Vorbehandlung, beispielsweise Phosphatieren, empfohlen, die die Haftung verbessert und vor Korrosion schützt. Für eine langfristige Beständigkeit ist es ratsam, einen Klebstoff mit geringer Wasseraufnahme und hoher Hydrolysebeständigkeit zu wählen, insbesondere wenn die Verbindung zyklischer Feuchtigkeits- und Trockenbelastung ausgesetzt ist.

Wie gewährleistet man die Beständigkeit von Klebstoffen und Dichtmassen gegen Feuchtigkeit und Wasser?

Foto: Eugenia Pan'kiv / Unsplash

Chemische Beständigkeit von Klebstoffen: Wie schützt man Verbindungen vor aggressiven Substanzen?

Chemische Belastung stellt für Klebstoffe und Dichtstoffe eine erhebliche Herausforderung dar, insbesondere in industriellen Betrieben, wo Verbindungen Ölen, Lösungsmitteln, Säuren oder Laugen ausgesetzt sind. Die Chemikalienbeständigkeit hängt vom Polymertyp ab – beispielsweise zeigen Epoxidharze und Phenolharze eine hohe Beständigkeit gegenüber organischen Lösungsmitteln, während Polyurethansysteme besser für Umgebungen mit Ölen oder Kraftstoffen geeignet sind. Für extreme Bedingungen werden Fluorpolymeren oder keramische Klebstoffe eingesetzt.

Bei der Auswahl eines Klebstoffs müssen nicht nur die Art der Chemikalie, sondern auch deren Konzentration, Temperatur und Expositionsdauer berücksichtigt werden. Einige Klebstoffe widerstehen beispielsweise der kurzfristigen Einwirkung von Säuren, aber ein langfristiger Kontakt kann zu deren Degradation führen. Zur Überprüfung der Beständigkeit werden Standardtests durchgeführt, wie das Eintauchen von Proben in Chemikalien und die anschließende Messung der mechanischen Eigenschaften. Wichtig ist auch die Einhaltung der Herstellerangaben zur Aushärtezeit, da unzureichend ausgehärtete Klebstoffe anfälliger für chemische Angriffe sein können.

Wie wendet man Klebstoffe und Dichtstoffe unter anspruchsvollen Bedingungen richtig an?

Die richtige Anwendung ist entscheidend, um maximale Zuverlässigkeit der Klebeverbindung zu erreichen, insbesondere unter extremen Bedingungen. Der erste Schritt ist die gründliche Vorbereitung der Oberflächen, die das Entfernen von Verunreinigungen, Fett und Oxiden umfasst. Bei Metallen werden häufig mechanisches Schleifen oder Strahlen eingesetzt, bei Kunststoffen chemische oder Plasmareinigung. Die Oberflächenenergie der Materialien sollte ausreichend hoch sein, damit der Klebstoff optimal benetzen und haften kann – bei niedriger Oberflächenenergie (z. B. bei Polyolefinen) müssen spezielle Primer oder Plasmabehandlungen verwendet werden.

Ein weiterer kritischer Faktor ist die Einhaltung der technologischen Parameter, wie das richtige Mischungsverhältnis der Komponenten bei Zweikomponenten-Klebstoffen, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit während der Anwendung sowie die Aushärtezeit. Beispielsweise erfordern einige Epoxidklebstoffe eine erhöhte Temperatur für die vollständige Aushärtung, während Polyurethan-Systeme empfindlich auf die Luftfeuchtigkeit reagieren können. Um konsistente Ergebnisse zu erzielen, ist es ratsam, automatisierte Applikationssysteme zu verwenden, die eine gleichmäßige Auftragung und präzise Dosierung des Klebstoffs gewährleisten.

Wie wendet man Klebstoffe und Dichtstoffe unter extremen Bedingungen richtig an?

Foto: Markus Spiske / Unsplash

Einfluss von Temperaturschwankungen auf die mechanischen Eigenschaften von Klebstoffen und Dichtstoffen

Temperaturschwankungen stellen für Klebstoffe und Dichtmassen eine der größten Herausforderungen dar, da sie deren mechanische Eigenschaften erheblich beeinflussen können. Bei extrem hohen Temperaturen kommt es zum Abbau der Polymermatrix, was zum Verlust von Festigkeit, Elastizität oder Haftfähigkeit führt. Bei niedrigen Temperaturen hingegen werden die Materialien spröde und verlieren die Fähigkeit, mechanische Belastungen zu absorbieren. Für Anwendungen, die zyklischen Temperaturänderungen ausgesetzt sind, ist es daher entscheidend, einen Klebstoff oder eine Dichtmasse mit hoher Temperaturstabilität und einem niedrigen Wärmeausdehnungskoeffizienten zu wählen.

Eine praktische Lösung sind beispielsweise mit hitzebeständigen Füllstoffen modifizierte Epoxidharzsysteme, wie keramische oder metallische Partikel, die die Temperaturbeständigkeit auf bis zu 250 °C und mehr erhöhen. Für dynamisch belastete Verbindungen haben sich Polyurethan- oder Silikondichtmassen bewährt, die ihre Elastizität auch bei Temperaturen unter -40 °C beibehalten. Bei der Auswahl ist es wichtig, nicht nur die maximale Betriebstemperatur, sondern auch die Geschwindigkeit und Häufigkeit der Temperaturänderungen zu berücksichtigen, da wiederholte Temperaturschocks die Materialermüdung beschleunigen können.

Oberflächenvorbehandlung von Materialien vor dem Kleben: Der Schlüssel zu langfristiger Beständigkeit

Die Zuverlässigkeit einer Klebeverbindung unter extremen Bedingungen hängt oft von der Qualität der Oberflächenvorbehandlung der Grundmaterialien ab. Verunreinigungen, Fett, Oxidschichten oder Reste alter Beschichtungen verringern die Haftung erheblich und können zu einem vorzeitigen Versagen der Verbindung führen. Der Standardprozess umfasst eine mechanische Reinigung (z. B. durch Schleifen oder Strahlen), gefolgt von einer chemischen Entfettung mit Lösungsmitteln oder alkalischen Reinigungsmitteln. Bei Metallen ist es häufig notwendig, die Oxidschicht zu entfernen, beispielsweise durch Beizen mit Säure oder Passivierung.

Für Materialien mit niedriger Oberflächenenergie, wie Polyolefine oder Fluorpolymeren, ist die Verwendung spezieller Primer oder eine Plasmabehandlung unerlässlich, die die Benetzbarkeit der Oberfläche erhöht. Bei Verbundwerkstoffen ist es wichtig, lose Fasern zu entfernen und eine gleichmäßige Struktur des Untergrunds sicherzustellen. Die richtige Oberflächenvorbehandlung erhöht nicht nur die anfängliche Festigkeit der Verbindung, sondern verbessert auch deren Beständigkeit gegen Feuchtigkeit, Chemikalien und Temperaturschwankungen, wodurch die Lebensdauer der gesamten Konstruktion verlängert wird.

Überwachung und Prüfung von Klebstoffen und Dichtmassen unter Betriebsbedingungen

Um die Zuverlässigkeit von Klebstoffen und Dichtmassen unter extremen Bedingungen zu gewährleisten, ist es unerlässlich, regelmäßige Tests sowohl im Labor als auch unter realen Betriebsbedingungen durchzuführen. Laborprüfungen umfassen beispielsweise Zugversuche bei verschiedenen Temperaturen, Tests der Feuchtigkeitsbeständigkeit (z. B. Prüfung in der Klimakammer) oder die chemische Beständigkeit in aggressiven Medien. Diese Tests liefern grundlegende Informationen über das Materialverhalten, können jedoch die komplexe Belastung im realen Betrieb nicht vollständig simulieren.

Für Langzeitanwendungen ist es daher ratsam, ein System zur Überwachung der Verbindung mittels zerstörungsfreier Methoden wie Ultraschallprüfung, Thermografie oder visueller Inspektion zu implementieren. Bei kritischen Konstruktionen wird die Installation von Sensoren empfohlen, die mechanische Spannungen, Temperatur oder Feuchtigkeit in Echtzeit überwachen. Diese Daten ermöglichen die Vorhersage potenzieller Ausfälle und die Durchführung präventiver Wartungsarbeiten, bevor es zu ernsthaften Schäden kommt. Regelmäßige Prüfungen und Überwachung sind entscheidend für die Gewährleistung von Sicherheit und Zuverlässigkeit in anspruchsvollen industriellen Anwendungen.

Benötigen Sie eine maßgeschneiderte Lösung?

Jede Anwendung erfordert einen individuellen Ansatz. Die GCG Group bietet ein breites Portfolio an Klebstoffen und Dichtstoffen inklusive technischer Datenblätter und Sicherheitsdatenblätter (SDS), die Ihnen bei der Auswahl der optimalen Lösung helfen. Unsere Experten beraten Sie gerne bei der Auswahl und Anwendung für Ihre spezifischen Bedingungen. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt unseren Katalog mit über 1.300 Produkten an.

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