Bearbeitungsflüssigkeiten unter der Lupe: Wie Sie die 7 häufigsten Probleme in der Metallbearbeitung lösen
Schaumbildung, Korrosion, Geruchsentwicklung oder Filterverstopfung – diese Probleme mit Bearbeitungsflüssigkeiten kosten Hersteller Zeit und Geld. Wie Sie ihnen vorbeugen und effektiv lösen. Praktische Tipps für Techniker und Einkäufer.
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Bearbeitungsflüssigkeiten sind ein Schlüsselelement der effizienten Metallbearbeitung, doch ihre unsachgemäße Verwendung oder vernachlässigte Wartung kann zu einer Reihe von Problemen führen. Von übermäßiger Schaumbildung über mikrobielle Kontamination bis hin zur Korrosion der Werkstücke – jedes dieser Phänomene hat seine spezifischen Ursachen und Lösungen. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf sieben der häufigsten Komplikationen, die Produktionsbetriebe belasten, und zeigen, wie man ihnen vorbeugen oder sie schnell beseitigen kann. Der richtige Umgang mit Bearbeitungsflüssigkeiten verlängert nicht nur die Lebensdauer der Werkzeuge, sondern spart auch Wartungskosten und erhöht die Qualität der Endprodukte.
1. Schaum in der Bearbeitungsflüssigkeit: Wie man ihn minimiert und warum er ein Problem darstellt
Schaum in Bearbeitungsflüssigkeiten zählt zu den häufigsten Komplikationen, mit denen Hersteller konfrontiert sind. Er entsteht vor allem bei hohen Werkzeugdrehzahlen, wenn die Flüssigkeit intensiv mit Luft vermischt wird, oder bei der Verwendung ungeeigneter Tenside. Übermäßiger Schaum verringert die Kühl- und Schmierwirkung, da Luftblasen den direkten Kontakt der Flüssigkeit mit dem bearbeiteten Material verhindern. Dies führt zu Überhitzung der Werkzeuge, verschlechterter Oberflächenqualität und erhöhtem Verschleiß der Maschinenkomponenten.
Die Lösung besteht in einer Kombination aus präventiven und reaktiven Maßnahmen. Zunächst ist die Auswahl einer Bearbeitungsflüssigkeit mit geringer Schaumbildung entscheidend, idealerweise auf Basis synthetischer oder halbsynthetischer Mischungen mit Antischaumadditiven. Wichtig ist auch die korrekte Verdünnung des Konzentrats – eine zu hohe Konzentration erhöht die Schaumbildung. Falls sich bereits Schaum gebildet hat, kann dieser durch Zugabe von Antischaumadditiven unterdrückt werden, allerdings ist Vorsicht geboten: Eine übermäßige Dosierung kann zur Trennung der Komponenten oder zur Verschlechterung der Schmierfähigkeit führen. Regelmäßige Wartung des Systems, einschließlich der Reinigung von Filtern und der Kontrolle der Flüssigkeitszirkulation, hilft, die Ansammlung von Verunreinigungen zu vermeiden, die die Schaumbildung fördern.
2. Korrosion von Werkstücken und Maschinenkomponenten: Wie Sie ihr wirksam vorbeugen
Korrosion ist ein häufiges Problem insbesondere bei der Bearbeitung von Stählen und Gusseisen, wo die Bearbeitungsflüssigkeit mit der Metalloberfläche oder Restfeuchtigkeit reagieren kann. Die Ursache liegt oft in unzureichendem Korrosionsschutz in der Flüssigkeit selbst, einem ungünstigen pH-Wert (unter 8,5 oder über 9,5) oder einer Kontamination der Flüssigkeit durch Bakterien und Schimmelpilze, die saure Stoffwechselprodukte bilden. Korrosion äußert sich durch rostige Flecken auf den Werkstücken, aber auch durch Schäden an Lagern, Pumpen und anderen Maschinenkomponenten, was deren Lebensdauer verkürzt und die Wartungskosten erhöht.
Die Korrosionsprävention beginnt mit der Auswahl einer Flüssigkeit mit wirksamen Korrosionsinhibitoren, die einen Schutzfilm auf Metalloberflächen bilden. Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle des pH-Werts der Flüssigkeit – der optimale Wert liegt zwischen 8,8 und 9,2. Bei einem pH-Abfall muss ein Alkalisierungsadditiv hinzugefügt werden, bei einem Anstieg hingegen eine Säure (z. B. Borsäure). Die Kontrolle der mikrobiellen Verunreinigung ist ebenso entscheidend: Bakterien und Schimmel können mit Bioziden unterdrückt werden, deren Einsatz jedoch mit der REACH-Verordnung übereinstimmen muss. Eine gründliche Reinigung der Werkstücke nach Abschluss der Arbeit und die Lagerung in einer trockenen Umgebung verringern ebenfalls das Korrosionsrisiko.
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3. Verunreinigung der Bearbeitungsflüssigkeit: Wie hält man das System sauber und funktionsfähig
Die Verschmutzung von Bearbeitungsflüssigkeiten ist eine unvermeidliche Folge des Betriebs, doch ihr Ausmaß und ihre Geschwindigkeit hängen von der Wartung des Systems ab. Die Hauptquellen für Verunreinigungen sind Metallspäne, Staub, Öle aus Hydrauliksystemen und Mikroorganismen. Metallpartikel beschleunigen den Verschleiß von Werkzeugen und Maschinenkomponenten, während organische Verunreinigungen (Öle, Fette) die Wirksamkeit der Flüssigkeit verringern und das Bakterienwachstum fördern. Eine mikrobielle Kontamination verursacht zudem unangenehmen Geruch, Gesundheitsrisiken für das Bedienpersonal und den Abbau der Flüssigkeit.
Eine effektive Filtration ist die Grundlage für die Aufrechterhaltung der Sauberkeit der Flüssigkeit. Mechanische Filter entfernen feste Partikel, während Ölabscheider helfen, unerwünschte Schmiermittel zu eliminieren. Regelmäßiges Entschlammen der Tanks und die Reinigung des gesamten Systems (mindestens einmal alle 3–6 Monate) sind unerlässlich, um die Ansammlung von Ablagerungen zu verhindern. Wichtig ist auch die Überwachung der Konzentration der Flüssigkeit – eine zu niedrige Konzentration erhöht das Risiko eines mikrobiellen Befalls, eine zu hohe kann zur Ablagerung von Salzen führen. Zur Kontrolle von Mikroorganismen werden Biozide eingesetzt, deren Dosierung jedoch präzise erfolgen muss, um Schäden an der Flüssigkeit oder der Gesundheit der Mitarbeiter zu vermeiden.
4. Emulsionsstabilität: Wie man Trennung verhindert und die Lebensdauer der Flüssigkeit verlängert
Die Stabilität der Emulsion ist entscheidend für die langfristige Wirksamkeit von Bearbeitungsflüssigkeiten, insbesondere bei wasserverdünnbaren Produkten. Die Trennung der Emulsion, bei der sich die Öl- und Wasserphase trennen, führt zum Verlust der Schmierfähigkeit, der Kühleigenschaften und der Gesamtfunktionalität der Flüssigkeit. Ursachen können falsche Verdünnung, hohe Temperaturen, Kontamination durch Fremdöle oder ein ungeeigneter pH-Wert sein. Die Trennung äußert sich häufig durch die Bildung von Ölflecken auf der Oberfläche oder Ablagerungen an den Tankwänden.
Um die Stabilität der Emulsion zu gewährleisten, ist es entscheidend, die empfohlene Verdünnung gemäß dem technischen Datenblatt des Herstellers einzuhalten – zu hartes Wasser kann zum Aussalzen der Emulgatoren führen, während zu weiches Wasser das Risiko von Schaumbildung erhöht. Regelmäßige Kontrolle des pH-Werts und die Zugabe von Stabilisierungsadditiven helfen, die Emulsion homogen zu halten. Im Falle einer Kontamination mit Fremdölen ist der Einsatz eines Separators oder die Zugabe von Emulgieradditiven erforderlich, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Wichtig ist auch die Überwachung der Flüssigkeitstemperatur – idealerweise sollte sie zwischen 20 und 30 °C liegen, da höhere Temperaturen den Abbau der Emulgatoren beschleunigen und das Wachstum von Mikroorganismen fördern.
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Unangenehmer Geruch in der Bearbeitungsflüssigkeit: Ursachen und Lösungen
Geruch zählt zu den häufigsten Beschwerden bei der Verwendung von Kühlschmierstoffen, insbesondere bei wasserverdünnbaren Emulsionen. Die Hauptursache ist eine mikrobielle Kontamination – Bakterien und Schimmelpilze vermehren sich schnell in warmer, feuchter Umgebung mit organischen Rückständen (Öle, Metallspäne, Schmiermittelreste). Diese Mikroorganismen produzieren schwefelhaltige Verbindungen und Amine, die den charakteristischen Geruch nach faulen Eiern oder Fisch verursachen. Ein weiterer Faktor kann der chemische Abbau von Additiven sein, beispielsweise von Emulgatoren oder Korrosionsinhibitoren, die durch hohe Temperaturen oder falschen pH-Wert zersetzt werden.
Die Vorbeugung besteht in der regelmäßigen Kontrolle und Wartung der Flüssigkeit. Entscheidend ist die Einhaltung eines pH-Werts im Bereich von 8,5–9,5, da ein saures Milieu das Bakterienwachstum fördert. Es wird empfohlen, nach der REACH-Verordnung zugelassene Biozide zu verwenden, die die mikrobielle Aktivität wirksam einschränken. Wichtig ist auch die mechanische Filtration, die organische Verunreinigungen entfernt, sowie der regelmäßige Austausch der Flüssigkeit gemäß den Empfehlungen des Herstellers. Bei starkem Geruch kann eine Schockdosis Biozid eingesetzt werden, allerdings müssen die Sicherheitsvorschriften eingehalten und eine ausreichende Durchmischung der Flüssigkeit sichergestellt werden.
Farbveränderung von Kühlschmierstoffen: Was sie signalisiert und wie Sie reagieren sollten
Eine Farbveränderung von Kühlschmierstoffen kann ein Warnsignal sein, das auf chemische oder physikalische Probleme hinweist. Typischerweise verändert sich die Flüssigkeit von transparent oder milchig-weiß zu grau, braun oder sogar schwarz. Die häufigste Ursache ist die Kontamination mit Metallpartikeln, insbesondere Eisen, das oxidiert und eine rostige Färbung verursacht. Eine weitere Möglichkeit ist das Vorhandensein von Fremdölen (z. B. Hydraulik- oder Schmieröle), die aus umliegenden Maschinen in das System gelangen und dunkle Schichten auf der Oberfläche bilden. Auch mikrobielles Wachstum kann zur Verdunkelung der Flüssigkeit führen, insbesondere wenn es von Geruch begleitet wird.
Der erste Schritt bei der Feststellung einer Farbänderung ist die Analyse der Flüssigkeit mit standardmäßigen Prüfmethoden. Die Messung der Konzentration, des pH-Werts und des Gehalts an Metallpartikeln hilft, die Ursache zu bestimmen. Wenn das Problem eine Kontamination durch Metallspäne ist, muss die Filtration verbessert oder die Häufigkeit der Tankreinigung erhöht werden. Bei Fremdölen können Ölabscheider oder Oberflächenskimmer eingesetzt werden. Bei mikrobieller Verunreinigung ist es ratsam, ein Biozid anzuwenden und den pH-Wert zu überprüfen. In extremen Fällen kann ein teilweiser oder vollständiger Flüssigkeitswechsel erforderlich sein, um Schäden an Werkzeugen oder Werkstücken zu vermeiden.
Reizwirkung für Haut und Atemwege: Wie Sie das Bedienpersonal schützen
Bearbeitungsflüssigkeiten können bei längerem Kontakt Hautreizungen, Ekzeme oder allergische Reaktionen verursachen, insbesondere wenn sie reizende Bestandteile wie bestimmte Tenside, Biozide oder Korrosionsinhibitoren enthalten. Die Atemwege können durch Aerosole gefährdet werden, die bei der Hochgeschwindigkeitsbearbeitung entstehen und feine Partikel der Flüssigkeit sowie Metallstaub enthalten. Gemäß der CLP-Verordnung müssen die Flüssigkeiten ordnungsgemäß gekennzeichnet sein, und ihre Sicherheitsdatenblätter müssen Informationen über potenzielle Risiken und Schutzmaßnahmen enthalten.
Grundlage der Prävention ist die Verwendung persönlicher Schutzausrüstung (PSA), wie Schutzhandschuhe aus Nitril oder Neopren, Schutzbrillen und Atemschutzmasken mit geeignetem Filter. Wichtig ist auch, für eine ausreichende Belüftung des Arbeitsplatzes zu sorgen und Absaugsysteme zur Entfernung von Aerosolen einzusetzen. Die regelmäßige Wartung der Flüssigkeit, einschließlich der Kontrolle des pH-Werts und der Konzentration, verringert das Risiko der Bildung reizender Substanzen. Bei Hautproblemen ist es ratsam, Barrierecremes zu verwenden und die Haut nach der Arbeit gründlich mit einem pH-neutralen Reinigungsmittel zu waschen. Für empfindliche Mitarbeiter können Flüssigkeiten mit einem geringeren Gehalt an reizenden Zusätzen, beispielsweise auf Basis synthetischer Ester oder pflanzlicher Öle, gewählt werden.
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