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5 Fehler beim Mischen von Pestiziden vermeiden
Praktische Tipps 12. 7. 2026 Redakce GCG Chemicals

5 Fehler beim Mischen von Pestiziden vermeiden

Falsches Mischen reduziert die Wirksamkeit und gefährdet die Sicherheit. Erfahren Sie, wie Sie 5 Schlüsselrisiken in der Agrochemie vermeiden.

Fünf verborgene Risiken beim Mischen von Pestizidformulierungen: Wie Sie Wirkungsverlusten und Sicherheitsvorfällen vorbeugen

Foto: marcelo guarnieri / Unsplash

Pestizidformulierungen sind das Ergebnis eines präzisen chemischen Gleichgewichts, bei dem selbst scheinbar kleine Fehler den Unterschied zwischen einer wirksamen Anwendung und der Verschwendung von Ressourcen ausmachen können. Dennoch begegnen wir in der Praxis häufig wiederkehrenden Fehlern – von der falschen Reihenfolge bei der Zugabe der Komponenten über die Missachtung von Temperaturgrenzen bis hin zu inkompatiblen Kombinationen von Adjuvantien. Diese Fehler verringern nicht nur die biologische Wirksamkeit der Präparate, sondern können auch zur Bildung gefährlicher Nebenprodukte, zur Verstopfung von Sprühgeräten oder sogar zur Gefährdung der Gesundheit der Mitarbeiter führen. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf fünf häufige Risikosituationen, die in der agrochemischen Produktion und Anwendung immer wieder auftreten, und zeigen auf, wie man ihnen systematisch vorbeugen kann.

1. Falsche Kompatibilität von Adjuvantien: Wenn Hilfsstoffe mehr schaden als nützen

Bei der Formulierung von Pestiziden spielt die Auswahl von Adjuvantien eine entscheidende Rolle – eine falsche Wahl kann jedoch die Wirksamkeit des Präparats dramatisch verringern oder sogar Phytotoxizität verursachen. Adjuvantien wie Tenside, Öle oder Penetrationsmittel verbessern die Verteilung und Absorption des Wirkstoffs, aber ihre gegenseitige Inkompatibilität kann zu chemischen Reaktionen, Ausfällungen oder pH-Wert-Änderungen führen. Beispielsweise können anionische Tenside mit kationischen Substanzen unter Bildung unlöslicher Komplexe reagieren, die die Applikationsgeräte verstopfen und die Bedeckung der Zieloberfläche verringern.

Vor dem Mischen sollten Sie stets die Kompatibilität der Adjuvantien mit dem Wirkstoff sowie untereinander anhand der technischen Datenblätter überprüfen. Es wird empfohlen, einen Kompatibilitätstest im kleinen Maßstab durchzuführen: Mischen Sie die Komponenten im Verhältnis der endgültigen Formulierung und beobachten Sie Veränderungen wie Trübung, Sedimentation oder Schaumbildung. Ideal ist die Konsultation mit dem Rohstofflieferanten, der Erfahrungen mit bestimmten Kombinationen hat und bewährte Verfahren empfehlen kann.

2. Temperaturschwankungen bei der Lagerung: Wie Hitze und Frost die Stabilität von Formulierungen zerstören

Pestizidformulierungen sind empfindlich gegenüber Temperaturextremen, die ihre physikalisch-chemische Stabilität beeinträchtigen können. Hohe Temperaturen (über 30 °C) beschleunigen den Abbau von Wirkstoffen, insbesondere bei emulgierbaren Konzentraten (EC) oder Suspensionskonzentraten (SC), wo es zur Phasentrennung oder Kristallisation kommt. Niedrige Temperaturen (unter 0 °C) können dagegen zum Einfrieren wässriger Formulierungen führen, was zu einer irreversiblen Schädigung der Struktur und zum Verlust der Homogenität führt.

Lagern Sie die Zubereitungen in trockenen, belüfteten Räumen mit einer Temperatur zwischen 5–25 °C, fern von direkter Sonneneinstrahlung und Wärmequellen. Bei wasserverdünnbaren Formulierungen (z. B. Suspensionen) ist es entscheidend, Gefrier- und Auftauzyklen zu vermeiden – diese Prozesse stören die Dispersion der Partikel und können zu irreversibler Sedimentation führen. Überprüfen Sie regelmäßig die Lagerbedingungen und führen Sie bei Verdacht auf Temperaturschäden vor der Verwendung einen Homogenitäts- und Wirksamkeitstest durch.

2. Temperaturschwankungen bei der Lagerung: Wie Hitze und Frost die Stabilität von Formulierungen zerstören

Foto: TECNIC Bioprocess Solutions / Unsplash

3. Falsche Verdünnungssequenz: Warum die Reihenfolge der Zugabe von Komponenten über die Qualität der Mischung entscheidet

Ein scheinbar einfacher Prozess der Verdünnung von Pestizidkonzentraten kann scheitern, wenn die richtige Reihenfolge der Zugabe der Komponenten nicht eingehalten wird. Beispielsweise kann das direkte Mischen eines emulgierbaren Konzentrats mit hartem Wasser ohne vorherige Verdünnung zur Bildung von Klumpen oder einer instabilen Emulsion führen. Ebenso verringert die Zugabe eines Adjuvans zu einer bereits verdünnten Lösung anstelle des Konzentrats dessen Wirksamkeit, da es nicht ausreichend in das System integriert wird.

Die Grundregel lautet: Verdünnen Sie das Konzentrat zunächst in einer kleinen Menge Wasser (ideal weiches oder deionisiertes Wasser), fügen Sie dann schrittweise die Adjuvantien hinzu und ergänzen Sie erst zum Schluss das restliche Wasser. Bei Suspensionskonzentraten ist kontinuierliches Rühren während der Verdünnung entscheidend, um Sedimentation zu vermeiden. Halten Sie stets die Anweisungen des Herstellers ein und verwenden Sie kalibrierte Messbehälter – selbst eine kleine Abweichung im Verhältnis kann zu einer inhomogenen Mischung und ungleichmäßiger Anwendung führen.

4. Vernachlässigung des pH-Werts und der Wasserhärte: Wie das wässrige Milieu die Wirksamkeit von Pestiziden beeinflusst

Die Qualität des zur Verdünnung von Pestiziden verwendeten Wassers hat einen entscheidenden Einfluss auf die Stabilität und Wirksamkeit der fertigen Mischung. Hartes Wasser (mit hohem Gehalt an Calcium- und Magnesiumionen) kann mit anionischen Tensiden oder Phosphaten unter Bildung unlöslicher Salze reagieren, die die Dispersion des Wirkstoffs verringern. Ein zu saurer oder alkalischer pH-Wert kann dagegen den hydrolytischen Abbau bestimmter Pestizide, insbesondere Ester oder Carbamate, beschleunigen.

Messen Sie vor dem Verdünnen den pH-Wert und die Wasserhärte mit Testkits. Der optimale pH-Wert für die meisten Pestizidformulierungen liegt zwischen 5,5–7,0. Bei hartem Wasser verwenden Sie Enthärter (z. B. Chelatbildner wie EDTA) oder wählen Sie Adjuvantien, die gegen hartes Wasser beständig sind. Bei empfindlichen Wirkstoffen sollten Sie die Verwendung von deionisiertem Wasser in Betracht ziehen. Regelmäßige Tests des Wassermilieus sind ein einfacher, aber oft vernachlässigter Schritt, der Effizienzverluste von bis zu 30 % verhindern kann.

4. Vernachlässigung von pH-Wert und Wasserhärte: Wie das Wassermilieu die Wirksamkeit von Pestiziden beeinflusst

Foto: Adrian Sulyok / Unsplash

Überschreitung der empfohlenen Lagerdauer: Wenn das Ablaufdatum Wirksamkeitsverlust und Sicherheitsrisiko bedeutet

Jede Pestizidformulierung hat eine festgelegte Lagerdauer, während der sie ihre deklarierten Eigenschaften behält. Eine Überschreitung dieser Frist ist jedoch nicht nur eine administrative Angelegenheit – sie kann zu chemischen Veränderungen führen, die die Wirksamkeit des Wirkstoffs verringern oder das Risiko einer Phasentrennung erhöhen. Beispielsweise können emulgierbare Konzentrate (EC) nach Ablauf der Haltbarkeit ihre Homogenität verlieren, was zu einer ungleichmäßigen Verteilung im Applikationsbehälter und infolgedessen zu einer ineffektiven Abdeckung der Zielflächen führt. Bei Suspensionskonzentraten (SC) besteht die Gefahr der Sedimentation oder der Bildung von Klumpen, die Filter und Düsen der Sprühgeräte verstopfen.

Sicherheitsrisiken bestehen in der möglichen Zersetzung von Additiven wie Stabilisatoren oder Korrosionsinhibitoren, was zu unerwünschten Reaktionen mit dem Verpackungsmaterial oder zur Bildung toxischer Abbauprodukte führen kann. Beispielsweise zersetzen sich einige Organophosphate bei längerer Lagerung in Verbindungen mit höherer Flüchtigkeit, was das Expositionsrisiko für Mitarbeiter erhöht. Es wird empfohlen, die Lagerbestände regelmäßig zu überprüfen, das FIFO-System (first in, first out) einzuhalten und vor der Verwendung abgelaufener Formulierungen einen Stabilitätstest der Mischung im kleinen Maßstab durchzuführen. Im Zweifelsfall ist es ratsam, den Hersteller zu konsultieren oder eine Analyse des Wirkstoffs mit standardisierten Labormethoden durchzuführen.

Kontamination durch Rückstände vorheriger Präparate: Wie eine winzige Menge eine ganze Charge unbrauchbar machen kann

Rückstände von Pestiziden oder Reinigungsmitteln in Behältern, Mischanlagen oder Applikationstechnik stellen ein häufiges, aber oft unterschätztes Problem dar. Selbst mikroskopische Mengen eines Kontaminanten können chemische Reaktionen auslösen, die zu Ausfällungen, pH-Wert-Änderungen oder Inaktivierung des Wirkstoffs führen. Beispielsweise können Rückstände von kupferhaltigen Fungiziden mit einigen Herbiziden auf Glyphosat-Basis reagieren, wodurch unlösliche Komplexe entstehen und die Wirksamkeit verloren geht. Ebenso können Rückstände stark alkalischer Reinigungsmittel Emulsionen destabilisieren oder die Hydrolyse empfindlicher Wirkstoffe verursachen.

Die Vermeidung von Kontamination erfordert eine gründliche Reinigung aller Geräte zwischen den einzelnen Chargen. Es wird empfohlen, geeignete Reinigungsmittel zu verwenden, die mit den anschließend verarbeiteten Formulierungen kompatibel sind, und das System anschließend gründlich mit sauberem Wasser durchzuspülen. Bei kritischen Anwendungen ist es ratsam, einen Kompatibilitätstest an einer kleinen Mischprobe vor der vollständigen Vermischung durchzuführen. Wichtig ist auch die Trennung von Lagerräumen und Geräten für verschiedene Pestizidtypen, insbesondere wenn es sich um Präparate mit unterschiedlicher chemischer Basis handelt (z. B. Organophosphate vs. Pyrethroide).

Ungeeignete Wahl des Verpackungsmaterials: Wie ein falscher Behälter eine hochwertige Formulierung ruinieren kann

Die Wahl des Verpackungsmaterials ist nicht nur eine Frage der Logistik, sondern auch der chemischen Stabilität. Einige Pestizidformulierungen reagieren mit dem Verpackungsmaterial, was zur Degradation des Wirkstoffs oder zur Kontamination des Produkts führt. Beispielsweise können organische Lösungsmittel in emulgierbaren Konzentraten Kunststoffbehälter aus Polyethylen niedriger Dichte (LDPE) angreifen, was zur Migration von Additiven aus dem Kunststoff in die Formulierung oder zum Entweichen flüchtiger Bestandteile führt. Metallbehälter können hingegen in Gegenwart von sauren oder chlorierten Formulierungen korrodieren, wodurch es zur Kontamination durch Rost und zur Verschlechterung der Produktqualität kommt.

Bei der Auswahl des Verpackungsmaterials müssen die chemische Kompatibilität mit der Formulierung, die mechanische Beständigkeit und die Gasdurchlässigkeit berücksichtigt werden. Für die meisten flüssigen Pestizide werden Behälter aus hochdichtem Polyethylen (HDPE) oder speziell behandelten Metallen mit Schutzbeschichtung empfohlen. Bei festen Formulierungen (Granulate, Pulver) ist der Schutz vor Feuchtigkeit entscheidend, weshalb häufig mehrschichtige Folien mit einer Aluminiumschicht verwendet werden. Wichtig ist auch, die Anweisungen des Herstellers zu den Lagerbedingungen zu befolgen, da selbst ein kompatibler Behälter bei extremen Temperaturen oder mechanischer Belastung versagen kann.

Wie vermeiden Sie Fehler in Ihrer Formulierung?

Jeder agrochemische Rohstoff erfordert einen spezifischen Ansatz – von der richtigen Lagerung bis zu optimalen Mischbedingungen. Die GCG Group stellt zu jedem gelieferten Produkt detaillierte Sicherheitsdatenblätter (SDS) und technische Spezifikationen bereit, die helfen, Risiken bereits in der Planungsphase zu eliminieren. Sollten Sie Zweifel an der Kompatibilität der Komponenten oder den Lagerbedingungen haben, zögern Sie nicht, sich an unsere Experten zu wenden. Kontaktieren Sie uns – oder sehen Sie sich direkt den Katalog mit über 1.300 Produkten an.

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