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Pestizidformulierungen: 5 kritische Fehler beim Mischen und Applizieren, die die Wirksamkeit verringern
Praktische Tipps 4. 8. 2026 Redakce GCG Chemicals

Pestizidformulierungen: 5 kritische Fehler beim Mischen und Applizieren, die die Wirksamkeit verringern

Falsches Mischen, Dosieren oder Applizieren von Pestizidformulierungen kann die Wirksamkeit um bis zu 40 % reduzieren. Wie Sie diese Fehler vermeiden und die maximale Leistung Ihrer Agrochemikalien sicherstellen.

Pestizidformulierungen: 5 kritische Fehler beim Mischen und der Anwendung, die die Wirksamkeit verringern

Foto: Patrick Hendry / Unsplash

Pestizidformulierungen sind so konzipiert, dass sie maximale Wirksamkeit beim Schutz von Kulturen bieten. Doch schon kleine Fehler bei der Zubereitung oder Anwendung können zu einer erheblichen Leistungsminderung führen. Falsches Mischen, Nichteinhaltung der empfohlenen Mischungsverhältnisse oder ungeeignete Anwendungsbedingungen können dazu führen, dass die Wirkstoffe nicht in den Zielorganismus eindringen oder sich sogar zersetzen, bevor sie wirken. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf fünf häufige Fehler, die die Ergebnisse Ihrer Arbeit beeinflussen können, und geben Tipps, wie Sie diesen effektiv vorbeugen können.

1. Falsche Verdünnung von Konzentraten: Warum Präzision über die Wirksamkeit entscheidet

Pestizidformulierungen sind so konzipiert, dass sie bei einer genau festgelegten Konzentration eine optimale Wirksamkeit erzielen. Einer der häufigsten Fehler ist die Nichteinhaltung der empfohlenen Verdünnung, sei es aus Nachlässigkeit oder in dem Bestreben, Kosten zu sparen. Eine zu niedrige Konzentration des Wirkstoffs führt zu einer unzureichenden Kontrolle von Schädlingen, Unkräutern oder Pathogenen, während eine zu hohe Konzentration Phytotoxizität verursachen kann – eine Schädigung der behandelten Kulturpflanzen. Bei systemischen Herbiziden kann beispielsweise eine übermäßige Dosierung das Wachstum verlangsamen oder Blattdeformationen hervorrufen, was paradoxerweise den Ertrag verringert.

Beim Verdünnen ist es entscheidend, kalibrierte Messbehälter zu verwenden und die Anweisungen des Herstellers zu befolgen. Wasser als Verdünnungsmittel sollte einen neutralen pH-Wert (ideal 6–7) und einen geringen Salzgehalt aufweisen, da Salze die Stabilität der Emulsion oder Dispersion beeinflussen können. Bei Formulierungen vom Typ EC (emulgierbare Konzentrate) ist es wichtig, das Konzentrat unter ständigem Rühren in das Wasser zu geben, nicht umgekehrt, um die Bildung unlöslicher Klumpen zu vermeiden. Überprüfen Sie stets die Homogenität der Mischung – wenn eine Trennung oder Trübung auftritt, muss die Mischung erneut gerührt oder eine neue vorbereitet werden.

2. Ignorieren der Kompatibilität von Adjuvantien: Wenn Hilfsstoffe schaden

Adjuvantien wie Netzmittel, Penetrationsförderer oder Haftmittel können die Wirksamkeit von Pestiziden erheblich verbessern, indem sie die Blattbenetzung erhöhen, die Aufnahme beschleunigen oder die Verdunstung verringern. Eine falsche Kombination mit dem Hauptwirkstoff kann jedoch zu chemischen Reaktionen führen, die die Stabilität der Mischung verringern oder sogar den Wirkstoff inaktivieren. Beispielsweise können anionische Tenside mit kationischen Herbiziden (z. B. Paraquat) reagieren und unlösliche Komplexe bilden, wodurch die Wirksamkeit vollständig verloren geht.

Vor dem Mischen prüfen Sie stets die Kompatibilität der Adjuvantien mit dem Pestizid gemäß den technischen Datenblättern oder konsultieren Sie den Lieferanten. Ein Kompatibilitätstest kann einfach durchgeführt werden: Mischen Sie eine kleine Menge des Pestizids und des Adjuvans in einem Reagenzglas mit Wasser und beobachten Sie, ob es zu einer Trennung, Trübung oder Bildung von Niederschlägen kommt. Falls ja, ist die Kombination nicht geeignet. Achten Sie außerdem auf die Reihenfolge der Zugabe der Komponenten – normalerweise werden Adjuvantien erst nach Verdünnung des Pestizids hinzugefügt, um das Risiko unerwünschter Reaktionen zu minimieren.

2. Ignorieren der Kompatibilität von Adjuvantien: Wenn Hilfsstoffe schaden

Foto: Ricardo Gomez Angel / Unsplash

3. Ungeeignete Lagerbedingungen: Wie Temperatur und Feuchtigkeit Formulierungen zerstören

Pestizidformulierungen sind empfindlich gegenüber extremen Temperaturen, Feuchtigkeit und Licht, die den Abbau der Wirkstoffe beschleunigen können. Beispielsweise kristallisieren emulgierbare Konzentrate (EC) bei Temperaturen unter 0 °C, was zu ihrer irreversiblen Schädigung führt. Hohe Temperaturen (über 30 °C) hingegen können das Verdampfen von Lösungsmitteln oder den Zerfall empfindlicher Komponenten wie Pyrethroide verursachen. Feuchtigkeit gefährdet wiederum pulverförmige Formulierungen (WP), die verklumpen oder ihre Dispergierbarkeit verlieren können.

Lagern Sie Pestizide in einem trockenen, gut belüfteten Raum mit einer Temperatur zwischen 5–25 °C, fern von direkter Sonneneinstrahlung und Wärmequellen. Die Originalverpackungen sollten intakt bleiben, um Kontamination oder Verdampfung zu vermeiden. Bei flüssigen Formulierungen sollten Sie regelmäßig prüfen, ob es zu einer Trennung oder Farbveränderung gekommen ist – dies kann auf einen Abbau hinweisen. Falls Pestizide unter ungeeigneten Bedingungen (z. B. im Gelände) gelagert werden müssen, verwenden Sie isothermische Behälter und begrenzen Sie die Lagerdauer auf ein Minimum.

4. Falsche Anwendungstechnik: Warum selbst ein richtig gemischtes Pestizid versagt

Die Wirksamkeit eines Pestizids hängt nicht nur von der richtigen Formulierung ab, sondern auch von der Anwendungstechnik. Ein häufiger Fehler ist die Verwendung des falschen Düsentyps, der keine optimale Tropfengröße gewährleistet. Zu große Tropfen prallen von den Blättern ab oder fließen auf den Boden, während zu kleine Tropfen vom Wind verweht werden und das Ziel nicht erreichen. Bei Kontakt-Herbiziden ist beispielsweise eine gleichmäßige Bedeckung der Blattoberfläche entscheidend, während bei systemischen Mitteln eine geringere Anzahl von Tropfen ausreicht, diese jedoch länger auf der Oberfläche verbleiben müssen.

Vor der Anwendung kalibrieren Sie die Spritzgeräte gemäß den Empfehlungen des Herstellers und wählen Sie eine Düse, die der Formulierungsart und dem Zielorganismus entspricht. Bei wasserverdünnbaren Formulierungen (z. B. SC, SL) verwenden Sie Düsen mit feiner bis mittlerer Zerstäubung, während bei Suspensionen (WG) Düsen mit gröberer Zerstäubung besser geeignet sind, um Verstopfungen zu vermeiden. Achten Sie außerdem auf den richtigen Druck und die Bewegungsgeschwindigkeit – zu hoher Druck erhöht die Verdunstung und Verluste, während zu niedriger Druck zu einer ungleichmäßigen Bedeckung führt. Wenden Sie die Mittel bei Windstille oder leichtem Wind (bis 3 m/s) an und vermeiden Sie extreme Temperaturen (über 25 °C), die die Verdunstung erhöhen.

4. Falsche Anwendungstechnik: Warum selbst ein korrekt gemischtes Pestizid versagt

Foto: American Public Power Association / Unsplash

5. Vernachlässigung des pH-Werts des Wassers und dessen Einfluss auf die Stabilität der Wirkstoffe

Das für die Verdünnung von Pestizidformulierungen verwendete Wasser ist niemals chemisch neutral – sein pH-Wert reicht von sauer bis alkalisch und beeinflusst maßgeblich die Stabilität und Wirksamkeit der Wirkstoffe. Viele Wirkstoffe, insbesondere aus der Gruppe der Organophosphate oder bestimmter Herbizide auf Sulfonylharnstoffbasis, hydrolysieren in alkalischem Milieu schnell. Dies führt zu ihrem Abbau noch vor der Anwendung, wodurch die Wirksamkeit des Präparats um bis zu 30–50 % verringert wird. Ein zu saurer pH-Wert hingegen kann die Ausfällung bestimmter Substanzen verursachen oder deren Toxizität für Nichtzielorganismen erhöhen.

Vor jedem Mischen ist es daher unerlässlich, den pH-Wert des Wassers mit einfachen Teststreifen oder einem digitalen pH-Meter zu messen. Der ideale Bereich für die meisten Pestizidformulierungen liegt zwischen 5,5 und 7,0. Falls der pH-Wert außerhalb dieses Bereichs liegt, kann er durch Zugabe von sauren (z. B. Zitronensäure) oder alkalischen (z. B. Natriumhydrogencarbonat) Puffern angepasst werden. Diese Substanzen sind üblicherweise als spezialisierte Adjuvantien erhältlich, und ihre Dosierung muss sorgfältig gemäß den Empfehlungen des Herstellers eingehalten werden, um unerwünschte Wechselwirkungen mit dem Wirkstoff zu vermeiden.

6. Unzureichendes Mischen und Sedimentation: Wie eine ungleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs verhindert werden kann

Pestizidformulierungen, insbesondere Suspensionskonzentrate (SC) oder emulgierbare Konzentrate (EC), neigen während der Lagerung oder nach Verdünnung mit Wasser zur Trennung. Schwerere Partikel sinken auf den Boden des Behälters, während leichtere Komponenten an der Oberfläche verbleiben. Wird die Mischung vor der Anwendung nicht gründlich durchmischt, kommt es zu einer ungleichmäßigen Verteilung des Wirkstoffs im Applikationsgerät. Das Ergebnis ist, dass einige Flächen der behandelten Kultur eine Unterdosierung erhalten, während andere eine übermäßige Konzentration abbekommen, was zu Phytotoxizität oder unzureichender Wirksamkeit führen kann.

Für das richtige Vermischen sind einige Grundsätze entscheidend: Vor dem Öffnen des Behälters mit dem Konzentrat sollte dieser gründlich geschüttelt werden, um Sedimente zu lösen. Nach der Zugabe in das Wasser muss die Mischung mindestens 2–3 Minuten intensiv gerührt werden, idealerweise mit einem mechanischen Rührwerk oder durch Zirkulation im Applikationsgerät. Bei größeren Tanks ist es ratsam, die Mischung auch während der Anwendung kontinuierlich zu rühren, um ein erneutes Absetzen zu verhindern. Bei Suspensionen ist es außerdem wichtig, die Viskosität zu überwachen – zu dicke Mischungen müssen mit Wasser auf die empfohlene Konsistenz verdünnt werden, da sonst die Gefahr von Düsenverstopfungen besteht.

7. Überschreitung der Lagerdauer verdünnter Mischungen: Warum Frische über das Ergebnis entscheidet

Viele Anwender von Pestiziden unterschätzen die Tatsache, dass verdünnte Mischungen eine begrenzte Stabilität aufweisen und ihre Lagerung über einen Zeitraum von mehr als 24–48 Stunden die Wirksamkeit deutlich verringern kann. Sobald das Konzentrat mit Wasser verdünnt wird, beginnen chemische und physikalische Prozesse, die zum Abbau der Wirkstoffe führen. Beispielsweise verlieren einige Herbizide auf Glyphosat-Basis bereits nach 12 Stunden ihre Wirksamkeit, wenn sie in Metallbehältern gelagert werden, wo es zu katalytischem Abbau kommt. Ähnlich können Fungizide, die Kupfer enthalten, in verdünnter Form unlösliche Komplexe bilden, die sich am Boden des Behälters absetzen.

Verdünnte Mischungen sollten stets unmittelbar vor der Anwendung und in einer Menge zubereitet werden, die innerhalb eines Arbeitstages verbraucht werden kann. Falls die Mischung länger gelagert werden muss, sind einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten: Verwenden Sie Behälter aus inerten Materialien (z. B. Kunststoffkanister mit Zertifizierung für Chemikalien), lagern Sie diese bei einer Temperatur von 10–25 °C und schützen Sie sie vor direkter Sonneneinstrahlung. Wichtig ist auch, die Mischung regelmäßig auf Sedimente oder Farbveränderungen zu überprüfen, die auf einen Abbau hinweisen. Im Zweifelsfall ist es immer besser, eine neue Mischung zuzubereiten, als eine unwirksame Anwendung zu riskieren.

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Jede Pestizidformulierung erfordert einen spezifischen Ansatz – von der Lagerung bis zur Anwendung. Die GCG Group stellt zu jedem gelieferten Rohstoff detaillierte Sicherheits- und Technische Datenblätter zur Verfügung, und unsere Experten beraten Sie gerne bei der Auswahl sowie der Optimierung von Prozessen für Ihre spezifischen Anforderungen. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt den Katalog mit über 1 300 Produkten an.

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